Was raschelt da nur um uns herum?

Gartenschläfer gefunden

In den vergangenen Jahren hatten wir die Anwesenheit unserer kleinen Mitbewohner auf dem Lagerplatz nur indirekt mitbekommen. Der letzte sollte am Abend immer sinnvollerweise alle süßen Lebensmittel von der Teamersitzung verräumen und auch die allgemeinen Lebensmittel immer gut verpackt sein. Unsere Gartenschläfer sind in ihrer Speisewahl nicht wählerisch und probieren gerne auch mal etwas neues bisher unbekanntes aus, das versehentlich abends einmal stehen gelassen wurde.

Gartenschläfer - Foto: NAJU BW / M. Bormuth

Ganz vorsichtig haben wir in einer Teamersiitzung es geschafft ein Foto von unseren tierischen Gästen zu machen - Foto: NAJU BW / M. Bormuth

Doch irgendwie war in diesem Jahr in der persönlichen Beziehung unserer Mitbewohner zu uns anders geworden. Hatten sie sich an uns gewöhnt? Waren sie nur neugierig? Hatten wir die besonders leckeren Dinge dabei? Wir wissen es nicht. Was wir aber wissen ist, das insbesondere die Teamersitzung an der Küche von ihnen gerne beobachtet wurde. Zu diesen Zeiten sahen wir sie nämlich regelmäßig. Schließlich war es auch für uns soweit. Tatze hatte eines Abends seinen Foto dabei und neben sich gelegt, als Calfuray die Bewegung unserer Mitbewohner bemerkte. Vorsichtig nahm Tatze die Kamera und versuchte mit seinem Zoomobjektiv auf den Holzbalken das Ziel anzuvisieren. Es klappte - allerdings auch nicht gleich im ersten Anlauf. Jetzt hatten wir ein Bild unserer Mitbewohner und konnten endlich auch genau bestimmen, mit wem wir da so auf dem Äckerhof lebten.

Unsere Biologen nahmen die Kamera und schauten sich die Fotos genau an. Nach einiger Zeit und mit Hilfe der Literatur waren sie sich am Ende sicher. Der OxMox-Stamm hatte wieder seinen "Bilch" gefunden.Teilten wir am alten Lagerplatz am Bruderhof noch unsere Wiese bzw. Die Bäume mit den Siebenschläfern, hatten wir jetzt am Äckerhof die Gartenschläfer als Mitbewohner.

Wie schon gesagt war in diesem Jahr scheinbar etwas besonderes in der Beziehung der Gartenschläfer auf unseren Indianerstamm. Im Verlauf der Freizeit meldeten sich irgendwann nämlich auch die Kinder mit Beobachtungen unserer Gäste. Dabei wurden "unsere" Gartenschläfer auch immer etwas mutiger. Für den Mutigsten von allen wurde sein Mut jedoch mit einem der größten Schrecken seines Lebens abgerundet. Er hatte sich nämlich vorsichtig zu unserem Pow Wow angeschlichen und sich beim großen Stein in der Nähe der Außenfeuerstelle niedergelassen. Dort entdeckten ihn zum Abschluss der großen Tauschaktion schließlich auch die ersten Kinder. Immer wieder wurde er mit der Taschenlampe zwischen den Steinen angeleuchtet bis die Kinder irgendwann versuchten es ohne Licht zu probieren. Das half ihm allerdings dann in der Situation auch nicht mehr. Der Lagerhund hatte Witterung aufgenommen und wollte unbedingt mit ihm spielen. Immer mehr zog sich der verängstigte Gartenschläfer zwischen die Steine zurück. Schließlich wurde es Winjan zu bunt und Kali musste das Pow Wow verlassen.

Auch die Kinder konzentrierten sich jetzt wieder auf das Lagerfeuer und die dort entstehenden leckeren Abschlusssüßigkeiten. Neben dem fast schon als traditionell zu bezeichneten Popcorn gab es in diesem Jahr aufgrund der großen Menge an noch vorhandenen Äpfel zusätzlich auch Bratapfel. Für unseren mutigen Gartenschläfer bedeutete dies endlich Ruhe und auch seine Aufregung und Angst konnte sich endlich verabschieden.

Verabschiedet hat sich irgendwann im weiteren Verlauf der Nacht schließlich auch der Gartenschläfer selbst zwischen den Steinen. Am nächsten Morgen war er nämlich wieder ausgezogen. Die regelmäßig am und auf dem Stein frühstückenden Indianer hatten extra noch einmal nachgeschaut.

Geschichten mit der Nachbarschaft