Wir graben einen Fluss

Die "Oxach" ist entsprungen

Vom Montag Nachmittag werde ich auch noch in vielen Jahren erzählen. Unser Lager hat jetzt einen fließenden Wasseranschluss. Die "Oxach".

Wildbach im Wald - Foto: NAJU BW / M. Bormuth

Wildbach im Wald - Wapiti geht in den Wald um das Rauschen zu ergründen und findet dort diesen Wildbach. Das Problem: Er will mitten durch unser Lager. - Foto: NAJU BW / M. Bormuth

Pünktlich zu den Workshops begann es wieder zu regnen. Also auch heute wieder im Versammlungszelt.
Nach einiger Zeit kämpften wir dort mit einem leichten Wassereinbruch. Das war noch zu handhaben. "Fleißbienchen" Manila zog einen weiteren Wassergraben um das Zelt und das Wasser blieb draußen.

Kurz darauf fand Wapiti das Grauen. Das Rauschen im Wald war ein Wildbach, der sich ein neues Bett gesucht hat. Nicht so dramatisch, wenn es nicht mitten durch unser Lager gehen sollte.

  • Materialzelt überflutet
  • Küche kämpft mit dem Wasser
  • Wiese einfach nur ein riesiger See

Und es sollte noch viel mehr kommen. - Winjan funkte SOS zum Bauernhof und Hilfe nahte. Wir griffen in der
Zeit schon mal zu Spaten und sonstigen Elementen.

Aus Gräben wurden breitere Gräben, die wir später zu einem Flusswegesystem verbesserten. So lief das Wasser aus dem Wald irgendwann in unserem Kanalsystem durch das Lager und am Ende hinter dem Versammlungszelt auf die Wiese den Berg hinunter. Ein anderer Kanal sollte bei unserem Müllplatz vorbeikommen. Während wir auf dem Lagerplatz mit Unterstützung aller Anwesenden unser Kanalsystem aufbauten, versuchten andere Teamer und der Bauernsohn im Wald eine Umlenkung zu bauen. Das bekamen sie auch hin. Der Bach auf dem Weg war geboren. Es kam aber immer noch Wasser bei uns an.

Als ich mir das Ausmaß im Wald auch einmal anschauen wollte, löste ich die dortigen Teamer auf dem Rückweg ab. Ich versuchte den Zufluss zu uns irgendwie umzulenken, da ein Zuflusswasserfall drohte den Weg zu unterspülen und das Wasser in unser Lager zu schicken.

Kinder kämpfen gegen Wasser - Foto: NAJU BW / T. Reischmann Auf dem Weg war mit dem Wasser auch nicht zu spaßen - Foto: NAJU BW / T. Reischmann

Mit Unterstützung von Malila und fleißiger Kinder versuchten wir nun eine Flussumleitung. Mit Spaten Steinen und Erde lenkten wir schließlich den vom Berg stürzenden Wasserfall schließlich zuerst halb später zu mindestens 3/4 den großen Weg hinunter. Damit konnten wir leben. Die Sturzbachgefahr scheint gebannt. Es kommt zwar immer noch Wasser den Weg durch den Wald herunter, das füllt aber unsere Kanäle am Lagerplatz noch nicht einmal im Ansatz.

Während wir oben den Flusslauf veränderten, war man auch im Lager nicht untätig. Unsere "Oxach" führt nun bei unserer Badewanne vorbei in den Wald und stürzt von dort aus in Richtung Kiosk in die Tiefe. Zum Klo kommen wir aber dennoch.Matschig war es dort zwar bereits schon vorher, aber jetzt ist es dazu auch noch wässrig.
Einige Kinder bemerkten, dass das Schlauchwasser an der Badewanne im Vergleich zum Wasser der "Oxach“ wärmer sei.

Morgen gehen wir uns für diese Anstrengung dann mal richtig erholen. Wir fahren ins Schwimmbad nach Hüfingen. - Das stand allerdings schon vorher fest.

(Große Tatze - Rauchwolke 2014)

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