Die Heimfahrt ...

... oder aber auch "Wenn man als Teamer..."

  • Wenn man als Teamer am Ende einer Freizeit noch während der Heimfahrt von Mitreisenden mit Kopfschütteln bedacht wird …
  • Wenn man als Teamer am Ende einer Freizeit nach der Verabschiedung aller Kinder noch gemütlich einen Kaffee zusammen trinkt und dabei allerlei Aufsehen erregt …
  • Wenn man als Teamer am Ende einer Freizeit nach der Verabschiedung aller Kinder sogar von ausländischen Touristen fotografiert wird …
  • Wenn man als Teamer am Ende einer Freizeit nach Hause fahren möchte und immer noch von allen Menschen wie ein Alien angeschaut wird …

… dann hat man im Verlaufe der Freizeit vergessen, dass das Tragen von selbst gemachter Indianerkleidung nicht unbedingt im Alltag zu empfehlen ist.

Aber fangen wir doch einmal ganz von vorne an:

Wie jede Freizeit ging auch unsere irgendwann zu Ende. Über die Freizeit war es für uns völlig normal geworden über unserer normalen Sommerkleidung unsere Indianerkleidung zu tragen. Das führte schließlich dazu, dass fast die ganze Gruppe auch am Morgen der Abreise in fast vollständig vorhandener Indianerkleidung nach dem Frühstück und Verladen des Gepäcks in das Begleitfahrzeug zu Fuß zur Wanderung zum Zug am Bahnhof am Ende der Schlucht aufbrach.

Doch selbst eine einfache Wanderung durch die Gauchachschlucht zum Bahnhof in Döggingen sollte zu einem Erlebnis werden. Die Stimmung unter Kindern und Erwachsenen war sehr gut. Neben dem fleißigen singen von Liedern sollte aber auch die ein oder andere Begebenheit noch Tage und Freizeiten später erzählt werden.

Da wäre zum einen "Stolpernder Adler" - Die Teamerin mit den vielen verschiedenen Spitznamen. Diesmal war es ein kleiner Stolperer mit Fußschmerzen, die eine neue Namensvariation verursachen sollte. Sie sollte im weiteren Verlauf der Wanderung schließlich mit das Schlusslicht der Gruppe bilden.

Mehrmals wurden wir an diesem Morgen auch durch entgegenkommende Wanderer angesprochen, da zum einen unsere fast geschlossen auftretende Indianertracht als auch unser fröhliches Auftreten bei vielen Menschen Fragen verursachten. Sehr häufig kam auch die Frage auf, ob wir eine Großfamilie seien. – Hing wohl auch damit zusammen, dass wir mehrere Wandergruppen um unterschiedliche Teamergruppen gebildet hatten.

Zur ersten Abholgruppe am Bahnhof dann pünktlich angekommen war es dann wieder da. Das Warten auf Tatonka. Wie auch schon bei der Ankunft fehlte der Transportwagen des Gepäcks. War es zuerst noch nicht ganz so tragisch, wanderte der Minutenzeiger der Bahnhofsuhr unablässig weiter und der Kleinbus kam immer noch nicht in Sicht. - Er sollte es am Ende kurz vor der letzten Möglichkeit zum Bahngleis zu gelangen noch schaffen. Selbst das irgendwann unmöglich geglaubte traf noch ein: Jeder hatte am Schluss alles Gepäck was er mitgebracht hatte und kein einziges Teil blieb übrig.

Lautstark verabschiedeten sich die Zugfahrer noch von den Direktabholern und dann kam auch schon der Zug, der uns nach unendlich geglaubter Zeit im Indianerlager doch wieder in Richtung Heimat bringen sollte.

Hier könnte jetzt die Geschichte schon zu Ende sein, wenn da nicht noch die weiterhin sehr gute Stimmung unter kleinen und großen Indianern wäre.
Rückblickend muss man den Fahrgästen der von uns an diesem Tag benutzten Züge hohe Anerkennung zollen. Die besten Mitreisenden waren wir nämlich keineswegs. Zwar hatten wir ein Großraumabteil für uns allein, doch blieben wir im Verlauf der Zugfahrt dort nicht immer.

Die Stimmung in unserer Gruppe selbst war sehr gut. Auch weiterhin waren die Kinder sehr damit beschäftigt die Lieder der Freizeit hoch und runter zu singen. Insbesondere der Wechselgesang zwischen Jungen und Mädchen beim Hey-Niki-Tanz ließ die Kinder wie auch schon die ganze Heimfahrt seit dem Aufbruch am Lagerplatz nicht los.

Besonders gut drauf war "Singender Adler". Irgendwann begann sie mit ihrem Dauerbrenner "Schüttel-Song". Doch diesmal hatte sie nicht nur die Gruppe, die dieses Lied mitmachen konnte, sondern auch die unterschiedlichen Fahrgäste im Restteil des Zuges. So kam es, dass nach einem kompletten Durchlauf in unserer Fahrgruppe Adler mit einer Gruppe von Kindern die Nachbarabteile mit einer musikalischen Abwechslung versorgte.

Einige Zeit später kamen die Ausgewanderten wieder zurück und erzählten die anderen seien schon komisch und humorlos. Entgegen der Vermutung von Adler waren sehr viele der anderen Fahrgäste nicht ganz so begeistert von der musikalischen Zwischeneinlage während der Zugfahrt. Vielfach seien sie auch nur ganz komisch angeschaut worden. Dies sollte jedoch nicht verwundern, da die Auswanderungsgruppe ausschließlich in Indianerkleidung durch den Zug zog.

Nach viel zu kurzer Zeit, erreichten wir den Stadtrand von Stuttgart und begannen mit der Abfahrt in den Talkessel zum Hauptbahnhof.

Schließlich waren alle Kinder abgeholt und Flinker Salamander, Flinke Schildkröte, Steigender Adler, Große Tatze und Jormas überlegten, ob man nicht zusammen noch einen Kaffee oder etwas anderes trinken geht. Angesichts von teilweise noch größerer Wartezeit auf unterschiedliche Züge in die Heimat, zogen die fünf Zugfahrer-Teamer mit ihrem Gepäck los, um in der Nähe des Stuttgarter Hauptbahnhofes ein Café zu finden. Kurze Zeit darauf kam ein mit einer Terrasse ausgestattetes Café direkt gegenüber des Hauptbahnhofes ins Blickfeld und Interesse.

Obwohl viele verwunderte Blicke von Gästen und Angestellten uns begrüßten, dachten sich alle nichts dabei und unterhielten sich noch angeregt über die vergangenen Tage. Erst als vereinzelte Mitglieder einer asiatischen Reisegruppe auf ihrem Weg zur Königstraße anhielten und ein Foto von unserer recht komisch ausschauenden Gruppe schossen, fiel uns der Umstand, auch in der Zivilisation noch unser Indianerkostüm zu tragen, erst auf. Letztlich beließen wir das ganze so und tranken gemütlich zu Ende.

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Mit der NAJU auf Schleichpfaden
Übersicht Indianerlager Äckerhof - Foto: NAJU BW / L. Praetorius

OxMox-Freizeit

Unsere Freizeit findet in der Nähe von St. Roman im Schwarzwald statt.
Über 9 Tage erleben wir mit unseren 8 bis 12jährigen Teilnehmer*innen vielfältige Erlebnisse rund um das Thema Indianer.

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