Überall ist Sturm?

Lieber Wetterdienst - warum nicht bei uns?

Ein Sturmtief zieht über Europa - sagt zumindest der Wetterdienst. Doch irgendwie kam das nicht so ganz bei uns an. Seitens der NAJU hatten wir unserem “Bei uns ist alles in Ordnung”-Anruf den Sachstand bei unseren Kollegen aus dem Donautal mitbekommen. Das klang jetzt auf den ersten Blick nicht gerade gut, war aber noch handelbar. In Frankreich ging ein Zeltlager, mit entsprechender Medienberichterstattung, komplett unter. Und bei uns auf dem Äckerhof?

Es windete den ganze Tag schon immer wieder ein wenig und immer etwas stärker. War ganz angenehm am Vormittag bei den Workshops. Nach dem Mittagessen gingen wir in die Mittagspause und beobachteten dabei das Wetter immer noch etwas weiter. Es zogen verstärkt Wolken am Himmel auf. Irgendwann beschloss Tatze aufgrund der Aussichten zumindest mal sein Material für das Regennotprogramm im Versammlungszelt zu richten und holte das ein oder andere Buch aus Onkel Toms Hütte und seine Regenjacke.

Auf den Wegen ins Versammlungszelt traf er einzelne Teamer, die er direkt auch schon über die Fertigstellung des Notprogrammes informieren konnte. Doch Tatze hatte kaum das letzte Stück schon ins Versammlungszelt gebracht, als er seie Regenjacke auch schon anzog und direkt in Richtung Versammlungszelt abbog. Auf dem Weg klärte er gerade noch schnell mit Malila, das sie die Kinder noch schickt. Es hatte nämlich inzwischen angefangen zu regnen. Und es wurde immer stärker.

Kurz darauf zählte Tatze im Zelt durch. Er kam zwar nur auf 31 Kinder, aber das war auch in Ordnung. Die fehlenden vier Kinder fehlten entschuldigt und jeder hoffte, dass diese nicht noch auftauchen würden. Die Jungs um Waschbär waren nämlich in der Mittagspause zum Duschen am Bauernhof aufgebrochen. Und keiner hoffte, dass sie jetzt auf dem Rückweg noch einmal zusätzlich duschen würden.

Wir hatten also aus dem Sturmtief unseren Regenschauer bekommen. Doch schon nach einem Lied (Kuate) hörten wir es angsam aufhören. Doch noch war das Wetter nicht so, dass es auf dem Lagerplatz mit Programm weitergehen hätte gehen können. Also nahm Tatze sich eines seiner Bücher und las noch eine Geschichte vor. Und kaum hatte er angefangen und war noch auf den ersten Seiten, hörten wir keinen Regen mehr auf der Zeltplane auftropfen.

Tatze brach jetzt das Lesen aber nicht ab, sondern las die Geschichte vom Flötenbauer noch zu Ende. Als er schließlich beim vorlesen auf den letzten Seiten angekommen war, kam noch einmal etwas Wind auf. Eine große Windböe blies noch einmal kurz um das Versammungszelt und wackelte noch einmal kurz an Zeltplane und Zeltstangen, dann war es wieder still.

Das war schließlich alles, was wir bei uns auf dem Lagerplatz am Äckerhof vom großen Sturmtief über Europa erleben mussten. Gute fünf Minuten Platzregen und eine Windböe. Schaden bei uns auf dem Platz hatten wir bis auf das Tuareg-Zelt (die Schnüre mussten wieder etwas nachgezogen und befestigt werden) und Calfurays Zelt (eine Zeltstange war gebrochen und musste geflickt werden) keinen.

Trotzdem riefen wir am nächsten Tag lieber einmal bei der NAJU an und gaben Wasserstandsmeldung. Die Erfahrung zeigte halt, das einige Eltern doch einmal auf der Notnummer nach dem Zustand auf dem Zeltplatz ihrer Kinder nachfragen würden.

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