Freizeit mit Gips

Wenn man vor den Ferien mal nicht aufpasst

Für Pezuta war vor der Freizeit nicht alles nach Plan verlaufen. Nach einem Reitunfall musste sie mit einem Gipsbein auf die Freizeit fahren. Dieses Handicap machte ihrer guten Laune jedoch keinen Abbruch.

Trotz Gips und dem Angebot auch am Lagerplatz zu bleiben, war es für Pezuta ehrensache sich mit dem Auto zur Badestelle fahren zu lassen. Dort konnte sie zwar auch nicht baden, aber zuschauen ... und ein wenig lesen - Foto: NAJU BW / M. Bormuth

Trotz Gipsfuß war Pezuta im normalen Lagerleben nicht eingeschränkt. Bei den Wanderungen fuhr sie regelmäßig mit den verschiedenen Autos zu den Programmpunkten und auch die anderen Kinder banden sie vollauf in das Lagerleben ein.

Am vierten Freizeittag gehörte die Zeit nach dem Mittagessen zuerst der Wutach und einem gemütlichen Wassernachmittag der nach dem Abendessen in den Wolfspfad und somit einer Nachtwanderung münden sollte.

Obwohl sie eigentlich nicht viel an diesem Nachmittag am Ufer der Wutach machen konnte, war es für Pezuta Ehrensache auch zur Badestelle mitzukommen. Mit dem Auto wurde sie zur Badestelle gefahren, um dort auf die restliche Gruppe zu treffen. Und während die anderen das Wasser unsicher machten, machte Pezuta Gepäckwache für den Rest ihres Stammes.

Durch die ausgelassen fröhliche Stimmung war es irgendwann vollkommen egal war, wo man sich gerade befand. Bei Pezuta hieß dies vor allem quatschen und Spaß haben.

Schildkrötenrennen - Foto: NAJU BW / M. Bormuth Beim Schildkrötenrennen war Pezuta (außer durch Tatze) nicht zu schlagen - Foto: NAJU BW / M. Bormuth

Nach Abendessen und Spülen gab es eine Pause, die von vielen Kindern wieder für das Schildkrötenrennen genutzt wurde. Hier war Pezuta auch an diesem Tag nicht wegzudenken. Im Gegensatz zum Nachmittag, als sie mit dem Auto abkürzen konnte, war es für die angeschlagene Indianerin bei dem am Abend stattfindenden „Wolfspfad“ schwieriger. Hier war es notwendig die Strecke zu laufen. Die Lösung sah dann so aus, dass Pezuta unmittelbar vor einem Teamer laufen sollte. Dabei sollte sie versuchen so lange und so oft wie es ihr mit ihrem Gipsfuß gelingen sollte, den Weg alleine zu laufen. War es zu schwierig weiter alleine zu laufen, wartete Pezuta auf Große Tatze, der ihr dann über die schwierige Stelle weiter half. Mit dieser Vorgehensweise wurden die beiden zwar von mehreren Nachfolgern überholt, aber am Ende kamen beide sicher und ohne Probleme am Ziel an.

Dass sie beim Pferdedienst mit ihrem Gips nicht auf Björka reiten konnte, fand sie zwar schade, blickte aber schon mit großer Freude darauf nach der Freizeit wieder ihr eigenes Pferd besteigen zu können. Da sie bei der Pferdepflege völlig eingebunden war, ergab sich für Winjan eine schöne Abwechslung. Sie musste bei den erfahrenen Reiterinnen nicht alles erklären und kontrollieren.
Und weil Pezuta mit ihrem Gips nicht reiten konnte, war es für die restlichen Mädchen ihrer Dienstgruppe natürlich auch vollkommen klar, dass sie ihren Teil beim Kloputzen auch mitmachten und sie das nicht machen muss.

Die auf der Freizeit getanzten Tänze waren für Pezuta kein Problem. Wurde es zu schnell, machte sie von außerhalb des Kreises beim Rest des Tanzes mit.

Abschließend noch die Anmerkung, dass vieles auf der Freizeit von ihr völlig gefahrlos und in Einverständnis der Eltern durchgeführt werden konnte. Unglücklicherweise lag die Freizeit nämlich genau in der Zeitspanne, in der der Gips eigentlich auch entfernt werden sollte, so dass selbst ein „Gipsbruch“ kein Beinbruch gewesen wäre. Direkt am Tag nach der Freizeit wurde der Gipsverband schließlich abgenommen.

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