Wenn Wachen nicht wach sind

... dann können Teamer sich einen Spaß erlauben

"Wache halten" ist auf unserer Freizeit ein Thema für sich. Meistens geht das nämlich schief. Zumindest wenn die Kinder dran sind.2003 führte das "Wache halten wollen" der Kinder zu einem lustigen Test, ob denn die Wachen auch wirklich Wache halten oder unwache Wachen sind. - Mit dabei: Kinder die Wache halten wollen, eine sehr lustige Teamergruppe, ein Pferd und eine Ziege.

Das was geschehen war, ist eine richtig interessante Geschichte

Eine große Diskussion sollte eines Tages die Vollversammlung am Abend beenden. Soll das Kriegsbeil gegenüber unseren Nachbarn ausgraben werden oder nicht? In der Diskussion versuchten die Erwachsenen verschiedene mit einer Kriegserklärung verbundene Folgen den Kindern näher zu bringen. Vor allem müsste das Lager dann jederzeit – auch nachts – bewacht werden. Es wäre also nötig, jede Nacht Wachen aufzustellen, die auch jederzeit Alarm schlagen können müssen.

Am Ende konnte sich die Gruppe auf der Stammesversammlung nicht einigen. Die Bewohner eines Kindertipis wollten innerhalb ihrer Zeltgemeinschaft das mit dem Wache halten einmal auszuprobieren. Gesagt, getan. Und so wurde während des Umziehens und Zähneputzens noch ein wenig organisiert – oder auch nicht?
Nach dem Zähne putzen gingen die Kinder in Richtung ihrer Schlafsäcke und wir Erwachsenen holten ihre Unterlagen für das Organisationstreffen im Versammlungszelt.
Gegen Mitternacht war die Besprechung im Versammlungszelt fast beendet, als irgendjemand – wer das war ließ sich leider nicht mehr feststellen – den Vorschlag machte doch mal die Wirksamkeit der Wachen im Kinderzelt zu testen. Am Ende führte diese Idee dazu, dass eine nicht gerade leise handelnde Gruppe Erwachsener zur Pferdekoppel lief.

Spätestens als die Erwachsenen am Kindertipi mehrfach vorbeigegangen waren, hätte es bei den aufgestellten Wachen etwas rühren müssen. Dies geschah jedoch auch dann nicht, als die Teamer, weiterhin nicht gerade leise, die Arbeiten am Wachentest fortsetzen.
Winjan versorgte Björka und Betty während der Rest der Teamer zusammen den Weidezaun über das Gelände trug. Mit auch weiterhin nicht gerade Schleichlautstärke wurde der Zaun schließlich um das Kindertipi aufgebaut. Winjan kontrollierte noch den fachgerechten Aufbau desselben, bevor Betty die Ziege und Björka das Islandpferd in das neue Weidegebiet einziehen konnten.
Mit freudiger Erwartung gingen die Erwachsenen schließlich in ihre Schlafsäcke. Tatonka und Flinker Salamander verabredeten davor noch zusammen mit der Kamera, sich in der frühen Morgenstunde zu treffen und das Schauspiel abzuwarten.

Ein paar Stunden später war es dann auch soweit. Die Vorhut der Teamer bezog den Beobachtungsposten und wurde im Verlauf der Morgenstunde mehr und mehr verstärkt.
Stand bei den ersten Kindern die Tierwelt noch günstig vor dem Zelt, so verzog sich irgendwann Betty zusammen mit Björka zu ihrem eigenen Frühstück hinter das Tipi.
Es war für die Erwachsenen von außen sehr interessant anzuschauen, wie die einzelnen Kinder aus dem Zelt krochen, mehr oder weniger irritiert dreinschauten und dann sich entweder aus der Gefahrenzone brachten, eine kleine Tierstunde einlegten oder sich erst einmal wieder ins Zelt zurückzogen.

Die Kinder hatten aber auch selbst sehr viel Spaß an der Situation und auch die Bewohner des nicht umstellten zweiten Kindertipis betraten ohne Angst und Scheu die Weide um das Zelt.

Diese kleine Abwechslung und Probe sollte auch noch den ganzen Vormittag andauern. Bewohner und Gäste entwickeln hierbei verschiedene Taktiken auch ohne tierische Begegnungen ins Zelt zu kommen.
Am Ende fanden es die meisten schade, als um die Mittagszeit herum Pferd und Ziege wegen Abweidung der Rasenfläche um das Zelt schließlich umziehen und auf eine andere Position gebracht werden mussten.

Pferd und Ziege benahmen sich hierbei wie auch schon die ganze Freizeit über, sehr geduldig und kinderfreundlich. Auch das Zelt war überhaupt kein Thema für die Beiden. Durch diese Tatsache stellte es auch keinerlei Probleme für alle dar, dass der Weidezaun ohne Stromspannung blieb.

Ganz zum Schluss ist übrigens auch noch festzuhalten, dass nach dieser missglückten Nachtwache es selbstverständlich keine Rede mehr war, dem Nachbarlager den Krieg zu erklären. Dafür waren unsere Wachen dann doch nicht gut genug. Und keiner wollte mit irgendwelchen Folgen kämpfen müssen.

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