Kaufhaus Tatze

Ein neuer Begriff in OxMox-Deutsch

In den vielen Jahren unserer Freizeit haben sich einige Begriffe und Worte fest in unserem Sprachschatz verankert. So heißt eine plötzlich auftretende matschige Stelle seit Jahren schon "Bermuda-Dreieck". Ein "Motorisiertes Beil" haben wir schon lange nicht mehr dabei. Onkel Tom und seine Hütte haben wir mit unserem Umzug an den Äckerhof bekommen. Sie dient uns inzwischen als Materiallager.

Riesenfundkiste - Foto: NAJU BW / M. Bormuth

Eine Fundkiste steht auf der Wiese - Gleich öffnet wahrscheinlich wieder "Kaufhaus Tatze" - Foto: NAJU BW / M. Bormuth

2018 hat sich über die Kinder ein weiterer Begriff in unserem OxMox-Deutsch langsam aber kontinuierlich verankert. Im letzten Jahr hatte Tatze zum ersten Mal die Fundkiste als "Kaufhaus Tatze" bezeichnet. Als er in diesem Jahr wieder mehrfach die Fundkiste verteilen durfte, begannen auch mehr und mehr die Kinder die Fundkiste als "Kaufhaus Tatze" zu bezeichnen. Im Gegensatz zu einem normalen Kaufhaus, wollte in Tatzes Kaufhaus allerdings keiner so richtig gern Kunde werden.

An einigen Tagen gab es allerdings auch Sonderangebote im Kaufhaus. Bei diesen Fundkistenverteilungen wurden die Artikel direkt von Anfang an schon verschenkt und mussten nicht gegen Feuerholz ertauscht werden. Aufgrund der großen Hitzewelle des Jahres und dem daraus sich entwickeltem geringen Feuerholzbedarfs, gab es auf der einen Seite durchaus auch schon die ein oder andere Idee was man noch auf die Preisliste schreiben könnte. Auf der anderen Seite kam dann wieder oft die Nachsicht oder auch im späteren Freizeitenverlauf das Wetter dazwischen. - Wenn sich plötzlich am Ende der Mittagspause alle Kinder aufgrund eines heranziehenden Wolkenbruches im Versammlungszelt treffen sollten, kann natürlich auf die Schnelle auch kein Kind noch aufräumen. Und so gab es bei der Fundkistenverteilung an diesem Abend im Kaufhaus Tatze wieder Sonderangebote.

Was sich allerdings trotz neuer Begrifflichkeit und einen durch die Kinder mehr und mehr entwickelten Einbau in die Freizeit trotzdem nicht änderte: ein großflächiges Aufräumen nach den Essen, den Bastelaktivitäten, der Mittagspause und anderer Aktionen von allen Kindern - aber auch vereinzelt von den Erwachsenen - fand weiterhin nicht statt. Wer schlau war, verband gerne mal den Weg zur Küche und zum Klo damit im Küchenlager einmal in die Fundkiste zu schauen. Manchmal fand man darin auch das ein oder andere das man liegen gelassen hatte.

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