Warum brennt die Schnur denn nicht endlich durch?

Kleines Spiel mit großer Wirkung

Eigentlich ein Spiel mit sehr einfachen Regeln: Mit höchstens drei Streichhölzern ein Feuer anzünden, dieses füttern und eine über der Feuerstelle gespannte Schnur durchbrennen. Wenn dazu jetzt noch etwas Wind und Ehrgeiz hinzukommen, kann alles passieren und am Ende war jemand richtig "aus der Puste".

brennende Schnur - Foto: NAJU BW / M. Bormuth

Nach unendlich langen 25 Minuten (Angabe aus Bilddaten) fing die Schnur endlich Feuer. Nicht nur Weißes Pferd war erleichtert. Das Pferd war so aus der Puste, dass es erst einmal in den Stall musste. - Foto: NAJU BW / M. Bormuth

Es ist Jormas' Traditionsspiel bei der Lagerolympiade. Mit wenigen Ausnahmen bekommen seit Jahren die Gruppen der Olympiade die Aufgabe mit höchstens drei Streichhölzern ein Feuer zu entzünden. In den ersten Jahren wurde noch Zucker karamellisiert, inzwischen ist eine zwischen zwei Pflöcken gespannte Schnur durchzubrennen. Und jedes Jahr verlieren direkt am Anfang mindestens ein oder zwei Gruppen direkt, da sie ihre Streichhölzer förmlich durch ihre Schnelligkeit und Flüchtigkeit verbraten. Die langsameren Gruppen kommen eher ans Ziel.

So auch in diesem Jahr. Einzig die Gruppe "weiß" schaffte es mit ihrem dritten Streichholz das Feuer endgültig zum brennen zu bekommen. Weißes Pferd versuchte jetzt mit Pusten und Nachfüttern von Reisig die Flammen an die Schnur zu bekommen. Einzig der Wind hatte erst einmal etwas dagegen.

Er wirbelte die Flammen nämlich zunächst einmal so hin und her, das diese an der Schnur entlang tänzelten aber den direkten Kontakt zur Schnur kaum hinbekamen. So war für Weißes Pferd erst einmal kein sprichwörtlicher Blumentopf zu gewinnen. Einige Indianer versuchten sich an Windschutz, was die Situation zwar etwas verbesserte aber nicht vollständig behob.

Immer wieder schrie Weißes Pferd nach Reisig und Nachschub und pustete und pustete und pustete. Sie wollte angesichts des sehr nahen Erfolges einfach nicht aufgeben.

Zwischenzeitlich übergab Weißes Pferd ganz kurz Weidenbaum die Pusteverantwortung und ging selbst auf die Suche nach Reisig. Noch immer hatte der leichte Wind etwas gegen den Erfolg und obwohl die Schnur inzwischen auf fast gesamter Länge angeschwärzt war, sie brannte einfach nicht durch.

Weißes Pferd pustete und prustete und hielt das Feuer am Leben und auf benötigter Höhe. Fast hätte mein meinen können sie sei der Wolf bei den drei kleinen Schweinchen der gegen das Steinhaus anpustet. Und weiter rief sie nach Reisig und pustete und pustete.

Am Ende hatte Tatze auch ein bisschen Mitleid, als er Weißes Pferd, die Weidenbaum wieder pusten lies, so hochhob, dass sie am Reisigbaum großen Nachschub holen konnte. Der war nämlich unten inzwischen völlig abgegrast. Mit zwei großen Reisigästen klappte es dann endlich.

Nach fast einer halben Stunde ständigen Pustens und Pustens und Pustens war Weißes Pferd nicht nur völlig aus der Puste sondern auch endlich die Schnur durchgebrannt.

Weißes Pferd musste im Anschluss erst einmal stark gepflegt werden. Für die nächste Dreiviertelstunde ging fast gar nichts mehr. So lange brauchte sie letztlich um wieder halbwegs zu Kräften zu kommen.

Die Geschichte von Weißes Pferd das Feuer bringt