Der Wolkenbruch kam unpassend

Da hat man einmal Regen während der ganzen Freizeit und dann das

Der Sommer 2003 war trocken und heiß. Über die vielen Bäume auf unserem damaligen Lagerplatz waren wir froh. Auch Regen sahen wir nur einmal während der Freizeit, leider zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt.

Bis er schließlich vom Sommer 2018 abgelöst wurde, galt der Sommer 2003 als der heißeste Sommer des Jahrhunderts. Aus heutiger Sicht hatten wir in diesem Jahr Glück gehabt. Da die Earthlodge in diesem Jahr nach uns stattfand, hatten wir in diesem Jahr von Binningers die Lagerwiese der Earthlodge oberhalb des Bruderhofes bekommen. Dort spendeten einige Bäume guten Schatten, den wir während unseres Lagers dort gerne nutzten. Regen oder sogar die ein oder andere Wolke waren nämlich am Himmel nicht zu sehen.

Am Nachmittag dieses Tages, brachen die Kinder mit fast allen Teamern in den Wald auf. Dort wollten sie sich auf die Suche nach Tierspuren machen uns vielleicht auch die ein oder andere Fährte lesen. Doch der große Erkundungstrupp kam nicht weit. Es kam ihnen etwas unerwartetes und großes dazwischen.

Kurz vor dem Aufbruch in den Wald zogen an diesem Tag erste Wolken auf. Nach dem Aufbruch der Gruppe zogen sie sich mehr und mehr zu und es wurde langsam dunkler. Die am Platz gebliebenen Teamer versammelten sich im Küchenzelt. Dort wollten sie während des Ausfluges entweder einfach mal nur entspannen und Pause machen oder das ein oder andere noch vorbereiten. Doch egal wer was vorhatte, dazu gekommen ist er am Ende nicht. Denn nach einer knappen Viertelstunde nach dem Aufbruch in den Wald, öffneten sich die Schleusen des Himmels und ein großer Platzregen ergoss sich ins Wutachtal.

Am Platz war das jetzt nicht weiter tragisch. Die Küche war gut überdacht und die noch offenen Rauchklappen der Tipis ließen sich jeweils mit einem kleinen Sprint dazwischen verbunden verschließen. Für die Wanderer im Wald gab es dagegen nur einen großen Ausweg. Umdrehen und durch - einen Unterstand für die Zeit des Regens zu finden war unmöglich und angesichts der bereits abbekommenen Regenmenge weiterzuwandern sowieso utopisch. Also ging es schnellen Schrittes wieder durch den Regen zurück zum Platz.

Dort dachte man auch schon an die Wanderer und überlegte was im Wald jetzt genau pasieren würde. Am Ende tippte man richtig drauf, das die Wanderer gleich wieder am Platz ankommen würden. Eine kleine Menge frischen und warmen Tee bereitete man auch schon vor. Vielleicht wollte sich ja jemand der vom Regenwasser durchnässten mit Tee wieder etwas aufwärmen. Bereits nach kurzer Zeit hatte der Regen übrigens wieder aufgehört und auch die Wolken waren weitergezogen. Die Rauchklappen konnten wieder geöffnet werden.

So kamen inzwischen wieder im strahlenden Sonnenschein die völlig durchnässten Wanderer kurze Zeit später auf dem Lagerplatz an. Schon kurz danach bildete sich eine große Schlange vor dem Küchenzelt. Allerdings nicht für die Küche selbst. Jeder wollte an sein Gepäck und sich neue Wäsche holen. Großes Umziehen und Entwässern war angesagt. Nach einer Weile hatte sich schließlich jeder Wanderer trockengelegt. Auch die während der Wanderung durchnässte Wäsche hatte ihren Platz gefunden. Einmal großes Trocknen in der inzwischen wieder gut scheinenden Sonne.

Auf große Spurensuche ging an diesem Nachmittag dann allerdings keiner mehr, was aber der Stimmung auf dem Platz keinen Abbruch tat. Es gab schließlich noch genug andere Dinge zu tun.

Und nach dem Abendessen gab es dann auch mehr und mehr wieder Platz auf den Wäscheleinen oder anderern zum Trocknen genutzten Flächen. Sämtliche während des Wolkenbruchs durchnässten Wäschestücke waren nämlich über den Nachmittag wieder vollständig getrocknet und konnten wieder ins Gepäck verräumt werden.

Mehr Wandergeschichten