Capture the Flag wird zu Schach

Wenn Spieler sich gegenseitig neutralisieren

Auch bedingt durch die Zusammensetzung der Kinder in diesem Jahr, verwunderte der Wunsch nach weiteren Runden des von den Teamern nur bedingt gemochten Spiels "Capture the Flag" überhaupt nicht. Das es im Verlauf der Spielrunden große Ähnlichkeiten mit Schach haben sollte war allerdings unerwartet.

Capture the Flag als Schachspiel - Foto: NAJU BW / M. Bormuth

Die 2018 gespielten Runden von "Capture the Flag" erinnerten über weite Strecken an ein sehr interessantes Schachspiel - Foto: NAJU BW / M. Bormuth

Die Gruppe auf der Freizeit 2018 war im Schnitt ziemlich alt und OxMox-erfahren. Auch bedingt durch diese vielen Wiederholerkinder, gab es in diesem Jahr einige Aktionen und Spiele die unbedingt gespielt werden sollten. "Capture the Flag" war eines dieser Dinge. Jetzt war es allerdings auch so, das die in diesem Jahr auf der Freizeit vorhandenen Teamer das Spiel auf der einen Seite nicht unbedingt mochten, auf der anderen Seite allerdings auch nicht unbedingt alle Regeln und Einzelheiten kannten. Für die Spielleitung mögliche Gäste waren auch keine in Sicht, so das es am Ende schließlich doch mit Mais-Mutter und Schöner Dachs zwei Freiwillige gab, die sich an der Durchführung der Aktion versuchen wollten.

So trafen sich die Beiden am Ende der Mittagspause schließlich mit den Kindern um mit ihnen in die Besprechung des Spiels zu gehen. Aber auch die anderen Teamer waren nicht untätig. Nach langer heißer Sonnenzeit, waren an diesem Tag erstmals größere Wolkenfelder aufgetaucht. Daher gab es für die meisten Erwachsenen das Spiel "Wir machen das Lager wetterfest". Nur die beiden Spielleiterinnen und Tatze beteiligten sich nicht daran. Tatze pendelte zwischen "Onkel-Toms-Hütte" und dem Versammlungszelt hin und her und bereitete seine eigene kleine Aktion vor - das Regenprogramm.

Schneller als gedacht und sogar noch während der allgemeinen Besprechung der Regeln für Capture the Flag musste Tatze auch ran. Der Regen war nämlich endlich angekommen. Für den Moment doof, insgesamt aber von allen eigentlich auch herbeigesehnt. Daher wurde die Besprechung auf der Wiese sofort abgebrochen und ins Versammlungszelt verlegt. So lange würde der Regen jetzt ja schließlich auch nicht dauern. Nach einem Lied und einem etwas schwereren Rätsel wurden im großen Stammeszelt schließlich die Regeln besprochen und als schließlich der Regen sich verzogen hatte sich wieder auf der Wiese getroffen. Es mussten noch die einzelnen Spielgruppen eingeteilt werden.

Jetzt hatten Mais-Mutter und der Schöne Dachs endgültig ihren großen Auftritt und die meisten Teamer gingen in eine etwas ausgedehnte nachmittägliche Mittagspause. Keezheekoni bot für einige nicht mitspielende Kinder noch ein kleines Bastelangebot an. Auch Tatze gesellte sich zu der kleinen Gruppe unter dem Workshopzelt. Von dort aus konnte er nämlich bequem auf dem Sitzsatz liegend noch das ein oder andere Foto machen und vor allem die beiden Gruppen beobachten.

Im Gegensatz zum vergangenen Jahr sollte das "Capture the Flag" sich in diesem Jahr sogar als richtiger Krimi entwickeln. Es stellte sich nämlich schnell heraus, dass beide Gruppen nicht nur stärkenmäßig sehr ausgeglichen sondern auch beide taktisch gleichwertig waren. Dies führte dazu, das Tatze schon recht schnell in der ersten Runde feststellte eigentlich ein kleines Schachspiel zu beobachten. Beide Gruppen lauerten auf den ersten Fehler der Anderen.

Der Moment der Entscheidung - Foto: NAJU BW / M. Bormuth Der Moment der Entscheidung der ersten Runde. Win winyanka wird geschnappt. - Foto: NAJU BW / M. Bormuth

Das Schicksal der Berggruppe entschied sich schließlich zu dem Zeitpunkt als Win wanyanka bei einem Vorstoß auf die gegnerische Seite schließlich von Trokala Lyukcan erwischt wurde und an dieser Stelle durch gutes Deckungsspiel auch nicht mehr befreit werden konnte. Durch ihr fehlen brach schließlich die Verteidigungslinie mehr oder weniger auseinander und der ein oder andere der Talgruppe konnte in Richtung Wald und Flaggenversteck durchbrechen.

Auch die Wiederholungsrunde entwickelte sich ähnlich. Erneut gab es auf der Zeltplatzwiese das große Schachspiel zwischen Trokala Lyukcan und Win wanyanka. Neu war aber auch, das es auf der Hügelwiese zu einer ähnlichen Situation kam. Beide Teams hatten nämlich ihre starken Verteidiger neu sortiert und so hob man sich jetzt auch dort oben fast vollständig auf.

Irgendwie hatte es die Berggruppe am Ende aber doch geschafft sich durch die gegnerischen Linien hindurch zu schleichen. Nach einiger Zeit war die Flagge des Talteams gefunden. Allerdings gab es beim Transport in die eigene Hälfte schließlich zu einem kleinen Problem. Die Flagge wurde nämlich fallen gelassen. Das Ergebnis war noch mehr Schach, da sich jetzt alle Teams auf der Bergwiese gegenüberstanden und sich kaum trauten noch irgendwie zu bewegen.

Mais-Mutter und der Schöne Dachs brachen nach einigen Minuten Stillstand schließlich die Spielrunde ab und es begann eine große Diskussionsrunde auf der Hügelwiese. Das Ergebnis bei den Kindern war eindeutig: "Die Schiedsrichterinnen sind parteisch" - und das jeweils für das gegnerische Team.

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