Oh weh – ein Zelt zu viel

Da steht was neues in unserem Lager

In den vergangenen Jahren gab es immer mal wieder die ein oder andere Aktion bei der es am Ende hieß "Typisch OxMox". Doch selbst das bis dahin als Mega-Aktion bezeichnete Kaffeetrinken in voller Indianerkleidung aus dem Jahr 2003 sollte in diesem Jahr noch übertroffen werden. Im Gegensatz zur damaligen Aktion, führte diese Tat jedoch noch zu der ein oder anderen Nachwirkung.

Fremdes Zelt im Lager - Foto: NAJU BW / M. Bormuth

Irgendwie schon komisch ... das andere Zelt neben unseren Tipis. - Foto: NAJU BW / M. Bormuth

Alles begann recht harmlos damit, dass es wie so oft in den Anfangstagen der Freizeit regnete. Und während an diesem Nachmittag im Versammlungstipi die große Musik-, Postkartenschreib- und Lesestunde startete, versammelte sich eine mittlere Anzahl von Kindern rund um Tanzende Wolke und Wilde Eiche zum schleichen. 'Man wolle ein wenig die Gegend erkunden', meinten diese noch als sie schließlich aufbrachen.

Einige Zeit später machte ein Gerücht die Runde, was zunächst keiner glauben wollte. Wolke und Eiche hätten beim Schleichen ein Zelt gefunden. Im Versammlungszelt dachte keiner an ein stimmen dieses Gerüchtes. Doch selbst der größte Zweifler konnte es am Ende nicht mehr leugnen, als die ersten Kinder zusammen mit dem ein oder anderen Zeltbauteil wieder zurück ins Lager kamen. Zusammen mit Wolke und Eiche traf dann, nach Seilen und Gestänge irgendwann auch noch die Zeltplane ein. - Wo auch immer beide das ALEX-Zelt her haben sollten, hatten wir ein Problem. Und so war es am Ende auch recht klar, dass als das fremde Zelt schließlich bei uns auf dem Lagerplatz stand wir mindestens in dieser Nacht Wachen aufstellen mussten.

Selbstverständlich wurden hierfür alle Krieger eingeteilt, die zusammen mit Wolke und Eiche diese Sache überhaupt erst angefangen hatten. Es sollte sich jedoch auch noch der ein oder andere Freiwillige, der nicht mit der Sache zu tun hatte, sich gemeldet haben. Tanzende Wolke übernahm die Organisation der Lagerbewachung. Bis zum Ende der großen Versammlungsrunde am Abend war hier allerdings nicht mehr viel zu tun.

Noch bevor die Wachen jedoch ihre Bewachung am Abend aufnahmen war seitens der Teamer klar, das Zelt muss wieder zurück. Also galt es hier eine Lösung zu finden, mit der am Ende alle leben konnten. Wie diese Lösung allerdings aussehen sollte, da hatte noch keiner so richtig eine Ahnung. Am Ende sollte es jedoch aus interessanten Gründen sehr einfach werden. - Doch vorgreifen will ich an dieser Stelle noch nicht.

Während alle anderen Indianer sich an diesem Abend in ihr Tipi zurück zogen, versammelte sich die Wach- und Hochmannschaft um Tanzende Wolke um das ALEX-Zelt. Es folgte eifriges Schlafsack- und Isomattenschleppen. Um die übrigen Kinder beim Ablösen der einzelnen Wachschichten nicht zu stören, hatte man sich nämlich darauf verständigt, dass die Wachengruppe im Zelt und unterm Tarp schlafen sollte. Einige Zeit und eine Besprechung später, gingen auch die ersten Teamer in dieser Nacht ins Bett. Einige andere sollten im Verlauf der Nacht noch eine kleine Nachtschicht einlegen.

Die Nacht der Wachen endete recht früh am Morgen und dazu auch noch recht feucht. Es hatte nach einer trockenen Nacht begonnen wieder leicht zu regnen. Dass sie eine super Wachaktion hingelegt hatten, war zu diesem Zeitpunkt schon für die müdeste Wache klar. Denn wenn alle zusammen eben keine Wache schieben, so verwundert es am Ende eher weniger, wenn man am frühen Morgen von Regen geweckt wird. Eigentlich hatten ja sich am Ende alle ins ALEX-Zelt zurückgezogen, doch dieses war zu dieser Stunde schon nicht mehr aufgebaut. So verzogen sich alle so schnell sie konnten, schließlich wurde man von oben immer noch nass, wieder in ihre angestammten Tipis.

Während somit die Wachen schliefen, hatten es die Teamer wieder einmal geschafft trotz Wachen erfolgreich zu sein. Im Gegensatz zu 2003 standen aber nicht plötzlich Pferd und Ziege vor der Tür, sondern lag das Zelt abgebaut im Begleitbus. Sehr zum leichten Verdruss von Tatze, der einiges seines Gepäcks in eben diesem lagerte und an diesem Tag bis zur Mittagsstunde höllisch aufpassen musste, wenn er an den ein oder anderen Koffer wollte. Die Wachen im Gegenzug durften sich von den anderen Kindern durchaus den ein oder anderen Satz anhören. Leider konnten sie ihre eigene Blödheit nicht entkräften, denn das Zelt war so sehr sie suchten im ganzen Lager nicht mehr zu finden.

Während der Mittagspause wurde auch die Bus-Situation etwas entschärft, da das fremde Zelt zu diesem Zeitpunkt wieder unser Lager mit dem notwendigen Einkauf, es fehlte immer noch Marmelade für das Frühstück, verließ. Kurze Zeit später stand es wieder auf der eigentlichen Wiese zusammen zwischen seinen Kollegen. Da es jedoch durch das Wetter und der Matschsituation auf unserem eigenen Platz etwas in Mitleidenschaft gezogen worden war, hieß es im Verlauf unserer eigenen Freizeit für Wolke, Eiche und den inzwischen ebenfalls miteinbezogenen Tatonka noch einen Putzdienst zu koordinieren.

Einige Tage später war es dann soweit. Unter interessierten Blicken der in der Zwischenzeit sich gut informiert habenden Kinder, zogen unsere Putzhelden mit Schwamm, Eimer und Putzmittel von dannen um heldenhaft ihr Werk wieder zu beenden. Nach getaner Arbeit kehrten diese dann wieder etwas abgeschlafft aber unter Applaus des ein oder anderen Indianers wieder in unser Tipidorf zurück.

Zu diesem Zeitpunkt war jedoch eines klar: OxMox sieht nur mit Tipis nach OxMox aus!

Geschichten mit der Nachbarschaft