Eine Indianersüßigkeit

Es war unheimlich süß

Beim Zusammenstellen des Notfallsprogramms fand Tatze bei seinen neuen Kopiervorlagen auch das Rezept einer einfach klingenden Indianersüßigkeit. Einmal ausprobiert, brachte er diese dann auf die Freizeit mit.

Unsere Lagerzeitung hatte sehr viele Jahre einen Anhang. Dieser Anhang diente zum einen als absolute Programmreserve für Schlechtwettertage (haben wir dort aber nie gebraucht) sowie als Beschäftigungsmöglichkeit für die Kinder auf der Rückfahrt nach Stuttgart. Gleichzeitig konnten wir so noch das ein oder andere Wissen den Kindern vermitteln.

Den allerersten Anhang zur Lagerzeitung hatte 2004 noch Hirschblut mitgebracht. Bereits ein Jahr später hatte Tatze das ganze aus der sich bei ihm in Entstehung befindlichen Teamerbibliothek aus Kopiervorlagen für Indianerprojekte in der Schule zusammengestellt. Für 2006 waren die Möglichkeiten für die Zusammenstellung des Anhanges wieder gewachsen. Er hatte neue Indianer-Werkstätten gefunden und sich für die Programplanung und den Anhang gekauft und durchgelesen. Allerdings sollte in diesem Jahr nicht nur der Anhang wachsen.

In einer dieser Werkstätten fand Tatze ein Rezept für eine indianische Süßigkeit. Da diese in der Zubereitung sehr einfach ausschaute, dachte er an die gemütlichen Runden am Lagerfeuer und beschloss für die Freizeit eine Runde dieser Süßigkeit zu kneten. Das ganze dann auch irgendwie als Blindflug in der Hoffnung das dieses vom Rezept her schon ziemlich süße Etwas am Ende auch schmecken würde.

Rezept einer Süßigkeit nach Art der Indianer

Zutaten:

  • 80g weiche Butter oder Magarine
  • 80g Ahornsirup
  • 450g Puderzucker
  • 1/2 Teelöffel Salz
  • geschmolzende Schokolade / Schokostreusel
  • oder geraspelte Nüsse

Zubereitung:

  • Butter, Sirup, Puderzucker, Salz zu einer weichen Masse rühren.
  • Aus dem Teig kleine Bällchen formen, wahlweise in Schokolade oder geraspelten Nüssen rollen.
  • Bällchen auf einem mit Alufolie ausgelegten Backblech trocknen lassen.

So ging es beim nächsten Familieneinkauf dann auch an die Organisation der benötigten Materialien. Etwas Butter, jede Menge Puderzucker dazu noch Schokostreusel. Als absolute kulinarische Neuheit gab es zusätzlich für Tatzes Familie auch noch die Suche nach de Ahornsirup. Der kam und kommt im normalen Kochalltag dort überhaupt nicht vor. Aus diesem Grund dauerte es bei Einkaufen dann auch seine Zeit bis dieser im Supermarkt dann auch einmal gefunden worden war.

Nach dem Einkauf der Zutaten konnte es dann losgehen. Das Rezept klang nicht nur sondern war sehr einfach. "Schmeiße alle Zutaten auf einen Haufen und rühre sie zu einer festen Masse zusammen." Gesagt getan - anschließend galt es noch viele Kugeln aus dem Teig zu rollen. Irgendwie hörte und hörte der Teig allerdings auch überhaupt nicht auf. Kugel um Kugel rollte Tatze mit seinen Schwestern sowie seiner Mutter und legten sie zum trocknen.

Zwischendurch wurde natürlich auch mal probiert. Es folgte die Feststellung, das es unheimlich süß war. Vielleicht zu süß? Es würde sich auf der Freizeit klären lassen. Einen Tag später erfolgte das verpacken der indianischen Süßigkeit in die unterschiedlichsten Tupperdosen, die am Ende schließlich noch im Gepäck verstaut wurden.

Mit großer Spannung richtete sich Tatze für das Abendprogramm im Versammlungszelt sich eine Dose mit den indianischen Süßigkeiten. Wie würden sie ankommen und was wird die allgemeine Meinung dazu sein? Bevor er die Dose durch den abendlichen Kreis schickte, erklärte Tatze was genau er da mitgebracht hatte und das es unheimlich süß sei. Langsam wanderte die Dose danach durch den Kreis.

Die Meinungen waren gespalten. Einigen schmeckte es gut, andere mochten es weniger und eine dritte Gruppe wollte lieber nicht probieren. Im Verlauf der Freizeit sollte die Dose leer werden und einige Kinder fragten auch immer wieder mal ob sie eine Kugel haben könnten. Eine Fortsetzung der indianischen Kochaktion gab es allerdings nach diesem Jahr nicht mehr.

Tatze gehörte nämlich auch zu der Gruppe OxMoxer die zwar mal probiert hatten, es aber jetzt nicht unbedingt regelmäßig essen mussten.

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