OxMox Indianerfreizeit der NAJU BW

Ein Gepäckstück zuviel

Ein Teil der Geschichte der Freizeit 2008

Jede menge Fahrräder - Foto: NAJU BW / M. Bormuth

Jede menge Fahrräder bildeten neben unserem großen Gepäck in diesem Jahr die unüberwindbare Gasse im Zug. - Foto: NAJU BW / M. Bormuth

Die spannenden Bahnfahrten sollten auch in diesem Jahr nicht abreißen. Hatten wir in den Vorjahren eher im technischen Bereich zu kämpfen, war es in diesem Jahr der menschliche. Bei unserer Ankunft in Döggingen passte etwas nicht so ganz.

Seit dem Abschied der alten Bahnwagen, kamen auf der Gäubahn die praktischen Mehrzweckabteile zum Vorschein. Praktisch auch deshalb, da wir mit unserem Gepäck dort endlich einen zusammenhängenden Platz bekamen. Da die Mehrzweckabteile im Alltag aber eher als „Fahrradabteile“ gekannt sind, führt dies dann ab und an, insbesondere im Zug von Tuttlingen nach Döggingen (wesentlich kleiner als der Gäubahnzug) zu Diskussionen mit Mitreisenden.

Auf der Hinfahrt hatten wir in Stuttgart unser Gepäck verladen und uns einen Sitzplatz gesucht. Im Steuerwagen bei unserem Gepäck ging das leider nicht – Oberdeck war 1. Klasse. So saßen wir im nächsten Wagen.

Einige Radfahrer waren ebenfalls eingestiegen und beschwerten sich direkt über unseren großen Gepäckstapel. Sie fänden es unmöglich dies im Fahrradabteil zu lagern.

Hinter Herrenberg waren sie aber ganz still geworden. Eine zweite Gruppenreise hatte nämlich den Zug regelrecht geentert. Diesmal jedoch nicht mit Rucksack, Isomatte und Schlafsack. Mit Fahrrädern sollte es jetzt im Steuerwagen anfangen kuschelig zu werden. Bei der Einfahrt in Herrenberg führten die dort stehenden Radfahrer bei uns zu leichter Erheiterung. Da aber auch nach Herrenberg immer wieder Fahrräder in den Zug einstiegen, gingen wir am Ende dann doch mal kurz nach unserem Gepäck schauen.

Zwei Freizeiten, einige Radfahrer und entsprechendes Gepäck überlasteten das Platzangebot im Steuerwagen der Bahn im Jahre 2008 - Foto: NAJU BW / M. Bormuth
Jede menge Fahrräder - Foto: NAJU BW / M. Bormuth

Im Steuerwagen angekommen, war für Tatze keinerlei durchkommen mehr möglich. Es war einfach nur voll. Inmitten von Fahrrädern und Gepäck standen vereinzelt Jugendliche aus der Radgruppe. Bei jedem neuen halt begrüßten diese die neu hinzugekommenen Radfahrer – nicht nur die aus ihrer Gruppe.

Obwohl der Steuerwagen am Ende mehr als nur voll war, gab es in der Sortierung kein Durcheinander. Unser Gepäck belegte die eine Seite, die Fahrräder die andere Seite. Ein Abrutschen unseres Gepäcks zwischen die Fahrräder wurde mit Fahrrädern verhindert.

Im Hinblick auf unsere dann doch sehr knapp bemessene Umsteigezeit in Tuttlingen, fragte Tatze bei den Radfahrern nach wie weit diese Fahren würden. Die Jugendlichen wollten mit ihren Fahrrädern weiter als wir fahren, so dass es in Tuttlingen wahrscheinlich etwas zeitaufwändiger werden würde unser Gepäck auszuladen. Immerhin mussten auch einige Fahrräder auf dem Bahnsteig geparkt werden – nur um an unser Gepäck überhaupt einmal heran zu kommen.

Mit der Aussicht auf Platz und Bewegungsfreiheit war die Sache bei den Jugendlichen aber sehr schnell geklärt. Selbstverständlich würden sie uns beim Ausladen helfen. Dies war angesichts der Tatsache, dass man weiterhin überhaupt keinen Schritt im Unterdeck des Steuerwagens machen konnte, natürlich ein sehr großer Vorteil.

Mit den Kindern über das Oberdeck (1. Klasse – glücklicherweise kein Reisender) zur richtigen Tür gelaufen, reichten uns die Radfahrer schließlich unser Gepäck. Nicht ohne aber vorher einige ihrer Fahrräder auf den Bahnsteig gestellt zu haben.

Es folgte das schon geübte Verfahren: Jeder nimmt irgendwas über den Bahnsteig mit zum anderen Zug und reicht es dort dem für das Einladen zuständigen Teamer an. Während die ersten noch versuchen das Gepäck bereits einigermaßen im Mehrzweckabteil des Zuges – oder den angrenzenden Regionen – zu verteilen, sucht sich der Rest bereits einen Sitz- bzw. in der Regel meistens einen Stehplatz. Das Gepäck, das nicht bereits durch die Kinder den Weg über den Bahnsteig gefunden hatte, trugen die Teamer mit netter Hilfe durch den ein oder anderen Radfahrer und auch der sich bereits auf der Fahrt eifrig um zusteigende Fahrradfahrer kümmernde Schaffnerin schnell hinüber.

Am Ende schauten wir lieber dreimal noch das Abteil durch, aber am Ende waren alle sicher. Wir hatten alles Gepäck bei uns. Mit leichter Verspätung setzten sowohl die Fahrradfahrer als auch wir unsere Reise mit den jetzt unterschiedlichen Zügen fort.

Bei der Ankunft in Singen muss den Radfahrern dann jedoch ein kleines Problem aufgefallen sein. Über den Umweg Telefonauskunft und Geschäftsstelle kam dies dann auch am Lagerplatz an. Am Ende unserer Zugfahrt begrüßte uns Tatonka direkt nicht nur mit unserer Radgeschichte. Er brachte uns auch die frohe Botschaft, dass wir ein Gepäckstück zu viel hätten. Vor lauter Eifer hatten die Radfahrer nicht nur unser Gepäck aus dem Zug gereicht. Auch eine ihrer Satteltaschen wurde in Tuttlingen versehentlich ausgeladen und uns mitgegeben. Diese fehlte ihnen jetzt natürlich.

So fuhr Tatonka sichtlich begeistert am Ende von Döggingen aus erst nach Tuttlingen die Satteltasche wieder den Radfahrern bringen. Nach einem Tankstop ging es von dort aus dann endlich zurück zum Lagerplatz. Dort kam er schließlich sogar noch vor der Wandergruppe an.

Im Gegensatz zu den Radfahrern hatten wir in Döggingen unser Gepäck vollständig.

Eine kleine Anmerkung zum Schluss:Die Geschäftsstelle beschwert sich über viele Jahre, dass man vor uns während der Zugfahrt unseren Verband nicht gut erkennen könne. Dass die Radfahrer überhaupt die Nummer der Geschäftsstelle fanden zeigt jedoch direkt das absolute Gegenteil.

Aufgeschrieben am 09.10.2015.