Wie soll man so eine Freizeit planen?

Wenn Bauarbeiten immer erst kurz vorher gesagt werden ...

Die Reiseplanungen der OxMox-Indianer hatten schon immer eine kleine Schwierigkeit. Diese Schwierigkeit heißt „DB“ und war in der Freizeitgeschichte schon mehrfach unberechenbar. Denn – oft genug in der Vergangenheit – planen wir unsere Fahrzeiten mit im Fahrplan fahrenden Zügen, die dann kurz vor der Freizeit wegen langfristig geplanten Bauarbeiten (Schienenwechsel, Weichenwechsel) dann doch nicht fahren. - So schlimm wie in diesem Jahr war es aber noch nie!

Bushaltestelle SEV - Foto: NAJU BW / M. Bormuth

Schienenersatzverkehr wegen Bauarbeiten - eine Kombination auf die wir 2019 irgendwann allergisch reagierten - Foto: NAJU BW / M. Bormuth

Auch in diesem Jahr gab es wieder einmal eine nette Episode in Deutschlands größtem Volksspiel: Wegen Bahnsteigneubauten in den Sommerferien wurden die noch im Dezember, im Februar und im Mai im Fahrplan stehenden Zugverbindungen im Juni schließlich wegen Streckensperrung gestrichen. Weder sind die Züge auf dem fahrenden Teilstück, der zweite Zugteil nach Rottweil geschweige denn SEV-Fahrzeiten abzufragen.

Selbst die Bahn kann dazu nichts sagen. "Das kann noch drei bis sechs Wochen dauern bis die Fahrzeiten abfragbar sind", so die Auskunft an der Telefonleitung. - Für die Planung unserer Zugfahrten ist das mehr als nur ein großer Stein. Vor allem deshalb, da wir in diesem Jahr aufgrund gemachter Erfahrungen im Vorjahr in diesem Jahr wieder auf die normale Strecke wechseln wollten.

Deutsche Bahn (im Baustellenheft zu den Bauarbeiten auf der Stuttgarter Strecke: "Die Fahrzeiten werden täglich an die Baustellenbedingungen angepasst. Bitte überprüfen Sie ihre Reisemöglichkeit."

Daher durfte der Anreisebeauftragte Tatze sich kurzfristig mit Brennendes Feuer, der Leiterin des Stuttgarter Zuges, kurzschließen und Möglichkeiten durchsprechen. Irgendwie müssen wir ja ankommen. Und für den nur mit einem Teamer geplanten Teilzug nach Karlsruhe muss es schließlich auch noch fahrbar sein.

Während die Hinfahrt relativ schnell geklärt war – Originalzug geht wegen anderer Bauarbeiten selbst mit SEV nicht – galt dies nicht für die Rückfahrt.  Aber schließlich war auch hier eine Lösung gefunden und dem Treffen in Freudenstadt für beide Zuggruppen stand nichts im Wege. - Aber leider nicht für lange.

Denn kaum war das Stuttgarter Problem gelöst und der Geschäftsstelle in Stuttgart zur weiteren Bearbeitung (Gruppenanmeldung und Fahrkartenkäufe) übergeben, ging das ganze Spiel wieder von vorne los. Tatze begann nämlich ebenfalls den Karlsruher Zug genauer durchzuplanen und das ging aufgrund einer Fahrt mit der AVG-S-Bahn mit einer Gruppenanmeldung los.

Nachdem von der landesweiten Reservierungszentrale nur die Mitteilung kam - "diese Gruppengröße muss nicht reserviert werden" - versuchte Tatze sein Glück bei der AVG. Doch noch während der Suche nach dem richtigen Ansprechpartner für sein Anliegen, fand er etwas völlig anderes. "Bäh – wir fahren auch nicht wie es im Fahrplan steht … wir bauen an den Schienen", sagte da die AVG groß auf ihrer Webseite. Immerhin schaffte man es gefühlt zwei Wochen vor der Baumaßnahme damit mal herauszurücken. In die DB-Auskunft hatte man es inzwischen (Zuletzt hatte Tatze beim Stuttgarter Zugdebakel geschaut) auch geschafft und so ging das ganze Spielchen wieder von vorne los. Von wo nach wo fährt eigentlich der Zug und wie lange hat man Übergang vom Zug auf den SEV-Bus. Ist das mit einer Gruppe machbar oder gibt es große Hindernisse. Tatzes Ergebnis lässt sich recht kurz zusammenfassen: Fahrbar ja – wollen definitiv nein!

"Jetzt mach ich auch *bäh* - wir fahren Schwarzwaldbahn!" das Ergebnis des ganzen. Und so einfach Karlsruhe wie in den Vorjahren geplant. Einziges Problem: Durch die fehlende Gruppenzusammenführung in Freudenstadt ist die Fahrstrecke über Offenburg mit der Schwarzwaldbahn schneller – viel schneller. Und so kam es, das Adler der gegen den Wind fliegt kurzerhand von der Ursprungsplanung bereits zum Aufbau anzureisen auf den Anreisetag umgeplant wurde. Lörrach nach Offenburg kann man gut auch morgens fahren und so hatte auch Tatze schließlich seine zweite Person für die ungeplante doch etwas längere Pause in Schiltach.

Das bei den ganzen Umplanungen jetzt der Stuttgarter Zug und dessen Umlegung auf der Rückfahrt auf den direkteren Weg mit dem Bus nach Rottweil (wäre zeitlich mehr als nur schneller gewesen) aus dem Blickfeld geriet, ist letztlich nur eine kleine weitere Episode in unserem diesjährigen Kampf mit dem deutschen Zugsystem.

(Große Tatze - Rauchwolke 2019)

Abenteuergeschichten im deutschen Bahnverkehr

 

Mit der NAJU auf Schleichpfaden
Übersicht Indianerlager Äckerhof - Foto: NAJU BW / L. Praetorius

OxMox-Freizeit

Unsere Freizeit findet in der Nähe von St. Roman im Schwarzwald statt.
Über 9 Tage erleben wir mit unseren 8 bis 12jährigen Teilnehmer*innen vielfältige Erlebnisse rund um das Thema Indianer.

jetzt informieren