Tarpübernachtung, Wolkenbruch und Flaschendrehen (1)

Wenn die Großen etwas besonderes machen können

Kinder und Erwachsene lernen sich über die Freizeit immer bessern kennen. Kommen die Kinder dann immer wieder erneut auf die Freizeit lernt man sich dann in der Regel noch besser kennen. Diese Situation haben wir in jedem Jahr auf unserer Freizeit – insbesondere bei unseren ganz großen Kindern die altersbedingt das letzte Jahr mit uns auf Freizeit dürfen. 2006 war die Situation, die Gruppe und die Freizeit dabei etwas ganz besonderes.

Große bei Pause - Foto: NAJU BW / M. Bormuth

Auf der Rückwanderung macht ein Teil der großen Kinder zusammen Pause. - Foto: NAJU BW / M. Bormuth

So kam es, dass in diesem Jahr unsere Großen (Yanasa, Wikinapa, Toopi und Neugieriges Eichhörnchen sowie Wapiti, Tecumseh und Starker Dachs) sich über die Freizeittage bei allen Teamern viel Vertrauen gesammelt hatten. Mit ihren zusammengerechnet 14 Freizeitjahren boten sie dafür auch die besten Voraussetzungen.

Durch das Regenwetter hatten wir zu Beginn recht schnell das Tarp am Waldrand aufgeschlagen. Da es durch das wegen der Zeltplane noch fehlende letzte Kinderzelt in den verbleibenden etwas eng zuging, fragten einige unserer Großen, ob sie statt in den Kindertipis unter dem Tarp schlafen dürften. Wir hatten nichts dagegen. Es sollte aber keine große tägliche Wanderung zwischen Tarp und Zelten geben. Dies war für die großen Mädchen kein Problem, so dass bereits in Hinblick auf die folgende Nacht einige aus dem sehr engen Mädchenzelt ausziehen wollten.

Unsere im Versammlungszelt auf die Zeltplane wartenden Jungs hatten aus verständlichen Gründen ebenfalls berechtigtes Interesse aus ihrem Notquartier auszuziehen. Aufgrund des Regenwetters spielte sich das Lagerleben überwiegend im Versammlungszelt statt.

Nach einer Sitzung eines Indianerrates mit Vertretern von Jungen, Mädchen- und Teamern, gab es eine Lösung die alle Beteiligten eine gute Lösung darstellen sollte. Die Mädchen hatten kein Problem mindestens vorübergehend sich das Tarp mit den Jungen zu teilen und für die Jungs war dies auch vorstellbar. Wir Teamer hatten aufgrund des sich in den vergangenen Freizeiten Vertrauen auch kein Problem damit. So dass,das Tarp unmittelbar nach der Vereinbarung bezogen wurde.

Obwohl sich auch vielleicht durch diese überwiegend aus Abgängern bestehende Übernachtungsgemeinschaft sich ein im Vergleich zu bisherigen Freizeiten anders Gesamtverhältnis unserer Großen untereinander entwickelte, hatten wir Teamer zu keiner Zeit den Eindruck die falsche Entscheidung getroffen zu haben. Dies zeigte sich auch darin, dass es für die großen Mädchen aber auch für die Jungen geradezu eine absolute Selbstverständlichkeit war, sich um die kleineren Kinder zu kümmern oder auch Hilfestellungen zu leisten. Man konnte nicht sagen, dass wir trotz der großen Gemeinschaft unserer überwiegend wiederholenden elf- bis dreizehnjährigen Kinder eine schwierige Zeit hatten.

Wir Teamer wussten woran wir bei unseren Kindern waren und diese hatten im Gegenzug durch die vielfach vorhandenen Erfahrungen aus den Vorjahren ein genaues Bild was sie bei uns Erwachsenen machen konnten und was vielleicht Probleme hervorrufen könnte.

Nach dem Aufbau des noch fehlenden großen Jungenzeltes, gab es dann einen teilweisen Umzug der Tarpbewohner. Beschleunigt wurde dieser, als das Tarp beim letzten großen Regenschauer kapitulierte und die Mädchen für eine Nacht ins Versammlungstipi auswichen.

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