Wo ist das Telefon? - Kapitel 2018

"Bringst du uns noch das Telefon?"

Abreisetag am Äckerhof - Die Kinder fahren mit den Zugteamern nach Hause und die Abbauer beginnen ihre Arbeit. Auch dieses Mal packten sie alles ein - dachte der Abbau zumindest ... doch ein kleines Detail wurde in Stuttgart am Ende eifrig vermisst.

Am Montag nach der Freizeit fuhr Tatze wie immer zum Abrechnen. Alles wie immer. Belege und Abrechnung in der Geschäftsstelle lassen. Geld und etwas Gepäck mitnehmen. In diesem Jahr musste er allerdings noch ein zweites Mal in die Geschäftsstelle. Er hatte am Ende Übergepäck und musste noch den großen Materialkoffer in Stuttgart abholen.

Mit dem Zug in der Geschäftsstelle angekommen brauchte er noch das ein oder andere und wollte auch schon einmal das Interview mit den Politikern auf den NAJU-Server spielen. Nur mit einer Frage der Geschäftsstelle rechnete er eigentlich überhaupt nicht.
“Du bringst uns das Telefon noch mit, oder?”

Das NAJU-Telefon kommt bei uns Indianern immer mit dem Gepäckbus zurück. Zusätzlich nutzen wir es sowieso kaum und telefonieren - auch in der internen Abstimmung und allgemeinen Kommunikation auf dem Lagerplatz inzwischen schon seit Ewigkeiten mit unseren eigenen Telefonen. Im Zeitalter von Flatrates und sonstiger Kommunikationsmittel ist das ja auch nicht mehr die Kostenfrage. Außerdem kann man so im Notfall auch mehrere Gespräche gleichzeitig führen und muss nicht waren. Kurzum: Seitdem Jormas vor einigen Jahren ein deutsches Handy bekommen hatte, war das NAJU-Handy eigentlich mehr verwaist als in Benutzung.

In der Geschäftsstelle begann zu diesem Zeitpunkt die große Umfrage. Es war Donnerstag und ab Dienstag war es auf einer anderen Freizeit schon komplett verplant. Tatze fragte bei den Indianern herum.
Erste Antwort von Poloma: “Vielleicht beim Navi?” - Nein, da war es nicht.
Nächster Versuch von Poloma: “Vielleicht im Teamerordner?” - Nein, da war es auch nicht.
Malila startete auch einen Versuch: “Vielleicht in der Kiste mit dem Küchensachen?” - Nein, da war es auch nicht.

Jetzt kam die Geschäftsstelle selbst einmal auf eine Idee: “Wir rufen es einfach mal an und schauen, ob es irgendwo klingelt.”
Hörer genommen und Nummer gewählt. Akku hatte das Telefon noch, da es klingelte. Also einer am Telefon und immer wieder mal neu angewählt, bevor die Mailbox das Gespräch annimmt. Einer ging auf den Dachboden und lauschte dort, hörte aber nichts. Im Sammelraum im Erdgeschoss war auch nichts zu hören. Auch Tatze, der sich an der Lauschaktion beteiligte, hörte im Keller zwar alles mögliche von der Technik - aber kein Handyklingeln.

Inzwischen war allerdings auch die Überspielung des Interviews auf den Server abgeschlossen, so dass Tatze es an der Zeit fand nach Hause zu fahren. Also noch kurz die Anderen informiert, weitere Tipps jetzt bitte direkt in der Geschäftsstelle abzugeben und ab zum Bahnhof gegangen. Der Zug nach Darmstadt fährt sonst noch ohne ihn.

In der NAJU-Geschäftsstelle überlegte man scheinbar auch noch einige Zeit lang und kam am Ende wohl auf die Idee mal am Lagerplatz anzurufen. Einen Tag später kam nämlich die Mitteilung per E-Mail: “Das Handy ist leider noch auf dem Äckerhof :( - Aber wenigstes ist es wieder da.”

Und dank der Deutschen Post konnte die Korsika-Freizeit der NAJU schließlich auch mit einem NAJU-Telefon aufbrechen. Es kam wohl noch rechtzeitig an. Zumindest haben wir nichts mehr gegenteiliges gehört.

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