Rastatt oh Raststatt

Und plötzlich ging dann gar nix mehr

Es war der Bahnkollaps des Jahres 2017 als der Tunnel zwischen Baden Baden und Rastatt nicht mehr so ganz stabil wahr. Für die Bahn hieß es Vollsperrung. Für uns hieß es spontanes umplanen und umdisponieren. Wir wollten am Tag nach Rastatt nach Hause fahren.

Bauzug in Schiltach - Foto: NAJU BW / M. Bormuth

Da auf der Rheinstrecke gar nichts mehr ging, kam uns dieser Bauzug schließlich auf der Umleitung in Schiltach entgegen - Foto: NAJU BW / M. Bormuth

Das die Deutsche Bahn bei Gruppenreisen zwar gerne eine Telefonnummer der Ansprechpartner hätte, aber dort bei wichtigen Änderungen nicht anrufen kann ist für uns nichts neues. Glücklicherweise haben wir aber mitdenkende Eltern.

Über viele Jahre begleiten wir nicht nur einzelne Kinder auf unserer Freizeit. Auch einzelne Familien sind uns über Jahre hinweg immer wieder treu und über ihrere unterschiedlichen Kinder eigentlich auch schon fast ein Mitglied unseres Stammes.

Und so ergab es sich, dass in der "Außenstelle Karlsruhe" in der Nacht vom Pow Wow-Samstag auf den Abreisesonntag jemand mitgedacht hatte. Calfuray erhielt eine elektronische Rauchwolke aus Karlsruhe, ob wir denn von dem Rheintalchaos schon wüssten. - Nein wussten wir noch nicht ... weil wie gesagt: Bahn.

Also Sonntag Morgen um sieben Uhr morgens kleines - aber lösbares - Chaos.
Während die restlichen Teamer mit den Vorbereitungen für das Frühstück und den genauen Verlauf des Vormittags berieten, griff Tatze sich erstmal sein Telefon.

Mobiles Internet - und folglich auch die Ausbunft bei der Bahn - wird bei "E" völlig überbewertet und ist beim Versuch zwei Zielbahnhöfe mit diversen Möglichkeiten zu erreichen eigentlich direkt zu vergessen. Aber es gibt ja auch noch andere Möglichkeiten.

Als erstes mal die NAJU aus dem Bett geschmissen und über die veränderte Lage informiert. Wir hätten da ein Problem mit unserer Zugverbindung, bekommen das aber irgendwie geregelt die Kinder sowohl in Karlsruhe als auch in Stuttgat abzuliefern. Zugfahrzeiten und Züge werden aber nicht passen. Wir informieren wenn wir was genaueres wissen.

Als zweites mal die Bahn angerufen. Tatze ist ja Vielfahrer und weiß wo er am sinnvollsten in der Situation anrufen kann. Mit Zettel und Stift ausgerüstet versuchte er jetzt also mit der netten Dame von der Bahn-Hotline eine Lösung für unser Problem zu finden. Und wenn dann die Mitarbeiterin am anderen Ende der Leitung gleichzeitig auch noch Ortskenntnis hat, löst es sich gleich nochmal so schnell. Nur die Lösungsmöglichkeiten waren halt stark eingeschränkt. - Es gab eigentlich fast nur eine Möglichkeit für jede Richtung. Freudenstadt!

Wir waren ja ausgerüstet mit den unterschiedlichsten Notfallplänen für die Rückfahrt. Aber nach dem Telefonat durften wir dann auf den spontanen Plan E zurückgreifen.

  1. Wir fahren in Schiltach eine halbe Stunde früher ab / Für Notfälle muss der Platz den Abholer Schiltach stellen
  2. Die Gruppe macht in Schiltach schon absolute Gruppentrennung, da wir zu beiden Zielbahnhöfen kaum Umsteigezeit haben
  3. Gruppe Stuttgart muss halt doch durch die eigentlich zu umfahrende Baustelle fahren
  4. Ankunftszeiten in Stuttgart verschiebt sich nach vorne - Karlsruhe bleibt fast gleich ... aber Gleise ändern sich

Somit wieder NAJU angerufen und die geänderten Planungen mitgeteilt. Gleichzeitig auch noch mitgeteilt, welcher Teamer (und somit auch welches Telefon) sich jetzt auf welchem Aufgabenbereich (Abbau / Schiltach / Karlsruhe / Stuttgart) befindet und in entsprechenden Situationen kontaktiert werden sollte.

Jetzt konnte der Morgen mit Geburtstagsritual und Frühstück endlich starten.

Abenteuergeschichten im deutschen Bahnverkehr