Wie ging der Weg nochmal?

Auf der Suche nach dem B-Weg

Am Ende der Freizeit begann es nass zu werden. Es regnete so viel, dass Tatze und Jormas beschlossen sicherheitshalber auf der Wanderkarte nach dem Notweg aus 2006 zu schauen. Bevor uns auf der Wanderung etwas passierte, wollten wir – insbesondere nach dem großen Regenschauer in der Abschlussnacht – nicht durch die Gauchachschlucht zum Bahnhof Döggingen zurück laufen. Doch gab es spätestens mit der endgültigen Entscheidung dazu ein ganz großes Problem.

Wegweiser - Foto: NAJU BW / M. Bormuth

Endlich der Wegweiser den wir so lange gesucht hatten - Foto: NAJU BW / M. Bormuth

Keiner der damals anwesenden Teamer (Jormas, Wapiti, Chosovi, Tatze) wusste noch wie weit der Weg überhaupt ist und vor allem wie viel Zeit wir dafür benötigen. Dadurch sollte die Wanderung zurück in diesem Jahr bis zur Grillhütte kurz vor Döggingen ein richtiger Blindflug werden. Denn erst an der Grillhütte konnten wir uns mit unseren normalen Weg richtig auf unseren regulären Zeitablauf timen.

Die Wandergruppe war schnell klar. Mehr als das Zugteam nach Döggingen konnte für die Wanderung nicht abgestellt werden. Tatze, der als einziger noch halbwegs Ahnung hatte wie der Weg ging, machte den Wanderführer und hatte jeder Zeit die Karte auch griffbereit. Ohne unsere Fußkranken – die zusammen mit dem Gepäck nach Döggingen kommen sollten – machten wir uns schließlich weit vor der üblichen Zeit auf den Weg. Wir wollten nichts riskieren.

Eine weitere Neuerung hatten wir für die Rückwanderung ab diesem Jahr auch noch eingebaut. Einen Abstecher zum Bauernhof. Auf der einen Seite konnten sich so alle Indianer noch einmal richtig von der Bauernfamilie verabschieden, auf der anderen Seite auch alle Kunden noch ihre vorbestellten Backwaren bezahlen. Die Lieferung würde dann mit dem großen Gepäck nach Döggingen fahren.

Über den öffentlichen Wanderweg gingen wir dann – vorgemeldet – mitten durch das Lager der Earthlodge. Da Tatze nur noch wusste, wie der Eingang auf der Waldseite ausschaut, musste dort erst noch der Eingang gefunden werden. Mit einem kleinen Umweg im Wald hatten wir ihn schließlich auch gefunden. Jetzt begann der erste mühsame Teil der Wanderung. Wir mussten die steile Anhöhe erklimmen. Alle machten sich auf dem steilen Wanderweg daran. Etwas geschafft kamen wir am Ende auch alle oben an. Für Tatze war bereits vor dem Aufbruch am Platz klar. Entgegen aller Durchlaufwanderungen auf dem Rückweg – dort oben muss auf jeden Fall eine Pause stattfinden.

Eine viertel Stunde Pause war jetzt angesagt. Gezählt wurde nach der Ankunft der Letzten. Denn nur so war es fair.

Nach der Pause kam es zum ersten Ausfall der Wanderung. Blume die dem Wind trotzt knickte beim Aufstehen um und konnte nicht mehr weiter wandern. Chosovi brachte sie zurück zum Lager. Tatze telefonierte mit ihr und klärte mit ihr, dass sie von dort aus wieder uns nachfolgen würde.

Wir folgten jetzt den Landwirtschaftswegen auf dem Plateau in Richtung Mundelfingen. Kurz vor diesem beschaulichen Örtchen würden wir die Straße überqueren und uns in Richtung des Waldes orientieren. Auf dem Weg dorthin kontaktierte Tatze noch einmal Chosovi um ihr sicherheitshalber noch einmal Bescheid zu geben und um ihren Standort zu wissen.

Am Ende standen wir schließlich nicht nur am Waldrand, sondern auch an einem Wegweiser, der uns den Weg zur Burgmühle zeigte. Dort wollten wir aber nicht hin, so dass wir uns mehr über den zweiten Wegweiser freute. Dieser zeigte nämlich als erste Wegmarkierung überhaupt eine Entfernung nach Döggingen an.

Eine weitere kleine Pause später begannen wir schließlich mit dem langsamen Abstieg in Richtung Döggingen. Abstieg deshalb, da wir nach Döggingen noch durch eine Schlucht gehen mussten. Einmal zum Balgenbächle runter, drüber und dann auf der anderen Seite wieder genau so viele Höhenmeter wieder rauf.

Während Tatze von vielen Wanderern überholt wurde, er telefonierte nochmals mit Chosovi, begannen wir den Abstieg zum Balgenbächle. Am Waldrand hatte uns der Blaue Vogel schließlich auch wieder eingeholt. Wieder vollständig gingen wir vorsichtig den Waldweg hinab.

Am Balgenbächle angekommen war sich der Rest der Gruppe über den Weg zwar ziemlich sicher, wartete aber dennoch auf die genaue Bestätigung und auch auf den Rest der Gruppe. Wieder vereint begannen wir mit dem Aufstieg nach dem Balgenbächle. Jetzt war es nicht mehr weit bis zur Grillhütte.

Den nächsten Wegweiser trafen wir an der Kreuzung mit unserem regulären Weg aus der Gauchachschlucht. Jetzt war schließlich klar: Wir lagen einigermaßen brauchbar in der Zeit, hätten aber wohl nicht viel später am Lager weggehen sollen. Im Vergleich zum Vorjahr waren wir zwar etwas später dran, aber dennoch völlig im Uhrzeitplan. Von der normalen Wanderplanung waren wir gut 30 bis 45 Minuten später. Da wir am Morgen diese Zeit bereits früher vom Lagerplatz aufgebrochen waren, war alles völlig in Ordnung. Der Puffer war aber vollkommen nötig gewesen. An unserer üblichen Pausenstelle machten wir jetzt mit unserem Vesper unsere übliche Henkersmahlzeit.

Starker Baum hatte am Vorabend beim Pow Wow noch einen Auberginen-Aufstrich selbst hergestellt. Diesen bot er mit mehr oder weniger Begeisterung bei den Beteiligten nun zum Essen an. Andere entdeckten den üblichen Kletterbaum oder tauschten noch die letzten Adressen auf.

Halbwegs eingetaktet brachen wir mit einer kleinen Verspätung schließlich zum Bahnhof in Döggingen auf. Am Trinkwasserbrunnen füllten die Zugfahrer ihre Trinkflaschen für die anstehende Zugfahrt auf.

Am Bahnhof angekommen erfolgte nun die übliche Verabschiedung und ein großes Winken. Der Zug kam in diesem Jahr pünktlich und so brachen die Zugfahrer schließlich um 14:00 Uhr mit Umsteigen in Rottweil wieder nach Stuttgart auf.

Mehr Wandergeschichten