Bundesstaaten der USA mit einem indianischen Namen

Wie die Sprachen der Ureinwohner die Namensfindung beeinflussten

Die Vereinigten Staaten bilden sich aus 50 einzelnen Bundesstaaten. Viele dieser Bundesstaaten haben ihren Namen aus den unterschiedlichen Sprachen der Native Americans gefunden. Wieviele genau? - Die Hälfte bzw. mehr als die Hälfte.

Bundesstaaten der USA mit Namenshintergründen - Grafik: Wikimedia Commons (Papayoung, Ilmari Karonen, Wapcaplet) - unter CC-BY-SA-3.0

Bundesstaaten der USA mit Namenshintergründen - Grafik: Wikimedia Commons (Papayoung, Ilmari Karonen, Wapcaplet) - unter CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)

Schaut man sich eine Karte der USA mit einem Blick auf die Namensgebung der einzelnen Bundesstaaten einmal genauer an, so stellt man unterschiedliche Formen der einzelnen Bennenungen fest. Einerseits gibt es Staaten wie zum Beispiel New York, Georgia oder Louisiana - deren europäischer Hintergrund im Namen sehr einfach zu erkennen ist. Auf der anderen Seite aber auch Staaten wie Utah, Michigan oder Iowa bei denen sich der Name auf den ersten und zweiten Blick überhaupt nicht erschließt. Eine dritte Gruppe (auch europäisch) bilden mit den US-Bundesstaaten Florida, California, Nevada und Colorado vier Bundesstaaten deren Namen direkt aus dem Spanischen abgeleitet wurden.

Insgesamt kann man bei der Benennung der einzelnen Bundesstaaten der USA die Geschichte der europäischen Kolonien auf dem nordamerikanischen Festland und deren weitere Entwicklung nach der jeweiligen Unabhängigkeit von den europäischen Kolonialmächten stark erkennen.

Die Gründerstaaten der USA

Europa wohin (fast) das Auge blickt

Mit der Unabhängigkeitserklärung von 1776 erklärten die fortan als Dreizehn Kolonien bekannten britischen Kolonien der heutigen US-Ostküste ihre Unabhängigkeit vom europäischen Kontinent und dem britischen König. Es folgte der Unabhängigkeitskrieg und an dessen Ende die Gründung der USA mit er Erklärung der Verfassung. In den Jahren 1787 und 1788 nahmen 11 dieser Staaten die Verfassung an. Im Winter 1789/1790 ratifizierten die letzten beiden ehemaligen Kolonien die Verfassung und bildeten so die Vereinigten Staaten von Amerika.

Diese 13 Staaten waren (in der Reihenfolge des Beitritts) Delaware, Pennsylvania, New Jersey, Georgia, Connecticut, Massachusetts, Maryland, South Carolina, New Hampshire, Virginia, New York, North Carolina und Rhode Island.

Connecticut - Langer Fluss (Mohican)
Massachusetts - Land auf großen Hügeln (genaue Sprache uns leider nicht bekannt)

Weitere Entwicklung bis zum Goldrausch

Indianersprachen auf dem Vormarsch

Von 1791 bis zum Goldrausch 1848 wuchs die Zahl der US-Bundesstaaten auf insgesamt 29 an. Einzig die Bundesstaaten Vermont (14), Louisiana (18), Indiana (19), Maine (23) und Florida (27) entstammen dabei nicht dem Sprachbaum der Native Americans.

Mit Kentucky, Tennessee, Ohio, Mississippi, Illinois, Alabama, Missouri, Arkansas, Michigan, Texas und Iowa stieg die Zahl der Bundesstaaten mit indianischem Namen somit auf 13 an.
Allerdings sollte man bei einem Blick auf die indianischen Wurzeln der US-Bundesstaaten auch Indiana selbst mit einbeziehen. Bedeutet dieses doch vom englischen ins deutsche Übersetzt sinngemäß "Land der Indianer".

