Stockbrot Flambé und Nachtschicht

Pow Wow mal anders

Das Pow Wow 2011 hatte für alle Beteiligten zwei richtig große Highlights zu bieten. Eines davon war "Stockbrot Flambé". Wir hatten nämlich ein kleines Problem mit unserem Stockbrotteig und mussten improvisieren. Und bei der letzten "Nachtschicht" im Versammlungszelt vor der Einführung des Übernachtungsrituals wollten einige Kinder absolut nicht ins Bett.

Gruppe im Versammlungszelt - Foto: NAJU BW / M. Bormuth

Was angesichts dieses Bildes anscheinend leicht übertrieben war. :) - Foto: NAJU BW / M. Bormuth

Malila fühlte sich in diesem Jahr für die Herstellung des Stockbrotteiges verantwortlich. Beim Kneten stimmte am Ende unglücklicherweise das Verhältnis von Mehl zu Flüssigkeit nicht so ganz. Da Malila jedoch mit ihren fleißigen Helfern das Mehl erfolgreich vollständig in den Teig geknetet hatte, war guter Rat teuer. Spätestens als die ersten Stockbrote erfolgreich tropfend das Lagerfeuer besucht hatten, wurde uns eines klar. So geht es in diesem Jahr definitiv nicht.

Mit dem noch in der Küche gefundenen Grieß wurde nun der Teig versucht anzudicken. Am Ende erfolgte ein zweiter Versuch mit unseren Stöcken. Doch auch diesmal tropfte das Stockbrot schneller als es backen konnte. – Also Stöcke weg; andere Variante her.

Poloma ging in die Küche und brachte Öl und eine Pfanne mit. So sollte es in diesem Jahr wieder einmal gebackenes Stockbrot geben. Doch der erste Versuch wurde definitiv ungenießbar. "Stockbrot Flambé" schmeckt einfach nicht.

Doch was war passiert: Die Pfanne mit dem backenden Stockbrotteig stand etwas zu weit in Richtung der Glut und des Lagerfeuers. Dadurch wurde das Öl etwas zu heiß. Nach einer schnellen Reaktion ging es kurz darauf mit neuem Teig, neuem Öl und einer gelöschten Pfanne weiter. Mit wesentlich mehr Abstand backte Poloma jetzt weiter. Es klappte alles wunderbar und das jetzt auch genießbar aus der Pfanne kommende Grieß-Mehl-Stockbrot schmeckte sogar richtig gut. Am Ende war jedoch trotz aller Bemühungen wesentlich mehr Teig im Verhältnis zu unserem Hunger übrig.

Gemütlich sollte der Abend nun ausklingen. Immer mehr Indianer verließen unser gemütliches Beisammensein im Versammlungszelt in Richtung ihrer Schlafsäcke. Am Ende blieben nur noch Schwalbe die am Himmel fliegt, Langer Regenbogen, Wind der Bäume fällt und Blume der Sonne übrig. Tatze, nach dem Ausscheiden von Poloma und Malila der letzte noch verbleibende Teamer und prädestiniert für Nachtschichten beim Pow Wow, übernahm auch diesmal wieder die Feuerwache. Großflächig wurde mit Feuerholz das Lagerfeuer noch einmal angefacht. Ziel der vier Kinder war es nämlich bis mindestens drei Uhr wach zu bleiben. Sie wollten damit den "Versammlungszeltwachbleiberekord" schlagen. An den Rekord aus 2006 mit der großen Mini-Pow-Wow-Party mit 5 Uhr wollten sie sich dann doch nicht herantrauen.

Tatze selbst wartete bis das Feuer um halb drei soweit runter gebrannt war und machte es sich in seinem Schlafsack gemütlich. Seit einigen Nächten schlief er nämlich aufgrund seines Gipses mal wieder im Versammlungszelt.

Am nächsten Morgen kam von allen Vieren einhellig die Aussage, dass sie es bis kurz nach drei ausgehalten hätten.

Nachzuprüfen war dies zwar nicht, aber wir glaubten ihnen dennoch.

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