Tarpübernachtung, Wolkenbruch und Flaschendrehen (2)

Für die Großen war das Pow Wow was ganz besonderes

Was machen Teamer, wenn nach dem offiziellen Abschlussfest eine Gruppe von Kindern noch weiterfeiern möchte? - In diesem Jahr war die Frage am nächsten Morgen einfach zu beantworten. Unsere Großen sahen aus wie ein Schluck Wasser in der Kurve ... aber Glücklich.

Tauschaktion - Foto: NAJU BW

Zu jedem Pow Wow gehört bei den OxMoxern das große Tauschen ... - Foto: NAJU BW

Während der Vorbereitungen für das Pow Wow wurde die Stimmung unter unseren Großen schließlich immer mehr gedrückter. Für die meisten sollte es aus Altersgründen schließlich die letzte Freizeit bei uns werden. So kam es am Ende zu der ein oder anderen Tauschaktion, die wir Teamer als großes Dankeschön an unsere Stammesältesten durchführten.

Die Zeit verging und das Versammlungszelt leerte sich. Immer mehr Stammesmitglieder suchten ihre Schlafsäcke auf. Am Ende blieben zwei größere Gruppen noch übrig. Auf der einen Seite selbstverständlich die Teamer, die noch eine Nachbesprechung und das traditionelle gemütliche Beisammensein am letzten Abend vor hatten, sowie unsere Großen auf der anderen Seite. Kurz Zeit nachdem der letzte nicht zu diesen Gruppen gehörende Indianer sich verabschiedet hatte, verließen auch die Stammesältesten das Tipi. So blieben die Teamer allein zurück.

Wie schon einige Male in der Geschichte der Freizeit, sollte es auch an diesem Jahr zu einer Fortsetzung des Stammesfestes in einer kleineren Gruppe kommen. Im Gegensatz zu bisher, hatte in diesem Jahr die beteiligten Kinder alles selbstständig organisiert.

Während wir Teamer im Versammlungszelt den Abend ausklingen ließen, zogen die Kinder in das große Jungenzelt um. Keiner der Teamer hatte große Bedenken dabei.

Als sich die Reihe der Teamer im Versammlungszelt lichtete, gingen auch Grinsende Kojote und Große Tatze, um gemeinsam ihre jeweiligen Teamerzelte aufzusuchen.

Da das Mini-Pow-Wow im Jungenzelt aber zu dieser Zeit etwas laut war, machte Kojote in Absprache mit Tatze noch einen kleinen Umweg, um dort auf die etwas zu hohe Lautstärke hinzuweisen.

Obwohl sie dort noch eine kleine Weile blieb, fand Kojote bei ihrem Besuch bei den Kindern das Vertrauen der Erwachsenen voll bestätigt. Es war für unsere Abgänger aber auch für die Mitglieder der Ältestengruppe, die noch einmal kommen durften, ein gelungener und spaßiger Abschiedsabend. - Zum Zeitpunkt des Besuches von Grinsende Kojote waren die Pow-Wow-Feiernden gerade beim Flaschendrehen angekommen. Obwohl sie eigentlich nur auf die etwas zu hohe Lautstärke aufmerksam machen wollte, blieb die spontan eingeladene Kojote noch ein wenig bei unseren Ältesten, bevor auch sie sich mit einem guten Gefühl wieder verabschiedete. Für die am Mini-Pow-Wow beteiligten sollte es am Ende eine sehr kurze Nacht werden.

Am nächsten Morgen baute sich durch verschiedene Äußerungen gegenüber vereinzelten Teamern ein Bild der Veranstaltung zusammen, bei dem am Ende, trotz des sich ergebenen Schlafmangels bei den Beteiligten, die Kinder den Erwachsenen – selbst Jahre später – immer noch mit reinem Gewissen in die Augen sehen konnten.

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