Ein Seil, ein Tier und viel Papier (Teil 1)

Eine Fortsetzungsgeschichten in 3 Teilen

Wie auch im Vorjahr wollten wir auf Wunsch in diesem Jahr den Kindern wieder die Möglichkeit geben, gemeinsam mit unseren Fachmännern ein Reh auseinander zu nehmen. Das es letztlich nach der Freizeit in sehr großer Arbeit ausarten sollte war während der Planung und der Freizeit weder zu sehen noch in irgendeiner Form zu ahnen.

Rehfell im Rahmen - Foto: NAJU BW / M. Bormuth

So ein Fell muss gut verzurrt werden. - Foto: NAJU BW / M. Bormuth

Tatonka und Wilde Eiche sprachen das Thema "Reh fangen und auf dem Lager zerlegen" in der abendlichen Stammesvollversammlung an und warteten auf Rückmeldungen. Nach ausgiebiger Diskussion stand fest, dass auch in diesem Jahr die Mehrheit der Gruppe für die Durchführung einer Aktion war. Allerdings und das ist im Nachhinein eindeutig festzuhalten, hätten wir es besser auch direkt so wie im letzten Jahr gemacht.

Mit einigen Kindern und der Begleitung Große Tatze zog Wilde Eiche aus, um oben im Wald an unserem das Lager durchlaufenden Waldweges mit Seilen eine spielerische Falle zu spannen. In dieser sollte am nächsten Morgen in aller Frühe das von uns mitgebrachte und bei unseren Nachbarn in Kühlung liegende Reh gefunden werden. - Da wir selbstverständlich nicht doch zufällig ein in unserem Wald lebendes Tier mit unserer Seilfalle fangen oder verletzten wollten, kam kurz nach dem Verlassen der großen Gruppe bereits die Nachhut zur Falle. Diese entspannte das Seil wieder so, dass unser Seil von Mensch und Tier in der Nacht gefahrlos überschritten werden konnte. Gleichzeitig wurden bereits jetzt einige Spuren für den nächsten Morgen gelegt.

Weit vor dem Frühstück hieß es für unsere Wildhüter Tatonka und Chichilbaye auf zur Falle und das Reh zur Abholung mit den Jägern des Stammes nach dem Frühstück vorbereiten. Dies klappte gut und vor allem von allen Kindern unbemerkt. Und so ging dann nach dem Frühstück erneut Wilde Eiche mit vielen Kindern und diesmal Jormas als Begleitung zur Falle, um zu schauen ob wir wirklich ein Reh "gefangen" haben. Dies war natürlich selbstverständlich der Fall und somit wurde an diesem Vormittag zusammen mit Tatonka und Wilder Eiche das Reh auseinander genommen.

Jormas freute ich schon richtig über die versprochene Knochenahle, die er sich machen durfte – auch Toopi wollte sich handwerklich betätigen.

Aufgrund des Wetters konnten wir in diesem Jahr jedoch kein direktes Alternativprogramm für die nicht beteiligten Kinder anbieten, aber langweilen musste sich während des Vormittags trotzdem keiner. Schnitzen an allen Ecken, musizieren allerorten oder aber auch das wärmende Lagerfeuer sorgten für entsprechende Unterhaltung und Abwechslung des bis dahin etwas feuchten Vormittages.

Trotz aller Befürchtungen der Küche, schafften es alle Fleißigen bis zum Mittagessen das Küchenzelt wieder zu räumen. Das benutzte Geschirr fehlte zwar am Ende der Küchengruppe, aber dank des Spülwassers konnte dieses etwas später noch nachgereicht werden.

Am Abend gab es nach, für einige aber auch statt dem Abendessen, dann wieder Grillstöcke mit über dem Lagerfeuer gegrillten Rehfleisch. Ebenfalls wurde im Versammlungstipi wieder Trockenfleisch getrocknet. Tatonka sollte in diese Jahr im übrigen sogar etwas davon abbekommen. Das Fell spannten wir in einen Holzrahmen. Es sollte uns im nächsten Jahr zum Schmuck des Versammlungszeltes dienen.

Damit war dieser Programmpunkt nach der Reflexion mit den Kindern für uns nach der Freizeit eigentlich beendet. Doch sollte es jetzt erst richtig losgehen.

Fortsetzung Ein Seil, ein Tier und viel Papier