Heimfahrt einmal anders

Wenn am Ende alles improvisiert ist

Die Heimfahrt 2007 war etwas völlig besonderes. Wir improvierten völlig. Wanderung - nicht möglich; Zugfahrt - nur eingeschränkt möglich; Wer muss eigentlich nach wo? - Listen vor der Freizeit stimmen gar nicht mehr ... bitte neue nutzen.

Bushaltestelle SEV - Foto: NAJU BW / M. Bormuth

Schienenersatzverkehr - die Teamer hoffen dieses Zeichen im nächsten Jahr nicht mehr zu sehen. - Foto: NAJU BW / M. Bormuth

Aufgrund unserer unfreiwillig stattfindenden früheren Heimreise, war in diesem Jahr die Heimfahrt völlig anders. An eine Wanderung durch die Gauchachschlucht war durch die Witterung überhaupt nicht zu denken. An die Busverbindung brauchte man angesichts der sehr häufig fahrenden Busse zum Treffpunkt in Döggingen auch nicht denken. Letztlich wurde ein großer Pendelverkehr mit allen Begleitfahrzeugen eingerichtet. Durch diesen Pendelverkehr gab es wie bereits bei der Busfahrt 2005 am Abreisevormittag etwas mehr Zeit, Das am Ende auf Teamerseite das ein oder andere nicht so ganz stimmig am falschen Ende landete, lag an einer etwas falschen Sortierung am Lagerplatz bzw. später dann bei der Gepäckeinladung in die restlichen Begleitfahrzeuge.

Große Tatze hatte zwar sein Materialgepäck in die Geschäftsstelle bekommen, seine Trommeln aber lagen bei Wilder Eiche. Auch der ein oder andere Essensbeutel sollte beim völlig falschen Teamer oder sogar in der Geschäftsstelle ankommen. Aber zumindest bei den Kindern war es so, dass unseres Wissens alles am richtigen Ort landete. Zumindest kamen nach der Freizeit keine großen Suchmeldungen in der Geschäftsstelle an.

Auch in diesem Jahr gab es wieder den Großeinkauf an Brot und Nusszöpfen für zu Hause, bei dem sich nicht nur die Teamer beteiligten. Mit entsprechend aufgestocktem Gepäck war es schließlich irgendwann soweit und die ersten Touren zur Schienenersatzverkehrshaltestelle in Döggingen fuhren vom Bauernhof ab.

In Döggingen angekommen sortierte jeder Indianer zuerst einmal sein bereits mit der ersten Tour angekommenes Gepäck und richtete sich zur jeweiligen Abfahrt mit dem Ersatzbus oder mit Eltern oder sonstiger Verwandten. Schließlich waren alle Kinder und Erwachsene mit den immer wieder ankommenden Pendelverkehren an der Haltestelle „Döggingen Adler“ angekommen. Kurz darauf begann dann die etwas andere Abschiedszeremonie, da die Eltern im Gegensatz zu normalen Jahren in diesem Jahr sehr zahlreich und nicht gleichzeitig zum Abholen der Kinder vorbei kamen. Zur Verwunderung einiger Kinder, waren hierbei auch Eltern angekündigt, deren Weg zum Stuttgarter Bahnhof kürzer gewesen wäre.

Bei leicht vom Himmel tropfendem Regentropfen, kam einige Zeit später der Bus und wir verluden unser übriges Gepäck in diesen. In Donaueschingen hieß es schließlich wieder ausladen, umladen und ab in den Zug. Da dieser noch einige Zeit stehen würde, war er zu unserem Einsteigzeitpunkt noch leer.

Baustellenhinweis Sperrung Höllentalbahn 2007 - Foto: NAJU BW / M. Bormuth Wir kämpften uns mal wieder durch die Schwirigkeiten des Bahnverkehres. Damals hatten wir mit den Schwierigkeiten bei einer Gruppenreise wirklich manchmal sogar noch eine Engelsgeduld mit der Bahn - Foto: NAJU BW / M. Bormuth

Große Tatze versuchte zu diesem Zeitpunkt noch einen Schaffner zu finden, um die für die eigentliche Rückfahrt ausgestellten Fahrkarten als gültig nachfragen zu können. Da der Zug mal wieder ohne einen solchen fuhr und der Triebfahrzeugführer ihm hier nicht weiterhelfen konnte, kehrte Tatze unverrichteter Dinge wieder zur Gruppe zurück. Dabei entdeckte er zum ersten Mal ein Plakat für den Schienenersatzverkehr. „Auf der Höllentalbahn benötigen sie derzeit eine Engelsgeduld“ stand dort zu lesen. Ohne es zu wissen hatte die Bahn bei der Formulierung wirklich recht.

Denn eine Engelsgeduld war wirklich während der letzten beiden Freizeiten sehr von Vorteil. Auch ahnte Tatze zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass sein Besuch an der Spitze des Zuges nicht der letzte an diesem Tag sein sollte.

Die Abfahrtszeit des Zuges näherte sich und schließlich war es soweit. Eigentlich sollte der Zug losfahren, doch nichts geschah. Na gut nichts ist vielleicht übertrieben, denn es wurde bereits seit einiger Zeit versucht den Motor des Zuges zu starten. Da dieser jedoch auch Minuten nach der eigentlichen Abfahrt noch nicht so ganz wollte, standen wir in Donaueschingen und warteten geduldig darauf, endlich losfahren zu können.

Knapp 5 Minuten nach der planmäßigen Abfahrtszeit war es dann so weit. Wir fuhren. Einen Blick auf den Fahrplan später entschlossen sich Schreibt wie Mann, Wache Hand, Wolfsnase und Tatze dafür beim nächsten Halt einmal beim Fahrer nach Anschlusssicherung in Tuttlingen anzufragen. Gesagt getan und so war es zwei Stationen weiter klar, dass wenn nicht alles schief gehen würde unser Anschlusszug auf unser Eintreffen warten würde.

Nach dem allgemeinen Umladen des Gepäcks hieß es gemütlich einen Sitzplatz im Zug zu finden. Obwohl wir in Tuttlingen erst während der Fahrtroute zustiegen, schafften wir es gemütliche Plätze in unmittelbarer Nähe zu finden. So wurde die Fahrt nach Hause, trotz frühzeitig beendeter Freizeit und stark dezimierter Zuggruppe ,zumindest ohne große Platzprobleme beendet.

Pünktlich wie die Maurer erreichte schließlich der Zug den Stuttgarter Hauptbahnhof und es hieß auch für die letzten Abschied nehmen.

Der Abholdienst für Schneller Hirsch hatte hier noch eine leichte Verpeilung zu vermelden. Lachendes Eichhörnchen, Teilnehmerin des Jahres 2003 und Freundin von Schüchterner Sonne, der Schwester von Schneller Hirsch, wollte eigentlich mitkommen, hatte dies jedoch durch unglückliche Umstände vergessen und schloss somit den Kreis, der auf der Hinfahrt mit der vergessenen Abfahrt von Silberner Donner und Feuerpranke begann.

Abenteuergeschichten im deutschen Bahnverkehr