Ein letzter Blick zurück

Eine Reise zum Bruderhof - ein Jahr nach dem Wasserschaden

Am Freitag nach der OxMox, die Sonne machte ihrem Namen alle Ehre, fuhr ein leicht müder Tatze (da er sich am Abend zuvor mit ehemaligen OxMox-Kindern im Internet verquatscht hatte) mit dem Zug und dem Bus zum Bruderhof. Der Busfahrer fragte nach dem Haltewunsch noch einmal nach, ob er dort wirklich aussteigen wollte. Von der Bushaltestelle ging er auf Spurensuche auf und um unserer alten Lagerwiese. Das was von der OxMox am Bruderhof übrig blieb.

überschwemmte Lagerwiese - Foto: NAJU BW

Mit großen Wassermengen mussten wir in unserem letzten Jahr am Bruderhof kämpfen. Unsere Lagerwiese wurde dabei komplett überschwemmt. - Foto: NAJU BW

Von 2002 bis 2014 waren wir die OxMox-Indianer vom Wutachtal. Eine lange Zeit die schön gewesen ist. Seit diesem Jahr sind wir die OxMox-Indianer vom schwarzen Wald. Wir hatten eine schöne Zeit am Bruderhof und freuen uns jetzt auf eine schöne Zeit am Äckerhof. Wie viele Jahre es dort werden? Nun ja … das wissen wahrscheinlich nur die großen Geister der Indianer.

Am alten Lagerplatz endete es übrigens genauso wie es damals begann. Mit einer richtig großen Matschschlacht. Auch wenn Jormas und ich jetzt schon gefühlt eine Ewigkeit dabei sind, kennen wir die erste große Matschschlacht am Bruderhof ebenfalls nur von Stammeserzählungen. (Wir wurden erst im Jahr danach Stammesmitglieder) Aber auch wir können von zwei Matschschlachten erzählen. 2007 war es am Ende sogar so matschig, dass wir die Freizeit zwei Tage früher beenden mussten. Wir erlebten aber auch richtig schöne Sonnenfreizeiten.

Wasserschaden Waldweg - Foto: M. Bormuth Reifenspuren im Waldweg - Foto: M. Bormuth

Als kleine Vorbemerkung: Da unsere alte Lagerwiese bei meinem Besuch von Anderen belegt war, habe ich von unserem alten Platz und den Spuren unseres Bachbettes keine Bilder gemacht bzw. diese mir anschauen können. Ich bin vom Wanderweg durch den Wald einmal außenrum.

Kommt man aus dem oberen Waldweg zum Lagerplatz, kann man unsere Bauarbeiten dort noch sehr gut sehen. Die tiefen Ablaufrillen, die Reifenspuren vom Traktor. Viel hat sich dort nicht verändert.

Küchenregal im Wald - Foto: M. Bormuth Unser altes Küchenregal steht immer noch so wie wir es verlassen haben im Wald und wartet darauf wieder benutzt zu werden. - Foto: M. Bormuth

Auch unsere Küchenregale im Wald stehen so, als ob sie nur auf die nächste OxMox und Verwendung durch uns warten würden.

Weiter im Wald kann man durch ein grünes Pflanzenband gut erkennen, von wo der Bach sich in unser Lager ergossen hat. Auf der Lagerseite vom Waldquerpfad erkennt man den normalen Ausgang in Verbindung mit viel kleinem Holz das sich dort mit angesammelt hat.

Wie sich unser Flusssystem noch abzeichnet kann ich nicht beantworten, aber auf dem Weg zur alten Schwitzhüttenstelle war ich persönlich selbst groß überrascht.

hinterer Fluss - Foto: M. Bormuth Der hintere Fluss ist auch heute noch im Gras zu erkennen - Foto: M. Bormuth

Im hinteren Abschnitt des Lagers – hinter der Lagergrenze runter zur Schwitzhüttenstelle – hatten wir im letzten Jahr einen weiteren Flussabgang, der uns Umständehalber völlig egal war, da wir dort eh nicht mehr groß hinkamen. Es bildete sich dort ein großes Bermuda-Dreieck. Was ich aber bei meinem Besuch beim zugehen und sitzen an der alten Schwitzhütte (deren Steinplatz man ebenfalls noch gut erkennen kann) unheimlich kurios fand … Den hinteren Fluss kann man auch heute noch vollständig erkennen.

