Das Anschleichspiel

Ein Lagerzeitungsbericht

Ein kleiner Tagesausflug zum Nachbarlager endete häufig in einem weiteren nächtlichen Ausflug in die gleiche Richtung. Kluger Rabe erzählt in der Lagerzeitung 2010 von einem etwas anderen Ausflug.

Am Dienstag Nachmittag sind viele Kinder losgegangen, um die Pfadfinder zu belauschen. Auf dem steilen und rutschigen Weg gingen wir an den Earthlodge vorbei. Bald danach begannen wir zu schleichen, denn das Pfadfinderlager war nicht mehr weit weg. Als wir endlich am Ziel waren, ist jedes Kind an eine andere Stelle gegangen und wir haben vom Waldrand die Pfadfinder beobachtet. Wir sind immer näher an das Lager gegangen.

Doch bald darauf haben und die Pfadfinder entdeckt. Alle sind wie wild davon gerannt und kreuz und quer durch den Wald gerannt. Danach sind zwei Jungs und ich zu einem guten Angriffsplatz gekommen. Doch leider wurden wir von einem Pfadfinder entdeckt. Nachdem der Junge weg war, sind wir drei wieder in verschiedene Richtungen gegangen.

Ich bin alleine weiter gegangen und bin bald darauf auf eine große Wiese gekommen. Dann habe ich mich ins Gras gelegt und habe die Pfadfinder beobachtet. Doch irgendwann wurde mir langweilig und ich habe mich auf den Rückweg gemacht. Plötzlich hatte ich Angst gehabt, dass alle anderen Kinder schon ins Indianerlager zurück gegangen sind. Glücklicherweise habe ich Wilde Eiche getroffen und bin mit ihm und ein paar anderen Kindern zurück zum Lager gegangen.

Als wir ankamen, gab es gleich Abendessen. Während dem Abendessen kamen noch die Kinder, die wir nicht gleich gefunden hatten. Da die anderen Kinder, die nicht beim belauschen dabei waren, auch schleichen wollten, haben wir beschlossen nachts bei den Pfadfindern die Fahne zu klauen.

Um zehn Uhr sind wir (die mit wollten) im Dunkeln, den engen Weg zum Pfadfinderlager gelaufen. Auf dem Weg mussten wir ein Stück alleine gehen, denn die Earthlodge hatte Wachen aufgestellt. Nachdem wir den engen Weg gelaufen sind, sind wir alle wieder runter geschlichen.

Leider konnten wir in der Dunkelheit nichts sehen und sind so viel zu früh runter gegangen. Überall haben uns Dornenhecken den Weg versperrt. Doch drei Jungs und ich haben uns durch die Dornen geschlagen. Als wir es endlich nach draußen geschafft hatten, haben wir uns erst einmal ins Gras gelegt und die Sterne betrachtet. Danach haben wir uns über die nasse Wiese gerollt, damit uns niemand sieht.

Die drei hatten irgendwann keine Lust mehr und sind umgekehrt. Also bin ich alleine weiter gerollt. Da kam ich zu einem Hügel. Dort habe ich eine Weile im Gras gelegen. Danach bin ich langsam den Hügel herunter gerollt. Ich bin zu einem Zelt gerollt und habe versucht einen Hering abzumachen. Leider war er zu tief in der Erde und ich konnte ihn nicht rausziehen. Plötzlich stieg auch noch eine Frau aus dem Zelt und leuchtete mir mit der Taschenlampe mitten ins Gesicht. Stöhnend verlies sie das Zelt. Ich war sehr froh, dass sie nichts gesagt hatte und beschloss wieder zurück zu gehen. Allein bin ich dann bei den Earthlodge entlang gegangen.

Pitschnass bin ich an unserem Lager angekommen. Viele Kinder saßen noch am Lagerfeuer und haben Schokobrote gegessen. Eine Weile später kamen die letzten Kinder, die mit den Pfadfindern Freundschaft geschlossen hatten. Sie erzählten uns, dass sie mit den Pfadfindern ums Feuer gestanden hatten und Salzstängelschen und Schokolade gegessen haben.

So war für uns alle klar, dass die Pfadfinder ab jetzt unsere Freunde waren. So gingen alle zufrieden und müde in den warmen und kuscheligen Schlafsack.

(Kluger Rabe – Rauchwolke 2010)

Geschichten mit der Nachbarschaft

 

Mit der NAJU auf Schleichpfaden
Übersicht Indianerlager Äckerhof - Foto: NAJU BW / L. Praetorius

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