Das hatten wir jetzt auch noch nicht

Wenn der Zug einen plötzlich verlässt

Mit der Bahn hatten wir in den letzten Jahren schon viel erlebt. Keine Schienen auf der Strecke, keine Klos in den Zügen, leere Züge, volle Züge … aber so völlig ohne Zug standen wir noch in keinem Jahr da.

Bahnhofsschild Böblingen - Foto: NAJU BW / M. Bormuth

... und dann kam Böblingen. - Foto: NAJU BW / M. Bormuth

Durch die Weichenarbeiten in Villingen mussten wir ja recht kurzfristig umplanen und über einen großen Umweg Stuttgart anfahren. Eigentlich kommen wir nach der Freizeit um 16:42 Uhr im Stuttgarter Hauptbahnhof an. Durch die fehlende Verbindung nach Rottweil sollte es in diesem Jahr dann zunächst 17:42 Uhr sein. Doch eins vorweg … es wurde noch später.

Mit kleiner Zuggruppe (nur 13 Kinder mussten in diesem Jahr noch nach Stuttgart fahren) stiegen wir um 14 Uhr in den Zug in Richtung Donaueschingen. Weiter sollte es in diesem Jahr nicht gehen, da in Villingen eine Weiche getauscht wurde. Statt nach Rottweil weiter, fuhren wir also mit der Schwarzwaldbahn weiter in Richtung Bodensee.

In Singen wollten wir dann schließlich den Zug nach Stuttgart bekommen. In Singen dann gemeinschaftlicher Gepäcktransport. Feuermachender Fuchs war in Donaueschingen noch ganz begeistert vom Gepäckband für Koffer. In Singen konnte er es dann direkt live ausprobieren. In den Zug eingestiegen und das Gepäck verstaut, machten wir es uns gemütlich.

Nach einiger Zeit begann eine kleine Wanderung. Der Gepäckbereich wurde zum Ruheabteil erklärt und kleine und größere Dösereien begannen. Die Zugfahrt wurde länger und länger. Alles freute sich aufs ankommen. Tatze und Schlangenblume beschäftigten sich mit der Lagerzeitung. Tatze brachte erst einmal Ordnung in das System; Schlangenblume schrieb noch die Anreise und ergänzte ein wenig hier und da. Malila stieg in Bondorf aus. Dort war sie am Ziel und wurde von ihrer Familie abgeholt. Wir fuhren weiter.

20 Minuten vor Stuttgart wurde die Heimfahrt dann munter. Der Lokführer machte die Durchsage dass die Bahn beschlossen habe, wegen einer Oberleitungsstörung unseren Zug in Böblingen enden zu lassen. Fahrgäste nach Stuttgart sollen die nächste S1 im Blockabstand folgend benutzen.

Also alles ausgeladen. Bahnsteig betrachtet – S-Bahn gesehen – uns angeschaut … Kopf geschüttelt. Shania und Donoma "quetschten" sich mit den anderen Fahrgästen unseres 5-Doppelstockwagen-Zuges in die S-Bahn – der Anschluss nach Mannheim wartete – wir anderen blieben in Böblingen. Das hatten Kinder und Erwachsene einstimmig beschlossen.
Tatze befragte den Fahrkartenautomaten nach der neuen Fahrzeit und informierte die NAJU. Dann wollte er anfangen die Eltern anzurufen. Beim wählen der ersten Nummer fiel ihm ein, dass eigentlich ein Anruf ausreichen müsste, da die Abholer wohl schon auf dem Bahnsteig auf uns warten würden. Immerhin hätten wir eigentlich in 5 Minuten ankommen sollen.

Der Vater von Blume des Sommers wurde angerufen und erreicht. In Stuttgart hatte unser Zug noch Verspätung auf der Anzeigetafel. Tatze erklärte die Situation und die neue Ankunftszeit – und das geänderte Bahnhofsstockwerk. Die S-Bahn kommt im Keller an und mit Wapiti und Tatze waren nur noch 2 Teamer übrig. Mit 11 Kindern zwar kein Thema, aber mit Kind und Gepäck wollten sie jetzt doch nicht noch durch den Hauptbahnhof laufen. Blume des Sommers' Vater informierte netterweise die anderen Eltern, so dass die große Telefonkette ausbleiben konnte.

Kurz nach der Abfahrt der S-Bahn mit den Mannheimern - mit entsprechend des Andrangs und der Fülligkeit des Zuges angelaufenen Verspätung - fuhr der IC aus Zürich an uns vorbei. Moment! War da nicht was mit Oberleitungsstörung bei Stuttgart West? Der Zug fährt doch die gleiche Strecke wie unser hier eingekürzter RE.

Da die S1 sonntags in Böblingen nur alle 30 Minuten fährt, hatten wir nun richtig Zeit. Schöne Wolke am Himmelsfeld suchte die UNO-Karten, Tatze erklärte noch ein wenig Bahn-Latein und Wapiti entspannte sich in der Sonne.

Schließlich kam die S-Bahn und wir stiegen ein. Mühsam fuhren wir, an jedem Bahnhof haltend, nach Stuttgart. Um 18:30 Uhr erreichten wir dann doch noch Stuttgart Hauptbahnhof (Tief). Die Bahnsteigkette hatte funktioniert und alle Abholer waren zur S-Bahn gekommen. So brachen wir letztlich alle in die unterschiedlichen Richtungen nach Hause auf. Wapiti ließ sich von seiner Schwester abholen und Tatze ging wie immer erst einmal in die DB Lounge. Dort gönnte er sich nicht nur seine traditionelle heiße Schokolade zum Abschluss. Er fragte dort auch nach der Ankunftszeit des von uns in Böblingen gesichteten ICs aus Zürich.

Warum jetzt allerdings unser RE in Böblingen enden musste und der IC kurz darauf jedoch völlig planmäßig nach Stuttgart fahren konnte (eine Minute Verspätung in Stuttgart Hauptbahnhof) wird wohl ewig das Geheimnis der Deutschen Bahn Transportleitung Stuttgart bleiben.

Abenteuergeschichten im deutschen Bahnverkehr

 

Mit der NAJU auf Schleichpfaden
Übersicht Indianerlager Äckerhof - Foto: NAJU BW / L. Praetorius

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