Ein Druckabenteuer der anderen Art

Theorie und Praxis können sich massiv unterscheiden

Die Planungen für die erste Lagerzeitung liefen auf Hochtouren. Wir hatten einen Laptop, eine Digitalkamera und viel Papier. Der Drucker sollte aus der Geschäftsstelle kommen und einen Kopierer gab es vor Ort. Soweit so gut. Doch wer auf dem Land zum einen mit Großstadtpreisen kalkuliert und den Drucker im Zusammenspiel mit dem Laptop nicht ausprobiert, der stößt recht schnell auf kleinere bzw. größere Probleme.

Ausschnitt aus der Titelseite der Rauchwolke 2004 (1. Freizeit) - Grafik: NAJU BW / M. Bormuth

Ausschnitt aus der Titelseite der Rauchwolke 2004 (1. Freizeit) - Grafik: NAJU BW / M. Bormuth

Nach der Idee auf dem Teamernachtreffen im letzten Jahr, erstellten wir 2004 die ersten beiden Ausgaben unserer Lagerzeitung "Rauchwolke". Doch die Umsetzung sollte am Ende ein großes Abenteuer werden.

Wir hatten von vorne herein geplant Digitalbilder in die Zeitung einzufügen. Dies klingt vom Prinzip her recht einfach, wenn man auch für den benötigten Computer die Steckdose in der Nähe hat. Auf unserer Wiese war dies logischerweise nicht der Fall. So sah man Tatze beim Erstellen entweder im Teamer- oder Küchenzelt sitzen oder mal wieder den Laptop zur Steckdose am Bauernhof bringen bzw. von dort zu holen.

Irgendwie war die erste Rauchwolke dann doch noch fertig geworden. Tatze fuhr zusammen mit Jormas und dem Drucker frohen Mutes zum Bauernhof. Dort wollten beide die Zeitung ausdrucken. Anschließend sollte zusammen mit der Kopiervorlage die Rauchwolke noch in Bonndorf kopiert werden. Dieser Plan ging jedoch recht schnell daneben.

Ursprüngliche Theorie:
Drucker ans Stromnetz anschließen und mit dem Computer verbinden, Treiber auf dem Computer installieren und dann die Zeitung ausdrucken.

Realität:
Bis zum Punkt Treiber installieren auch alles ganz gut. Die Geschäftsstelle hatte keine Druckertreiber mitgeschickt und Tatze nahm den Treiber, den sein Betriebssystem vorschlug. Der jetzt allerdings aus dem Drucker kommende Ausdruck war aber alles andere als brauchbar. Statt Texte und Bilder druckte der Drucker alles Mögliche aus. "Steuerzeichen, Buchstaben und Sonderzeichen aller Arten", zusammengefasst nichts von alledem was eigentlich die Lagerzeitung war.

Guter Rat war hier jetzt sprichwörtlich teuer, denn abseits jeder Stadt ist es sehr schwierig einen Kopierer zu finden, bei dem man notfalls auch eine PDF-Datei ausdrucken könnte. Aber irgendwie gleich auf die absolute Notfallebene mit Versand erst nach der Freizeit zurückgreifen wollte auch keiner so richtig. Auch deshalb, da ja noch eine weitere Freizeit kommen sollte und das Verschicken somit noch etwas dauern sollte.

Die Bäuerin, bei der wir nicht nur zelteten sondern auch unser leckeres Bauernbrot kauften, bekam unser Problem mit und versuchte auf ihre Art und Weise auch eine Lösung zu finden.

Problem gelöst:
Tatze und Jormas saßen zusammen mit der Tochter der Bäuerin in deren Zimmer und druckten dort am ende beide Kopiervorlagen der ersten beiden Rauchwolken aus.

Der Druck der Vorlage wollte und wollte jedoch nicht zu Ende gehen, so dass das Kopieren definitiv verschoben werden musste.

Am nächsten Tag schloss sich Tatze dem Einkauf von Winjan in Bonndorf an. Dort angekommen setzte Winjan Tatze bei der auserkorenen "billigen" Kopiergelegenheit ab und fuhr einkaufen. Die Angestellte der örtlichen Anzeigenzeitung, die einen der öffentlichen Kopierer anbot, staunte nicht schlecht über das dort nicht gerade alltägliche Anliegen eine 8 Doppelseiten dicke Lagerzeitung mit einer Auflage von 50 Stück zu kopieren. Und so begann man mit der Kopierarbeit, die aufgrund der Geschwindigkeit des Kopierers länger dauern sollte.

Nach einiger Zeit warteten drei Leute (Winjan, Tatze und die Angestellte) darauf, dass der Kopierer wieder einen Block komplett kopiert hatte. Am Schluss war es fast schon Mittagszeit, als die Lagerzeitung komplett kopiert, sortiert und getackert war. Die von Tatze anhand in der Stadt ermittelter Werte eigentlich einkalkulierten Kopierkosten, waren erheblich überschritten worden. Für die zweite Freizeit war somit dringend eine andere Kopierlösung zu finden. Dringend war dies auch, da der Anzeigenverlag zum Zeitpunkt der zweiten Kopierwelle Sommerurlaub hatte und die Geschäftsstelle und auch der Kopierer nicht zur Verfügung stand.

Am Ende gab es dann doch noch eine pünktliche Erstausgabe der Lagerzeitung. Trotz aller Schwierigkeiten und Probleme auf dem Weg dorthin.

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Mit der NAJU auf Schleichpfaden
Übersicht Indianerlager Äckerhof - Foto: NAJU BW / L. Praetorius

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