Kentucky - Ebenes Land (Wyandotte)
Tennessee - Dorf am Fluss (Iroquois)
Ohio - Großer Fluss (genaue Sprache uns leider nicht bekannt)
Mississippi - Bezeichnung des gleichnamigen Flusses in der Sprache der Chippewa
Illinois - Kriegerland (Algonkin)
Alabama - Stammeszentrum (Creek)
Missouri - Kanubesitzer (Algonkin)
Arkansas - Südwindvolk (Lakota / Sioux)
Michigan - Großes Wasser (Chippewa)
Texas - Verbündeter (Caddo)

Vom Goldrausch in den "Wilden Westen"

Die Indianersprachen dominieren das Bild

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wuchs die Staatenanzahl der Vereinigten Staaten auf der einen Seite, aber auch flächenmäßig gab es bis auf wenige Ausnahmen keine großen Lücken mehr im heutigen kontinentalen Bild der USA.

Allgemein kann man bei der Bennennung der jetzt neu in die USA aufgenommenen Bundesstaaten überwiegend indianische bzw. indigene Wurzeln feststellen. Ausnahmen sind hierbei nur die Staaten Washington (42) zu Ehren des 1. Präsidenten, Montana (41) mit lateinischen Wurzeln, das im Kontext des amerikanischen Bürgerkriegs entstandene West Virginia (35) sowie die "spanischen" Staaten California (31), Nevada (36) und Colorado (38).

Mit Wisconsin, Minnesota, Oregon, Kansas, Nebraska, North Dakota, South Dakota, Idaho, Wyoming und Utah kamen in dieser Zeit weitere 10 Bundesstaaten mit indianischer Benennung dazu.

Nach dem Beitritt von Utah im Januar 1896 hatten somit die Namen von 23 der damaligen 45 US-Bundesstaaten einen indianischen Namen.

Wisconsin - Grasiges Land (Chippewa)
Minnesota - Trübes Wasser (Lakota / Datota)
Oregon - Schönes Wasser (Algonkin)
Kansas - Südwindvolk (Lakota / Sioux)
Nebraska - Flacher Fluss (Omaha)
North / South Dakota - Freund (Lakota / Dakota)
Idaho - Licht in den Bergen (Lakota / Sioux)
Wyoming - Weites Prärieland (Algonkin)
Utah - Höher hinauf (Navajo)

letzte Erweiterungen im 20. Jahrhundert

Die USA sind jetzt "komplett"

Im 20. Jahrhundert stießen fünf weitere Bundesstaaten zu den Vereinigten Staaten von Amerika hinzu. New Mexico (47) hatte hierbei seinen Namen aus seiner spanisch/mexikanischen Geschichte mitgebracht.

Oklahoma und Arizona brachten auf dem "Festland" nochmals indianische Bedeutungen in die Staatenliste in die USA mit ein.
Eine Besonderheit stellt hierbei der US-Bundesstaat Oklahoma dar. Dies wird auch durch den Namen selbst schon deutlich. Handelt es sich dabei doch schließlich um das ehemalige "Indianer-Territorium", in dem verschiedene US-Regierungen viele der Stämme und Völker "umgesiedelt" hatten.

Mit 26 Indianernamen bei 48 US-Bundesstaaten ging es schließlich über die beiden Weltkriege bis in das Jahr 1959 hinein.

Oklahoma - Roter Mann (Choctaw)
Arizona - Kleine Quelle (Pima)

1959 kam mit Alaska schließlich ehemaliges russisches Territorium auf dem amerikanischen Kontinent als Bundesstaat hinzu. Trotz des kalten Krieges hatte die UdSSR damals das Land an die USA verkauft. Die Benennung des Gebietes erfolgte hierbei auf basis der Sprache der Aleuten bzw. auch der Inuit über den Umweg der russischen Sprache.

Alaska bedeutet hierbei zum einen Großes Land (aus der Sprache der Inuit) bzw. Land, in dessen Richtung das Meer strömt (aus der aleutischen Sprache).

Ebenfalls 1959 kam mit dem bereits 1898 annektierte Hawaii offiziell als Bundesstaat noch zu den Vereinigten Staaten. Der Name Hawaii entstammt hierbei der dortigen Ursprache und galt bereits weit vor der US-Annektion. (Kleiner FunFact zu Hawaii: Der Flagge des Bundesstaates Hawaii beinhaltet den Union Jack des Vereinigten Königreiches ... also des Königreiches von dem sich die Dreizehn Kolonien 1776 für unabhängig erklärten)

 

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Übersicht Indianerlager Äckerhof - Foto: NAJU BW / L. Praetorius

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