Wir müssen zum Bahnhof ...

... auch wenn der Wanderweg gesperrt ist

Normalerweise ist der Heimweg recht einfach. Vom Lagerplatz zum Dögginger Bahnhof geht es genauso wie auf der Anreise durch die Gauchachschlucht. Nur halt eben andersherum. - Dieses Jahr war es jedoch so, dass genau das nicht funktionierte.

schmutziger Boden im Bus - Foto: NAJU BW / K. Heer Eigentlich hätte eigentlich auch nur der normale Wanderabrieb einer ganz normalen Wanderung durch Gauchach- oder Wutachschlucht bei der Witterung sein können - Foto: NAJU BW / K. Heer

Die großen Regenschauer der letzten beiden Freizeittage hatten den Wasserstand der Gauchach ansteigen lassen. Durch diesen hohen Wasserstand die Gauchachschlucht gesperrt, so dass eine Wanderung auf dem üblichen Wege nicht möglich war. Eine Lösung musste her. Nach einem Blick auf den Busfahrplan war sie sehr schnell gefunden. "Wir fahren mit dem Bus zum Bahnhof."

Einziges Problem jetzt war nur, dass der zu unserem Zug fahrende Bus nicht nach Döggingen sondern nach Hüfingen wollte. Aber auch hier fand sich nach kurzem überlegen eine Alternative. Die Zuggruppe sollte mit dem Bus nach Hüfingen fahren, Tatonka mit dem Gepäck voraus. Nach dem Eintreffen der Busgruppe würde Tatonka nach Döggingen übersetzen und dort die Eltern einsammeln. Die Direktabholung wurde aus organisatorischen Gründen vom Dögginger Bahnhof auf den Lagerplatz verlegt.

Soweit jetzt die Theorie. In der Praxis klappte dies auch einigermaßen reibungslos. Durch die spätere Abfahrt des Busses im Vergleich zur Wanderung, hatten wir an diesem Morgen viel Zeit, die von allen zu großer Hilfe beim Aufräumen des Platzes führen sollte. Bevor die Busgruppe dann zur Bushaltestelle am Bauernhof aufbrach, gab es im Vergleich zu den übrigen Jahren bereits am Lagerplatz die große Verabschiedung. Mit etwas gedrückter Stimmung aber dennoch halbwegs gut gelaunt zogen Jormas, Wininikachi, Große Tatze und Pakwaaci Niipihkana mit vielen Kindern in Richtung Bushaltestelle. Tatonka setzte sich gleichzeitig hinter das Steuer unseres Kleinbusses um mit dem Gepäck ebenfalls zur Bushaltestelle zu kommen. Dort sollte er noch einige Brote und Nusszöpfe einladen. Diese Backwaren stammten aus kleineren und größeren Einkäufen der Heimfahrer bei der Bauernfamilie.

An der Haltestelle angekommen wurde der Einkauf verstaut und im Gegenzug die noch in der Küche gefundene Wassermelone an die Wartenden verteilt. Gemeinsam mit Tatonka wurde nun auf den Bus gewartet. Dieser kam mit geringer Verspätung schließlich an die Haltestelle angefahren. Sehr erfreut über unser Anliegen mitzufahren war der Busfahrer jedoch anscheinend nicht. Er beschwerte sich lautstark über die witterungsbedingt nicht vorhandene Sauberkeit einiger Schuhe. Da es allerdings ausnahmslos das Schuhwerk unserer Gruppe betraf, war ein großer Sinn zumindest in unseren Augen nicht zu sehen, da wir uns darüber hinaus auch in einer von Wanderern sehr beliebten Stelle befanden an der die Sauberkeit der Schuhe nicht immer gewährleistet ist.

Nach dem Austausch der Adressen für eine Rechnungsstellung der Bodenreinigung, die aber nie in der Geschäftsstelle ankommen sollte, durften wir dann doch noch einsteigen. Die Verspätung des Busses war jedoch um einige Minuten angewachsen. Pakwaaci Niipihkana machte mit ihrem Foto während der Fahrt noch einige Beweisaufnahmen, dass wir den Bus nur den Wetterumständen entsprechend beschmutzt hatten. Diese schickte sie in Erwartung der dann doch nicht kommenden Rechnung zur Argumentation an die Geschäftsstelle.

In Hüfingen angekommen, nahmen wir unser Gepäck von Tatonka entgegen und begannen es uns am Bahnhof gemütlich zu machen. Jormas steuerte die nicht weit entfernte Bäckerei an, um dort einen Kaffee für sich und Große Tatze zu kaufen. Die Lagerküche konnte beiden beim Frühstück keinen mehr anbieten.

Mädchen spielt - Foto: NAJU BW / M. Bormuth Was ist das? Spielgerät? Deko? Lampe? - Dieser Frage durften wir kurze Zeit später diskutierend nachgehen. (Große Tatze kennt allerdings Kataloge, wo es eindeutig als Spielgerät hervorgeht.) - Foto: NAJU BW / M. Bormuth

Der Bahnhof in Hüfingen war erst vor einigen Jahren im Zuge der Einführung des dreier Ringzuges neu gestaltet und leicht verlegt worden. Bei dieser Neugestaltung wurde auch ein kleines Karussell mit einer Festhaltestange verbaut. Dieses wurde von sehr vielen Kindern beim Warten auf den Zug auch ordnungsgemäß benutzt. Zur Verwunderung aller sah sich jedoch ein älteres Ehepaar daran gestört und beschwerte sich bei Jormas und Tatze, dass die Kinder doch bitte an der Lampe aufhören sollten Unsinn zu machen und gleichzeitig auch darüber dass man als Erwachsener daneben steht und nichts dagegen unternehmen würde.

Große Tatze verstand es zwar absolut nicht, da er die vermeintliche Lampe aus der ein oder anderen Fußgängerzone sowie den entsprechenden Katalogen der Hersteller eindeutig als Karussell kannte, achtete aber dennoch darauf dass in der Gegenwart des Ehepaares nicht mehr am Karussell gespielt wurde. Alle Teamer waren sich einig, trotz völliger Fehleinschätzung bei den Beschwerdeführern, keinen Streit mit den Einheimischen noch so kurz vor der Zugfahrt anfangen zu wollen.

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