Die Ausgrabung des Kriegsbeiles

Eine stammesinterne Kriegserklärung

Wenn zwei Teamer einerseits sich eine längere Pause gönnen möchten aber andererseits auf dem Platz Programm machen sollten ... dann gibt es nur eine Lösung - Sie lassen sich entführen.

Beil in Wiese - Foto: NAJU BW / M. Bormuth

Auf der Freizeit 2005 haben wir gegenüber zwei Teamern das Kriegsbeil ausgraben müssen - Foto: NAJU BW / M. Bormuth

Nach dem Mittagessen setzten wir uns in einen Kreis. Uns wurde erzählt, dass Tatonka und Chichilbaye (zwei Teamer) sich anschleichen und einen von uns kidnappen wollten. Wir beschlossen sie zu Pflocken (unter Seilen zu spannen) und mit dem Schlauch nass zu spritzen. Natürlich hatten sie sich im Wald versteckt und wir mussten sie suchen. Deshalb stellten wir Wachen auf.

Wir wollten das eigentlich an Jormas und Tanzender Wolke (Teamer) üben, aber sie sind nicht wieder gekommen.

Vier Winde teilte uns mit, dass die beiden von Tatonka und Chichilbaye verschleppt wurden. Sofort hatten wir Suchtrupps losgeschickt. Als wir eine halbe Stunde gesucht hatten, wollten wir gerade zum Abendessen gehen, als Jormas angerannt kam. Er erzählte uns, dass er gerade noch fliehen konnte und Tanzende Wolke immer noch festgehalten wird. Dann gingen wir zum Lager und aßen erst einmal.

Nach dem Essen stellten wir mit einem Ritual unseren Totempfahl auf.

Wir suchten nochmal nach Tanzender Wolke, aber wir fanden nichts. Irgendwann kam Tanzende Wolke auf einmal. Sie erzählte, dass sie von den Beiden an einen Baum gebunden wurde. Sie hatte die Fesseln losgemacht. Wir wussten, dass die Teamer lügen. (Deshalb ist der Totempfahl wohl auch schief geworden.) Woher sollte sie wissen, dass Jormas noch nicht da war, dass sie gefangen waren. Naja egal. Sie konnten trotzdem jeden Augenblick kommen. Nach langem warten kamen sie endlich mit dem Auto!

Wir stürmten alle auf sie. Chichilbaye fingen wir, doch Tatonka konnte flüchten.

Wir spritzten Chichilbaye erst einmal nass, bevor wir ihn pflockten.

Plötzlich kam ein kleiner Junge aus dem Auto und sagte: „Papa?!?“ Wir steckten dem gepflockten Chichilbaye noch einen Apfel in den Mund. Er aß ihn jedoch genussvoll auf. Wilde Eiche sagte zu dem Jungen, er solle doch bitte das Taschenmesser aus dem Auto holen. Wir konnten ihn gerade noch durch eine kleine Bestechung (Kekse) davon abhalten.

Nach einiger Zeit ließen wir Chichilbaye wieder frei, aber wir hatten ihn vorher noch Socken und Schuhe geklaut. - Wir hingen die Schuhe auf das Tipi und die Socken auf den Totempfahl. Sehr spät abends gab es noch einen Wolfspfad.

Ilhicha und ein paar andere waren schon schlafen gegangen. Etwas später bin dann endlich ich (Nilahasi) drangekommen. Kurz darauf brachte Wakilaa, der eigentlich nur ein Halsbonbon im Zelt holen wollte, Tatonka mit zum Lagerfeuer. Er hatte ihn in seinem Zelt beim Ausräumen der Schlafsäcke von Wilde Blume und Wininikatchi getroffen und gestellt.

Als alle dann drangekommen waren, sind wir ins Bett.

(Nilahasi und Ilhicha – Rauchwolke 2005)

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