Lagergedicht

Wenn Wilde Eiche zum Dichter wird

Für die Lagerzeitung 2006 schwang Wilde Eiche den Stift und versuchte sich als Dichter. Das Ergebnis? Ein etwas "nasses" Lagergedicht.

Für Indianer stets ein Segen,
nach viel Sonne - noch mehr Regen.

Glücklich, trocken angekommen,
vom Unfall auch noch etwas benommen.
Die Aufgaben verteilt, die Tipis belegt,
das Holz schon gespalten; der Rest wird gesägt.

Endlich Indianer, welch ein Segen
und da gings schon los mit dem warmen Regen.

Das erste Essen, Namensgebungszeremonie,
leuchtende Augen, so viele wie nie.
Danach ins Nest, die erste Nacht,
egal wer aufwachte, sie haben ständig gelacht.

Hinunter die Tropfen, der Indianer himmlicher.
So langsam wurds nervig; dieser warme Regen.

Die Hupe zum Frühstück, im Schlamm rumgelatscht,
lag promt "Hockende Krähe" mitten im Matsch.
Es folgte die Lagergrenzenralley, die Fragen gewieft.
Die hat Spaß gemacht, aber auch da hat’s ständig geschifft.

Knöcheltief im Morast, konnten wir uns kaum noch bewegen;
und immer wieder das Getropfe, dieser elendige Regen.

Die Sonne kam nicht, der dritte Tag begann,
Workshops standen heute an.
Bogen, Leder, Tanz und Gesang.
Auch Sitzpflöcke sägen stand auf dem Programm.

Und das Wetter dazu wisst ihr was?
Von oben ständig; das feuchte Nass.

Bei Starkregen gings weiter zum Rehfallenbau,
davor noch schnell zum Pfadizeltklau.
Das Zelt haben wir uns natürlich nur geborgt,
Danach war der ein oder andere etwas besorgt.

Zusammen dann viel darüber gedacht,
und was hat dabei das Wetter gemacht?

Nix wie rein ins Versammlungszelt.
Beim Abendessen hat noch Anouk 2 mal gebellt.
Spülen zwischen Matsch und Schlamm,
Das sch... Wetter dauert jetzt schon ein bissche lang.

Eine Redestabrunde, zum Abschluss gebetet,
natürlich hat’s dabei wie immer ... geregnet.

Rein in den Schlafsack, Dreckklamotten gesammelt,
die ganze Nacht hat der Regen auf die Tipis getrommelt.
Wacht nachts einer, ja was ist denn das?
Ach du dickes Ei, von oben kommts immer noch nass.

Immerhin, war das schon die dritte Nacht,
doch am vierten Morgen hat die Sonne gelacht.

Plötzlich kein Regen, für manche ein Schock
und in der Falle da hing er, der kräftige Rehbock.

Jagderfolg, Sonne, ein Totempfahl,
alles wurde wieder trocken, einfach genial.

Abends ein Tanz, dann ans Lagerfeuer.
Sterne am Himmel, aber die Wolken waren uns nicht geheuer.

Dennoch lagen drei ums Feuer rum,
vom Regen aufgeweckt, schauten sie ziemlich dumm.
Die Matsche ging weiter, die Pappe, der Schlick.
Bei allen wurd er ernster, der fröhliche Blick.

Jetzt hör ich auf, es funktioniert kein Kulli mehr; und auch kein Stift.
Warum wohl? ... weil es schon wieder schifft.

Wilde Eiche - Rauchwolke 2006

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