OxMox Indianerfreizeit der NAJU BW

Wolfspfad / Lichterreise

Ein Naturerfahrungsspiel ohne Taschenlampe für die Nacht

Zwei brennende Grablichter in der Nacht - Foto: M. Bormuth
Zwei brennende Grablichter in der Nacht - Foto: M. Bormuth

Vorbemerkung

Der Wolfspfad bzw. die Lichterreise ist ein Nachtwanderung ohne technische Hilfsmittel. Sie ist daher unbedingt auf die entsprechende Kindergruppe anzupassen! Mit entsprechender Berücksichtigung von Alter und Gelände ist dieses mit unterschiedlichen Schwierigkeiten und Länge prinzipiell mit allen Altersklassen durchführbar. (Der Schreiber dieses Textes kann die Aktion auch für Kindergartenübernachtungen empfehlen – im Außengelände mit eng markierten und nicht zu langen Weg)
Bei der Planung und Durchführung ist darüber hinaus zu beachten, dass es sich um eine Vertrauensaktion handelt, bei der das Erlebnis mit der Natur im Vordergrund steht und andere Intensionen unbedingt unterlassen werden sollen!
Die Kinder gehen den Wolfspfad alleine. Es sind jedoch verschiedene „Rettungsinseln“ bei der Durchführung zu legen. (z.B. gemeinsames Laufen – wenn man an einem Punkt nicht mehr alleine weiterlaufen möchte) An entsprechenden „Knackpunkten“ sind Begleitpersonen zu stationieren (z.B. wenn zur Überbrückung von Gelände oder für eine Intensiverfahrung ein Seil gespannt wird). Nach einer bestimmten Kinderanzahl (nie mehr wie 5!) folgt ein Erwachsener als Rettungsschirm, der zum einen ausgegangene Kerzen wieder anzündet oder ersetzt und zum andern auf der Strecke wartende Kinder einsammelt und begleitet zum Ziel mitnimmt.

Vorbereitung

Im Vorfeld der Durchführung wird bei Tageslicht ein für die Durchführung geeigneter Weg auskundschaftet. Evtl. vorgefundene Hindernisse werden schon einmal markiert oder direkt aus dem Weg geräumt. Im Notfall muss der festgelegte Weg an dieser Stelle einen Umweg machen oder ein Erwachsener die Kinder um die Gefahrenstelle herumführen.
Mit Beginn der Dämmerung beginnt die eigentliche Vorbereitung. Beginnend vom Zielpunkt wird der Wolfspfad aufgebaut. So wird sichergestellt, dass die Lichter auch wirklich bis dorthin reichen. Eine deutliche Zielmarkierung wird aufgestellt und das entsprechende Grablicht angezündet. Die weiteren Grablichter folgen jetzt im jeweils notwendigen Abstand.
Für die aufbauenden Teamer gilt es jetzt zu beachten, dass für eine sichere Durchführung des Wolfspfades möglichst immer mindestens 3 bis 4 Kerzen zu sehen sein sollten. Bei flachem Gelände können die Grablichter somit auch etwas weiter, bei hügeligem Gelände auch eng zusammenstehen. Die Anzahl der Grablichter gibt somit die mögliche Länge des Weges vor. Auf unserer Freizeit arbeiten wir im Normalfall mit ca. 60 Lichtern und einem Seil.
Am Startpunkt angekommen wird hier auch nochmals entsprechend markiert (z.B. mit 2 Kerzen als Eingang) und dann der Gruppe am Sammelort Bescheid gegeben.

Spielziel

Den Teilnehmern einen interessanten Eindruck der nächtlichen Natur geben.
Eine andere Nachtwanderung ohne Licht zu erleben.
Selbstvertrauen stärken und fördern .

Spielverlauf

Während des Aufbaus treffen sich alle Teilnehmer. Ein weiterer Leiter erklärt die jetzt kommende Aktion und weist auf die jeweiligen Rahmenbedingungen (Kerzen als Wegführer, ohne Licht, Sicherheitsleinen) hin. Gleichzeitig wird deutlich gemacht, dass keiner daran teilnehmen muss. (Bei uns gehen diese Kinder dann im Anschluss an den Abendkreis ganz normal in die Schlafzelte.)Die den Wolfspfad laufenden Kinder bleiben am Ende des Abends schleßlich im Versammlungszelt am Lagerfeuer sitzen und warten auf ihren Lauf des Wolfspfades. Wir starten in der Regel im 2 – 4 Minuten Abstand (je nach Weg). Zur Überbrückung der Wartezeit werden am Lagerfeuer Geschichten erzählt. Ein Mitglied des Vorbereitungsteams holt die Teilnehmer dort ab und begleitet diese zum Startpunkt. Dort wird noch einmal der Verlauf grob erklärt und auf evtl. Gefahrenstellen oder Treffpunkte (z.B. Seil und Teamer) hingewiesen.

Jetzt läuft der Teilnehmer den Pfad los. Er orientiert sich an den zu sehenden Lichtern und läuft diese entlang. Kann er den Weg nicht eindeutig bestimmen (z.B. weil keine Kerzen mehr zu sehen sind), nimmt er die Rettungsleinen in Anspruch und wartet auf den nächsten Leiter mit Streichholz/Feuerzeug bzw. Ersatzkerzen.
So geht dieses weiter bis zum Ende. Von dort aus dürfen evtl. Taschenlampen wieder benutzt werden oder es ist sowieso ausgeleuchtet. Auch ein evtl. gemeinsamer Pendelverkehr mit den jeweils von Rettungsinsel zu Rettungsinsel laufenden Teilnehmern zurück zum Startpunkt ist möglich.

Personen

  • alle die teilnehmen möchten
  • Aufbaugruppe

Material

  • viele Grablichter
  • evtl. Seil

Ort

prinzipiell in jedem Gelände möglich