Ohne Plan? Ohne Ziel?

Die Geschichte einer Rallye

Während der Freizeit 2003 erlebten die Kinder eine über mehrere Stationen dauernde Rallye rund um unseren Lagerplatz. Doch bis diese soweit war, brauchte es die Hilfe aller vorhandenen Teamer. Warum? Das ist eine längere Geschichte.

Die sich von einer Radfreizeit kennenden Steigender Adler und Große Tatze machten beide eine Ausbildung auf der Erzieherschule. Tatze in Mannheim und Adler in Ludwigshafen. Im Rahmen dieser Ausbildung benötigten beide ein Praktikum. Das waren aber auch schon die Gemeinsamkeiten der beiden unterschiedlichen Schulen. Während Tatze einfach nur anwesend sein musste, galt es für Adler auch noch einen umfangreichen Bericht zu schreiben und auch eine praktische Aktion mit Planung und Reflexion durchzuführen.

Es gab allerdings noch Unterschiede zwischen den beiden:

  • Während Tatze sich, trotz einfacher Anwesenheitspflicht, sich schon von Anfang an in die Planung und Durchführung der Freizeit eingebracht hatte, war Adler erst nach den Planungstreffen dazugestoßen.
  • Während Tatze sich die Freizeit selbst, nach einem Aushang an seiner Erzieherschule, ausgesucht und sich auch in einem Telefonat mit der NAJU organisiert hatte, stieß Adler schließlich über Tatze dazu als sie selbst kein anderes Praktikum fand.

Mit diesen Voraussetzungen ging es schließlich am Ende auf die Reise zum Bruderhof und die Geschichte der durchzuführenden Aktion von Steigender Adler begann. Eine Geschichte, die auch aus heutiger Sicht mit den weiteren Entwicklungen betrachtet, die sich in den weiteren Jahren sich entwickelnden Verlauf der Berufslaufbahn der Beiden bereits zu diesem Zeitpunkt mehr als nur aufgezeigt hat.

Alles begann in einer Teamerbesprechung am Anfang der Freizeit, als die Frage nach der Aktion von Steigender Adler aufkam. Diese Frage blieb zu diesem Zeitpunkt dann doch irgendwie offen, da Adler im Vorfeld der Freizeit ohne genaue Ortskenntnisse nichts geplant hatte, sich aber die Durchführung eines Stationenlaufes durch die Umgebung sehr gut vorstellen könnte. Somit war es also klar: In der zweiten Hälfte der Freizeit sollte schließlich ihre Rallye starten. Doch bis wir schließlich dort ankamen, war noch ein weiter Weg.

Apropos Weg - Adler brauchte auch einen. Genauer gesagt eine Idee wie ihre Rallye schließlich durch die Umgebung geführt werden konnte. Wir brauchten also einen Rundweg vom Lagerplatz wieder zum Lagerplatz zurück. Nach einem Blick auf die Wanderkarte stand dieser schließlich auch im Grunde fest. Vom Bruderhof zur Gauchachmündung und dann weiter über den Kanadiersteg. Von dort aus dann links den Weg aus der Wutachschlucht heraus zum Sägewerk und am Ende am Wanderkiosk vorbei wieder irgendwie zum Lagerplatz zurück. Soweit jetzt also die Theorie. Ob der Weg jetzt auch in der Praxis so funktioniert wie er ausschaut bekommt man nur über eine Begehung und somit eine kleine Wanderung heraus.

Obwohl sie eine Wanderkarte hatte, kaum abbiegen musste und es ihre für die Schule benötigte Aktion war, sah sich Steigender Adler allerdings nicht in der Lage sich den Weg ihrer Rallye alleine auszukundschaften. Daher begleitete nach einer Nachfrage ihrerseits Tatze sie in der nächsten Mittagspause. So lief Tatze den Weg von Adlers Rallye das erste Mal. Eines schon vorweggenommen - er sollte den Weg noch mehrmals laufen.

Jetzt war der Weg bekannt und auch schon erste Ideen für einige Stationen hatten sich bei Steigender Adler schon eingestellt, aber so richtig konkret fertig war die Rallye noch nicht. Tatze und auch die anderen Teamer kümmerten um ihre Aufgaben und Aktionen. So erreichten wir schließlich den Wandertag durch die Wutachschlucht in der Mitte der Freizeit. Danach wollten wir einen Tag noch warten, bevor die Kinder wieder am Nachmittag dann mit dem Stationenlauf wieder einige Zeit wandern mussten. Doch wie ging es eigentlich den Stationen?

