OxMox Indianerfreizeit der NAJU BW

Und plötzlich krachte es

Ein Teil der Geschichte der Freizeit 2006

gebrochene Brücke in der Gauchachschlucht - Foto: M. Bormuth

9 Jahre hielt sie. Unsere "Ritualbrücke". Mit dem Vorgänger krachten wir in die Gauchach. So sollte eine Freizeit auf keinen Fall beginnen - Foto: M. Bormuth

Wie immer machten wir auch 2006 zum Einstimmen auf die Freizeit in der Gauchachschlucht bis zur am Weg liegenden Burgmühle das ein oder andere Spielchen an den vielen auf dem Weg liegenden Brücken. Mit guter Laune kamen wir an der Brücke, die alles verändern sollte an. Ohne jede große Vorwarnung hatten wir ab 2007 dort nicht nur einen feststehenden Programmpunkt sondern für den Abend einen Teamer und für die Freizeit ein Kind weniger auf der Freizeit.

Neugieriges Eichhörnchen, Starke Ameise, Starker Dachs, Wapiti, Schnelles Reh, Lustiger Hase, Sprechender Delfin, Schleichendes Reh, Die mit den Steinen spricht und Große Tatze schlichen gerade über die Brücke als es plötzlich krachte. Wer gerade an einem Ende der Brücke stand versuchte noch schnell das Festland zu erreichen, anderen blieb nur der Griff zum Geländer und am Ende waren viele Füße nass.

Während Große Tatze es gerade noch geschafft hatte sich – nachdem das Geländer plötzlich nachgab – auszubalancieren und von Schleichendes Reh in der Mitte des Desasters gebremst wurde oder einige Kinder mit nassen Füßen wieder aus der Gauchach in Richtung Weg kletterten, hatte Die mit den Steinen spricht es nicht so gut getroffen. Sie lag mit schmerzverzerrtem Gesicht mitten im Wasser.

Wichtige Anmerkung: „Die mit den Steinen spricht“ bekam diesen Namen bereits zwei Jahre zuvor auf der Freizeit verliehen. Somit war der Name wie bei allen anderen Wiederholerkindern auch bereits vor der diesjährigen Freizeit klar.

Während einige Teamer die bereits über die Brücke gelaufenen Kinder und Erwachsenen stoppten und über den Unfall informierten, bargen die am Ende der Brücke stehenden Tatze, Jormas und Krähenauge die mit Schmerzen im Wasser liegende Die mit den Steinen spricht. Schnell war klar, wir hatten in diesem Jahr ein Problem in der Schlucht. Während Scharfes Krähenauge die Erstversorgung sicherstellte, suchte Große Tatze den Weg nach der Brücke folgend mit allen zur Verfügung stehenden Mobilen Rauchwolken eine Funkverbindung. Diese endlich gefunden setzte er zunächst das wichtigste Telefonat ab. Den Notruf nach einem Krankenwagen. Diesen schließlich mit mehr oder weniger gutem Netz losgeworden, gab es noch einen zweiten Anruf zu tätigen – nämlich den Rest der Teamer über die nun zwangsläufig kommende Verspätung zu informieren. Also nahm Tatze wieder seine Mobile Rauchwolke und wählte Tatonkas Nummer.

Alles in die Wege geleitet, kehrte Tatze wieder ans Ende der Gruppe zurück. Dort angekommen hieß es jetzt mit vereinten Kräften den von unserer Position nur an der Burgmühle einsetzen könnenden Sanitätern mit Die mit den Steinen spricht entgegen zu laufen. Zu diesem Zeitpunkt ahnten wir noch nicht, dass dies sehr viel Zeit in Anspruch nehmen würde. Einige Zeit später geschah etwas, was auch jetzt noch einige Jahre nach dem Brückeneinsturz als nicht alltäglich hervorgehoben werden sollte. Wir wurden von hinten aufgelaufen. Das Ehepaar Offermann aus der Nähe von Tatzes Wohnort war an diesem Tag einige Zeit nach uns in die Gauchachschlucht aufgebrochen und hatte uns nun eingeholt. Statt einfach nur vorbei zugehen oder nur sich kurz zu erkundigen, hatten die sich um Die mit den Steinen spricht kümmernden Teamer ohne irgendwie zu zögern vier weitere Hände die halfen wo sie nur konnten.

Nach einer bis heute nicht genau feststehenden Wegstrecke, aber nach unendlich wirkender Zeit, kamen schließlich die Sanitäter mit einer rollenden Trage uns entgegen und übernahmen den Transport unseres Brückenopfers. Zusammen mit den Sanitätern steuerten nun die Teamer und das sehr stark helfende Ehepaar Offermann die Burgmühle an. Dort warteten bereits alle Kinder und die diese begleitenden Teamer auf die Ankunft der Helfer.

Dass irgendwas bei der Übermittlung des Notrufes falsch gedeutet wurde, stellten zuerst die wartenden fest. Aus allen Richtungen kamen Einsatzfahrzeuge. Am Ende warteten nicht nur der später Die mit den Steinen spricht ausfliegende Rettungshubschrauber sondern auch zwei Polizeiautos, drei Krankenwagen und ein Fahrzeug der Bergwacht an der Burgmühle. Als klar war, dass doch nicht so viel passiert war, brachen recht schnell nach der Ankunft der restlichen Indianer, das Ehepaares Offermann und der Sanitäter, die Krankenwagen und die Bergwacht wieder in Richtung Heimat auf. Nur die Polizeiwagen blieben letztlich noch stehen, da die mit diesen angereisten Polizisten zur Aufnahme der Ermittlungen zusammen mit den Rettungskräften in Richtung Brücke aufgebrochen waren.

Schließlich flog der Rettungshubschrauber ab und Große Tatze griff abermals zur elektronischen Rauchwolke um Tatonka über den weiteren Verbleib seiner Tochter zu informieren. Verständlicherweise brach dieser nach dem Anruf vom Lagerplatz in Richtung Schwenningen auf. Dorthin war auch Die mit den Steinen spricht auf dem Luftweg unterwegs. Sie sollte uns somit leider bereits zu diesem Zeitpunkt der Freizeit verlassen und nicht wieder im Indianerland auftauchen.

Aufgeschrieben am 10.11.2015.

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