Kein Trockenfleisch für Tatonka

Wenn aus Freude kleiner Frust wird

Mit großer Begeisterung ereitete es Tatonka vor und führte es auch durch. Am Ende stand er aber mit leerem Bauch und leeren Händen da.

Trockenfleisch wird aufgehängt - Foto: NAJU BW / L. Weis

Fertig geschnitten und gesalzen. Das Trockenfleisch auf dem Weg zum Haken. (Wurde dann am letzten Abend gemütlich verteilt und gegessen. - Foto: NAJU BW / L. Weis

Der Stamm hatte sich in der großen Versammlung dazu entschieden ein von Tatonka im Vorfeld der Freizeit organisiertes Reh wie die Indianer auszunehmen und so weit wie wir es schaffen würden auch zu verarbeiten. Und so war Tatonka mit den Kindern, die dabei sein wollten, jetzt dabei beschäftigt das Reh zu verarbeiten. Unter anderem stellte er zusammen mit ihnen viele kleine Stücke dünnes Rehfleisch her. Das sollte die restliche Freizeit im Versammlungszelt jetzt im Zusammenspiel mit dem Feuerdienst und dem Lagerfeuer dort räuchern und trocknen. Am Ende - so war der Plan - hätten wir unser eigenes Trockenfleisch nach Art der Indianer hergestellt.

So hingen die Fleischstreifen jetzt einige Tage im Versammlungszelt und das ein oder andere Kind, aber auch einige Teamer, schielten schon regelmäßig nach den Streifen. Alles wartete auf das Pow Wow. Da sollte es nach Aussage von Tatonka schließlich soweit sein.

Endlich war das Pow Wow da. Wir grillten und grillten. Einige Kinder schauten schon erwartungsvoll in Richtung Versammlungszelt. Doch Tatonka hatte noch nicht das Zeichen gegeben. Endlich war das Grillen vorbei. Aber Tatonka hatte immer noch nicht das Zeichen gegeben und alle warteten schon gespannt.

Jetzt war es endlich soweit. Tatonka sagte am Lagerfeuer auf der Wiese, das wir zum Trockenfleisch gehen könnten. Viele Kinder und einige Teamer waren jetzt unterwegs. So schnell konnte man gar nicht schauen, wie die trokenen Fleischstreifen von der Schnur gezogen wurden. Die erste Schnur war gleich leer. Aber auch an der Zweiten wurde schon eifrig gezogen.

Es kam am Ende dann auch wie es kommen musste. Bis Tatonka es endlich hinter der wilden Indianermeute ins Versammlungszelt geschafft und sich richtig auf etwas Trockenfleisch gefreut hatte, waren die Schnüre leer. Leise murrend verzog sich Tatonka jetzt für einige Zeit an den Rand des Versammlungszeltes und war irgendwas zwischen beleidigt, murrend und trauig. Er hatte sich natürlich auch so sehr auf das Trockenfleisch gefreut und am Ende dann überhaupt nichts davon bekommen. Und das obwohl er von Anfang an die meiste Arbeit in der Vorbereitung und Zubereitung hatte.

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