Dieser Frage stellten sich auch am Abend die anderen Teamer und fragten in der Teamerbesprechung bei Steigender Adler einmal genauer nach. Diese hatte zwar grobe Ideen, aber so richtig eine durchgeplante Aktion konnte sie noch lange nicht präsentieren. An diesem Abend bildete sich dann schließlich die AG Rallye, der neben Tatze schließlich auch noch Tatonka und Flinker Salamander beitraten. Gemeinsam wollten sie in der nächsten Mittagspause zusammen mit Adler die Rallye dann geradeziehen und zu Ende planen.

Am nächsten Tag war es dann soweit. Gemeinsam mit Steigender Adler sollte die Rallye geplant werden und so wurde sie auch geplant. Schaute man allerdings nach der Planung genauer auf die Planung, war sehr schnell festzustellen: die von der Schule von ihr verlangte Aktion wurde alles in allem kaum von ihr geplant und vorbereitet.

  • Die meisten genauen Ideen für die einzelnen Stationen kamen von den anderen Teamern
  • Die Idee der Wegleitung mit den einfach und schnell zu faltenden Umschlägen kam von Tatze
  • Da hinten und vorne nicht bestelltes Material für die einzelnen Ideen von Adler fehlte, musste mehr als nur einmal umgeplant und improvisiert werden

Aber am Ende war das aus Freizeitensicht erst einmal egal. Wir hatten die von uns inzwichen in der Programplanung festgelegte Rallye zusammen und konnten uns auch wieder um unsere Lagerdienste, -aufgaben und vor allem die Kinder kümmern.

Den nächsten Tag kann man erst einmal schnell erzählen. Am Vormittag gab es ganz normal Workshops. Es folgte Mittagessen und Mittagspause. Aufgrund der Tatsache, dass ein Teil der Rallye im Naturschutzgebiet stattfinden sollte, wollten wir so wenig Umschläge wie möglich in der Wutachschlucht selbst verstecken. Aber irgendwie mussten die Umschläge ja schließlich an die benötigten Orte kommen. Da Steigender Adler auch diese Runde nicht alleine laufen wollte, ging Tatze schließlich an diesem Tag das zweite Mal die Strecke mit ihr ab.

Als beide zurück am Lager ankamen, war es auch schon fast Zeit für die Rallye. Da einige Teamer entlang der Strecke Stationen besetzten solten, mussten wir die Anzahl der Dienstgruppen für die Rallye reduzieren. Steigender Adler bekam keine Gruppe, da sie noch Fotos machen wollte. Diesmal konnte sie übrigens alleine laufen. Für Große Tatze galt es die dritte Runde des Stationenlaufes schließlich mit einer Gruppe von Kindern zu laufen.

Hier könnte die Geschichte der Rallye jetzt zu Ende sein. Könnte, gäbe es da nicht noch die Nachbereitung von Steigender Adler nach der Freizeit. Während Tatze direkt nach der Wutachschlucht für zwei Wochen selbst als Teilnehmer einer Kanufreizeit nach Schweden aufbrach, versuchte sich Adler an ihrem Bericht. Gut die Hälfte davon sollte schließlich nach Tatzes Rückkehr aus Schweden noch fehlen, so dass Tatze beim anschließenden abgesprochenen Korrekturlesen des Berichtes auch noch das ein oder andere ergänzte.

Während des Lesens musste Tatze bei einigen Punkten innerlich schmunzeln und sich beim korrigieren zurückhalten. Viele der Dinge, die sich Steigender Adler in ihrem Bericht selbst ausgedacht oder organisiert hatte - da dieses zwingend Teil ihrer Aktion war - auf der Freizeit selbst von ihm oder den anderen Teamern durchgeführt wurde.

Abschließend noch eine kleine Anmerkung:
Große Tatze schloss die Ausbildung als Erzieher mit dem Anerkennungsjahr im Jahr 2006 erfolgreich ab und arbeitet heute als Erzieher im Kindergarten und ist immer noch ein Teil des OxMox-Teams. Steigender Adler versuchte sich am Ende zweimal am Anerkennungsjahr, scheiterte am Ende jedoch in der Ausbildung und arbeitet heute in einem völlig anderen Bereich und war auf der OxMox nie mehr gesehen.

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