Die Büffeljagd

Erfolg geht nur im großen Verbund

Im Gegensatz zur Jagd auf kleinere Tiere, ging die Büfeljagd bei den Indianern nur zusammen. Jeder Teil und jedes Mitglied des Stammes hatte seine bestimmte und besondere Aufgabe während der Jagd auf die Bisons zu erledigen und zu erfüllen. - Scheiterte einer ... scheiterten alle.

Bison - Foto: Jack Dykinga [Public domain], via Wikimedia Commons

Bison - Foto: Jack Dykinga [Public domain], via Wikimedia Commons

Die jährliche Büffeljagd im Herbst war bei den Indianern eine sprichwörtliche Großaktion. Alle Clans und Gruppen des Stammes trafen sich - unabhängig von ihren individuellen Lagerplätzen - am jeweiligen Treffpunkt des Stammes. Von dort zogen sie im großen Stammesverband gemeinsam auf die Jagd.

Für die Jagd teilten sich die Männer in unterschiedliche Gruppen auf. Frauen und Kinder hatten ebenfalls ihre Aufgabenfelder, so dass sich jede Person entsprechend seiner Stärken auf und für die Jagd einbringen musste. Jede dieser Aufgaben war dabei am Ende für eine gelungene Jagd wichtig und nötig. Hatte eine einzige dieser Gruppen während der Jagd Probleme oder scheiterte sogar bei der Umsetzung ihrer Aufgabe, führte dies sehr schnell zu einem Misserfolg. Gab es am Ende der Jagdsaison auf die Büffel davon dann am Ende zu viele, folgte unabwendbar ein großer Hungerwinter mit vielen Entbehrungen und Problemen, die sich teilweise dann auch bis zur nächsten Jagd im darauffolgenden Herbst fortsetzen konnten.

Die unterschiedlichen Gruppen einer Büffeljagd

Frauen und Kinder

Betrachtet man die einzelnen Personengruppen bei der Büffeljagd, haben die Frauen in der Summe die meiste Arbeit bei der Büffeljagd.

  • vor der Jagd - Organisation des Lagers
  • während der Jagd - an unterschiedlichen Orten verteilt auf die erfolgreiche Jagd wartend
  • nach der Jagd - Verarbeitung des Büffels in den Bereichen Fleisch, Knochen und Fell

Die Kinder hatten keine besondere eigene Aufgabe sondern halfen den Frauen entsprechend ihrer bereits vorhandenen Kenntnisse und Möglichkeiten

Häuptlinge

Für die unterschiedlichen Bereiche hatten die Indianerstämme ihre jeweiligen Häuptlinge. Dies ist mit unserer heutigen Politik sehr vergleichbar. Der jeweilige Häuptling war hierbei sozusagen der Minister für den entspechenden Bereich. "Den Häuptling" so wie wir es gerne bezeichnen gab es nicht.

Für die Büffeljagd war der Jagdhäuptling verantwortlich. Seine Aufgabe bestand in der Planung der Jagd. Diese Aufgabe konnte er durch seine großen Kenntnisse in unterschiedlichen Jagdtechniken und vor allem seinen großen strategischen Kenntnisse durchführen.

Medizinmänner

Die Aufgabe der einzelnen Medizinmänner bei der Büffeljagd bestand darin die Verbindung zu den Geistern der Büffel herzustellen. Durch Gebete, Opfergaben und dem einem entsprechend ausgeführten Büffeltanz sollten für einen entsprechend guten Jagderfolg die Büffelgeister besänftigt und gnädig gestimmt werden.

Krieger

Die im Kampf erfahrenen Männer des Stammes waren die Krieger. Es gab allerdings dabei nicht den Krieger selbst. "Krieger" warene eine große Gruppe von Männern mit unterschiedlichen Pflichten aber auch vor allem Rechten und Privilegien innerhalb der Gemeinschaft.

Bei der Büffeljagd entschieden die besten und angesehensten Krieger im Ältestenrat unmittelbar über die bevorstehende Jagd mit. Gleichzeitig waren sie es auch, die am Ende der Planungen den Jagdzug auf die ausgewählte Büffelherde anführen durften.

Ältestenrat

Im Ältestenrat trafen sich die einzelnen Häuptlinge des Stammes zusammen mit den Medizinmännern und den anderen angesehenen Weisen Männern. Dort wurden alle wichtigen Entscheidungen für die Jagd, aber auch generell sowie Regeln und Urteile bei Regelüberschreitungen oder Anliegen innerhalb des Stammes getroffen und beschlossen.

Ausrufer

Die Ausrufer waren für die Mitteilung der Entscheidungen des Ältestenrates verantwortlich. Sie mussten die wesentlichen Beschlüsse und Aufträge für die jeweilige Jagd an die anderen Gruppen weitergeben. Außerhalb der Büffeljagd waren sie das was heute bei uns Zeitung, Radio, Fernsehen und Internet darstellt. Sie ware die Sammler und Veründer von Nachrichten innerhalb des eigenen Dorfes aber auch aus anderen benachbarten Dörfern.

Kundschafter

Die Aufgabe der Kundschafter ist schon im Namen zu erkennen. Diese Indianer wurden ausgeschickt etwas auszukundschaften. Kundschafter waren die jüngsten Männer (Jugendlichen) des Stammes, die noch keine Erfahrung, kriegerische Anerkennung und wenig Ansehen besaßen.

Bei der Büffeljagd hatten sie mehrere Aufgaben:

  • einen oder mehrere gute Lagerplätze für die Büffeljagd zu finden
  • eine bzw. mehrere Büffelherden zu finden und später den Weg zu ihnen zu zeigen
  • je nach bevorzugter Jagdtechnik des Stammes galt es für die Kundschafter teilweise auch einen oder mehrere Jagdorte oder gute Angriffsplätze zu finden.

Das Auskundschaften der Umgebung, insbesondere die Entdeckung und Beobachtung von feindlichen Stämmen oder Dörfern galt ebenfalls als ihre Aufgabe.

Jäger

Die Büffeljagd selbst wurde von der großen Gruppe der Jäger durchgeführt. In dieser waren alle erwachsenen Männer des Stammes versammelt. Zu den Erwachsenen zählten für die Indianer dabei auch schon die älteren Jungen und Jugendlichen, die ihre "Erwachsenenprüfung" abgelegt hatten.

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