Unfreiwillige Verlängerung

Wenn die Bahn nicht kommt

Die zweite Freizeit von Regenbogen singt mit der Feder war auch ihre letzte. Entsprechend war ihre Stimmung und Fitness auf der Heimfahrt nach Stuttgart. Die Freizeit sollte für sie am Ende unfreiwillig noch etwas länger dauern, wofür aber weder wir noch sie etwas konnten. - Deutsche Bahn (aber nicht auf unserer Strecke)

Über die Pünktlichkeit unserer Eltern beim Abholen der Kinder können wir uns eigentlich nicht beklagen. Egel wo - egal wer - egal wie - die Kinder nach der Freizeit weiter auf die eigentliche Heimreise zu schicken war noch nie ein großes Problem.

  • 2006 hatte die Mutter von Chosovi leichte Probleme mit der S-Bahn und kam erst ein paar Minuten nach uns an.
  • 2006 gab es ein Geschäftsstellenversehen, wodurch ein Kind in Döggingen mit dem Abbauteam nach Hause fahren musste (seitdem machen wir unsere Listen selbst)

das war es eigentlich - Bis 2012.

Der Mutter von Regenbogen singt mit der Feder ist dabei auch kein Vorwurf zu machen, da sie unter normalen Bedingungen weit vor uns und somit rechtzeitig in Stuttgart angekommen wäre. Und als großflächig abzusehen war, das es weder bis zu unserer Ankunft noch bis kurz danach reichen konnte, tat sie genau das richtige. Sie setzte die Telefonkette in gang und rief auf dem Notfalltelefon der Geschäftsstelle an.

Gemütlich in Rottweil umgestiegen, warteten wir auf die Abfahrt nach Stuttgart, als es bei Tatze auf dem Telefon klingelte und am anderen Ende der Notfalldienst der Geschäftsstelle sich meldete. Mit großem Vorlauf war jetzt bekannt, dass in Stuttgart Regenbogen singt mit der Feder auf jeden Fall übrig sein würde und es noch einiges dauern würde bis ihre Mutter, von ihrem eigenen Städtetrip nach München zurückkommend, ihre Tochter abholen könnte. Sie saß in der Bahn fest.

Für uns griff der schon lang in der Schublade liegende Notfallplan: der zeitlich und zugtechnisch flexibelste Teamer (Tatze) bleibt stehen und betreut das Kind bis zum Ende. - Und die Bahn trägt ihren Teil dazu bei.

Tatze informierte Regenbogen und erklärte ihr auch, wie es in Stuttgart dann weitergehen würde, denn eines mussten wir nicht: auf dem zugigen Bahnsteig stehen, bis der ICE mit ihrer Mutter irgendwann dann auch mal in Stuttgart eintreffen sollte. Gleichzeitig machte er seinen Teil der Telefonkette - er rief nämlich seine eigene Mutter an, dass es bei ihm heute Abend später werden wird bis er bei ihr ankommt.

Die Mutter von Regenbogen singt mit der Feder hielt die Geschäftsstelle über die Entwicklung informiert - die Geschäftsstelle hielt die Zugfahrer informiert und so wussten wir bei der Ankunft in Stuttgart, das Regensbogens Mutter mit ihren ICE zumindest wieder rollte. Wo aber genau sie war wusste keiner - Streckensperrung.

Das Chaos am Stuttgarter Hauptbahnhof bekamen auch die Mannheimer Zugfahrer um Flinker Salamander mit. Eigentlich wollten sie evtl. mit einem früheren Zug weiterfahren, aber der hing auch in der Streckensperrung fest (der fuhr noch hinter Regenbogens Mutter). So nahmen sie letztlich den eigentlich geplanten Zug um halb sechs.

Alle Kinder außer Regenbogen waren bei ihren Eltern angekommen - oder noch weiter unterwegs nach Mannheim - so dass das "Notprogramm" am Stuttgarter Hauptbahnhof starten konnte. Tatze organisierte einen damals noch vorhandenen Gepäckwagen auf dem das umfangreiche Gepäck gestapelt werden konnte. Da keiner wusste, wie lange es noch dauern könnte, gingen Tatze und Regenbogen erstmal etwas zu Essen organisieren. Regenbogen entschied sich für das "goldene M".

Dort angekommen großes Hallo. Die Mannheimer waren nach der Entdeckung ihres Zugdebakels gerade selbst dort angekommen, Jormas stand bei Yormas an und auch ein abgeholtes Kind kam gerade noch vorbei.

Jormas, der dieses Jahr ausnahmsweise wieder einmal mit dem Zug gefahren war, passte während des Einkaufes beim goldenen M auf das Gepäck auf. Im Anschluss verteilten wir uns dann wieder. Jormas ging zu seinem Zug und Regenbogen mit Tatze zur Deutschen Bahn. Nicht beschweren ... sich hinsetzen und die Getränke zum Einkauf organisieren.

DB Lounge Stuttgart - ein praktischer Ort wenn man nicht weiß wann man weiterfahren kann. Gute Sitzmöglichkeiten, man kann sein Essen mitbringen und die Getränke kosten auch nichts. (Zumindest wenn man, wie Tatze, die Vielfahrervoraussetzungen erfüllt.) Wir machten es uns bequem. Und während Regenbogen singt mit der Feder sich bereits stärkte, begann Tatze mit der kleinen Stuttgarter Telefonkette.

Um nicht immer alles über Umwege und doppelt und dreifach jetzt telefonieren zu müssen, rief er als aller erstes Regenbogens Mutter an. Die, erfuhr er, war gerade in Ansbach auf der Umleitungsstrecke durch und auf dem Weg nach Stuttgart. Er teilte ihr mit, wo sie in Stuttgart ihre Tochter dann abholen könnte und dass es ihr bis zu ihrer Ankunft an nichts mangelt. Falls noch etwas sein würde, gab er ihr auch seine Telefonnummer.
Im Anschluss dann Telefonat mit dem Notfalldienst der Geschäftsstelle. Er meldete alle anderen Kinder als abgeholt oder auf der privat organisierten Weiterfahrt (Mannheim) und dass er jetzt mit Regenbogen in der Lounge auf ihre Mutter warten würde. Auch dass der Notfalldienst in unserem Fall jetzt Feierabend machen könnte, da wir uns jetzt direkt verbunden hätten. Es war einfach sinnvoller.

Mit zwei Stunden Verspätung sollte schließlich die Mutter von Regenbogen singt mit der Feder in Stuttgart ankommen - also eine knappe Stunde Aufenthalt für uns. Um einen günstigen Anschluss nach Hause zu bekommen, trafen wir uns dann doch nicht in der DB Lounge sondern am Bahnsteig an dem der Zug aus München ankam. Regenbogen und ihre Mutter eilten zum Zug in Richtung Karlsruhe und Tatze stieg nach reichlicher Überlegung dann in den Zug aus München ein.

Eine halbe Stunde später war er dann in Mannheim angekommen. Mit dem Taxi weitere zwanzig Minuten später war er dann auch endlich am Ziel. Die Freizeit 2012 zuende.

Abenteuergeschichten im deutschen Bahnverkehr

 

Mit der NAJU auf Schleichpfaden
Übersicht Indianerlager Äckerhof - Foto: NAJU BW / L. Praetorius

OxMox-Freizeit

Unsere Freizeit findet in der Nähe von St. Roman im Schwarzwald statt.
Über 9 Tage erleben wir mit unseren 8 bis 12jährigen Teilnehmer*innen vielfältige Erlebnisse rund um das Thema Indianer.

jetzt informieren