ehemalige Umkleidekabinen - Foto: M Bormuth Der Anblick unserer ehemaligen Umkleidekabinen ist immer noch gewöhnungsbedürftig - Foto: M. Bormuth

Von der Schwitzhüttenstelle ausgehend war meine nächste Station der Weg zur alten Badestelle an der Wutach. Dieser ist noch gut zu erkennen. Das große ausgeschnittene Loch von vor zwei Jahren ist aber wieder fast vollständig zugewuchert. Man muss sich wieder richtig durchzwängen.

Nähert man sich der ehemaligen Badestelle, so gibt es in diesem Jahr einen völlig neuen Ausblick (im letzten Jahr war ja Baustelle).

neues Flussbett - Fischtreppe - Foto: M. Bormuth Schön ist sie aber dennoch die Fischttreppe und das neue Flussbett - Foto: M. Bormuth

Die Wutach hat in dem einen großen gerodeten Waldstück (unsere alten Umkleidekabinen) ein neues Flussbett bekommen. Dieses ist sehr weitläufig und verwinkelt. Besitzt viele Kurven und Möglichkeiten. Wenn man leise durch den Zaun lauscht, so kann man fast hören, dass sich das Wasser in seinem neuen Bett richtig zu Hause und wohl fühlt.

alte Sitzsteine - Schattenpflanzen unterhalb - Foto: M. Bormuth Die Wutach hatt sich unterhalb unserer ehemaligen Badestelle kaum verändert - Foto: M. Bormuth

Besonders faszinierend fand ich, dass sich unterhalb der Badestelle eigentlich nichts verändert hat. Die Wutach ist lebendig wie eh und je und auch von der Wassermenge gab es keine Änderung.

Unsere eigentliche Badestelle gibt es nicht mehr. Hier steht jetzt zum einen das Kraftwerkhaus als auch die Staumauer. Das ehemalige Wehr ist am rechten Rand des Staubereiches noch erahnen. Von der einstigen Wildheit unserer Wutach ist nichts mehr zu sehen.

Zum Baden könnte man jetzt allerdings eine Flussbiegung weiter nach oben ausweichen. Planschbecken zum Einsteigen und dann immer tiefer werdend.

Obwohl ich es ursprünglich auch vorgehabt hatte, beim Bruderhof und Familie Binninger selbst war ich heute leider dann doch nicht. ? vielleicht komme ich dort demnächst mit einer Gruppe OxMoxer in Alterspause da noch einmal hin. Aber eines ist sicher … OxMox im Wutachtal – ich komm zurück nochmal (auch ohne OxMox).

Ritualbrücke wieder in der Gauchach - Foto: M. Bormuth Bei der Anreise 2006 brachen wir mit der Brücke ein. 2015 brach sie wieder zusammen - "Unsere" Brücke - Foto: M. Bormuth

Auf dem Heimweg machte ich in der Gauchachschlucht dann noch eine Entdeckung. „Die mit den Steinen spricht“ ist auch traurig, dass die OxMox nicht mehr an die Wutach kommt.

Nachdem wir mit dem Vorgänger dieser Brücke 2006 in die Gauchach gestürzt sind und die Brücke vor zwei Jahren schon erneut anfing zu schwingen, ist unsere Steinritualbrücke dieses Jahr erneut in die Gauchach gefallen.

Von der Bruchstelle aus zu schließen scheinbar jedoch leider wieder mit einem Wanderer auf sich drauf. Ich hoffe, dass es für diesen nicht so ausging wie damals für Die mit den Steinen spricht bei uns.

(Große Tatze – Rauchwolke 2015)

Die Geschichte unseres Brückeneinsturzes 2006
Mehr Geschichten über unseren Wasserschaden 2014

 

Mit der NAJU auf Schleichpfaden
Übersicht Indianerlager Äckerhof - Foto: NAJU BW / L. Praetorius

OxMox-Freizeit

Unsere Freizeit findet in der Nähe von St. Roman im Schwarzwald statt.
Über 9 Tage erleben wir mit unseren 8 bis 12jährigen Teilnehmer*innen vielfältige Erlebnisse rund um das Thema Indianer.

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