Großer Redebedarf am Abend

Die jährliche Wachendiskussion

In der abendlichen Versammlung nach Yootinas kleinem Besuch in der Nacht zuvor, erlebten wir in diesem Jahr wieder eine der immer wieder vorkommenden Wachendiskussionen. Brauchen wir eine Lagerwache? Nach mehr oder weniger langer Zeit, erreichen wir dann in der Regel den Punkt was eine solche Wache eigentlich macht.

Spätestens an diesem Punkt kommt dann auch die Frage auf, ob so eine Wache auch zu zweit funktioniert. Die Antwort darauf führt regelmäßig dann zu großen Rückziehern bei dem ein oder anderen bislang eifrig mitdiskutierenden Kind. Alleine irgendwo an der Lagergrenze sitzen ist dann jetzt doch nicht unbedingt die Freude aller an der Diskussion teilnehmenden.

Aufgrund der Abwesenheit unseres eigentlichen Kriegshäuptlings Wapiti an diesem Abend (er konnte 2018 leider wieder einmal nur zu Besuch auf die Freizeit kommen) übernahmen die ebenfalls im Schleichen und Wachen erfahrenen Poloma und Jormas die Runde. Immer wieder lief der Redestab durch den Kreis und brachte neue Anmerkungen und Fragen in das große Stammespalaver ein.

Recht schnell stand an diesem Abend allerdings auch fest, das es auf jeden Fall noch ein Spätprogramm geben würde. Das Lager sollte ja nach Meinung der Kinder in dieser Nacht unbedingt bewacht werden. Während der Stamm schließlich noch fleißig am Lagerfeuer diskutierte, begann Tatze schon einmal aufgrund der aufziehenden Feuchtigkeit die Trommeln und sonstigen Unterlagen aufzuräumen. Verpasst hatte er am Ende sowieso nicht zu viel. Als er nämlich nach dem Aufräumen wieder in den Kreis zurückkehrte, wurde immer noch fleißig diskutiert. Allerdings war man inzwischen schon bei den Detailfragen angekommen.

Nach dem Abschlusslied teilte sich jetzt der Stamm auf. Einige Kinder gingen ganz normal in ihre Zelte. Der Großteil der Kinder richtete sich im heute für alle geöffneten Hotel Wiese ein. Schließlich trafen sich bei Poloma und Jormas noch die am Wache halten interessierten Indianer.

Der weitere Verlauf des Abends verlief schließlich aus Wachensicht eigentlich wie immer und wie auch zu erwarten. Noch während Poloma und Jormas die Kinder für ihre Testrunde "Wache schieben" auf ihren jeweilig abgesprochenen Lagerseiten verteilten, kehrte der erste Indianer schon wieder zurück und wollte doch lieber ins Bett. Er war allerdings damit auch nicht alleine und so zählten nach ihrer Rückkehr die beiden Teamer fast schon im Minutentakt die jeweiligen zurückkommenden Wachen. Kurioserweise kamen die Kinder aus beiden Gruppen schön gleichmäßig wieder von der Lagergrenze zur Küche zurück. So leerte sich der Wald immer mehr und im Hotel Wiese füllten sich mehr und mehr die Schlafsäcke der zurückkehrenden Kinder.

Auch aufgrund der zunehmenden Flugameisen vertagten sich die Teamer ebenfalls in ihre Schlafsäcke ud wollten sich am Morgen dann ausführlicher besprechen. Am Ende der einen Stunde Wachentest mussten sowohl Poloma als auch Jormas dann doch noch die Küche in Richtung Lagergrenze verlassen. Aus beiden Gruppen war nämlich jeweils ein Kind noch nicht wieder zum Lager zurückgekommen und war auch noch auf seinem Posten. Schließlich kehrten auch die erfolgreicheren Wachen zum Lager zurück und gingen in ihre Schlafsäcke.

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