Wir brauchen viel Improvisationstalent

Und irgendwie ging es immer

Gute Kenntnisse der eigenen Umgebung sind bei Freizeiten nicht nur die halbe Miete. Bei unseren Verhältnissen 2014 war es fast die ganze Miete. Wir waren so wenig auf den Platz wie noch nie und haben dennoch die wesentlichen Elemente der Freizeit unterbekommen. Und das ganze situationsbedingt auch mit so wenig Absprachemöglichkeiten im Gesamtteam wie noch nie.

Es begann eigentlich bereits in der ersten Nacht. Trotz Aufforderung an unseren Tipileferanten die Schlafverhältnisse vom letzten Jahr nicht noch einmal zu wiederholen, trat genau dieses ein. Nunja ... noch etwas mehr. Es ging nämlich noch nicht einmal mehr mit den gespannten Tarps mehr schlecht wie recht. Und so hätten wir eigentlich die Freizeit nach der ersten Nacht fast schon abbrechen müssen. Wir hatten für schlechtes Wetter keine sicheren Schlafplätze mehr. Entsprechend sauer informierten wir die Geschäftsstelle, die uns zumindest etwas Linderung mit einem Ersatzzelt versprach. Das sollte mit dem eh geplanten Besuch am Montag gleich mitkommen.

Hilfe nahte vom Bauernhof. Der Heuboden war frei - wir kannten uns dort super aus - Die Kinder und die Hälfte der Teamer zogen um. Es begann das geteiilte Arbeiten. Die "Platzkommission" und die "Heubodenfraktion" begannen sich für die kommenden Nächte zu richten. Auf dem Platz lag der Hauptaugenmerk dabei wassergeschützte Schlafplätze zu finden. Dies war sowieso recht einfach, da wir Teamer kaum in einem Tipi geschlafen haben und daher sowieso an unseren Schlafplätzen bleiben konnten. Im Heuboden legte sich Poloma auf einen freien Fleck zwischen die Kinder. Die anderen Teamer bauten sich eine abenteuerliche Konstruktion (eigene Geschichte).

So begann die zweite Nacht der Freizeit und die erste Nacht am Bauernhof. Für uns Teamer bedeutete das allerdings auch eines: Es gab keine Möglichkeit für abendliche Teambesprechungen, die damit jetzt vollständig gestrichen waren. Die Heubodenfraktion kümmerte sich am Bauernhof um die Kinder und die Platzkommission kümmerte sich um den Lagerplatz - und um das Frühstück. Denn auch für unsere Dienstgruppen gab es in diesem Jahr situativ weniger zu tun wie sonst.

Obwohl wir am Sonntag keine Teambesprechung machen konnten, war das Programm für Montag noch relativ klar: Wir konnten unsere Ursprungsplanung für den Vormittag noch wunderbar durchführen. Die Workshops waren klar - das Wetter kam und wir machten das was wir bisher schon immer gemacht haben. Das Programm für Montag Mittag wurde sehr spontan verändert ohne das wir etwas dafür konnten. Denn das war unsere Wasserschlacht. Und jetzt war eh alles anders. Wir schmissen unsere Planung vollständig über Bord. Es ging eh nichts mehr so wie es geplant war. Jetzt improvisierten wir völlig.

Wir mussten erst einmal vom Platz weg, damit dieser überhaupt eine Chance hatte sich zu erholen. So spielten wir alles Wissen aus, das sich über die Jahre bei uns angesammelt hatte. Dienstag = Schwimmbad (da stand aber bereits vorher schon fest) anschließend Pizza am Bauernhof.
Und während die Heubodenteamer dann die Kinder in die Schlafsäcke brachten und die Lagerplatzteamer noch spülten und aufräumten entwickelte sich dort der nächste Tag.

Mittwoch dann Stationenlauf ohne größere Absprachen. Als die Heubodenteamer auf den Lagerplatz kamen, war alles bereits geplant und man musste nur noch an seine individuellen Punkte gehen. Jeder war mit etwas das er gut kann unter. Zwei Knackpunkte waren auch schnell gelöst und weiter ging es mit einem für die Kinder recht runden und vor allem spanennden Programm. Wir verstanden uns (fast) blind. Nur die Zeitplanung stimmte nicht ganz, so dass wir die letzte Gruppe schließlich aus der Ralley ausscheren und diese zwei Stationen auslassen mussten. Bei 20km Fußweg über den Tag verteilt ist das aber auch kaum richtig planbar.

Am Donnerstag schließlich, der Platz war inzwischen wieder einigermaßen zu nutzen, verzogen wir uns für die Workshops in den Wald. Das normale Lagerleben konnte eingeschränkt wieder starten, die Dienstgruppen waren wieder vorhanden und machten (fast alle) ihre normalen Lagerdienste ... und die Teamer kamen zu ihrer ersten richtigen Teambesprechung. Wenn man überlegt, dass zu diesem Zeitpunkt noch genau 2,5 Programmtage (von 7) durchzuführen waren und wir eigentlich nur weiter Veränderungen und Möglichkeiten besprachen die sich dann wieder einzeln zusammenpuzzeln sollten. Man kann durchaus von einem guten Schnitt sprechen.

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