Immer wieder unsere Nachbarn

Spannendendes mit der Earthlodge von nebenan

Spannendes erlebten wir über viele Jahre mit unseren indianischen Nachbarn vom Stamm des Erdvolkes. Das alles aufzuschreiben füllt jedoch alleine bereits viele Seiten. Daher hier wirklich nur das aller wichtigste.

indianisches Symbol für Earthlodge / Erdlager - Grafik: NAJU BW / M. Bormuth

indianisches Symbol für Earthlodge / Erdlager - Grafik: NAJU BW / M. Bormuth

Nachbarlager - Foto: NAJU BW / S. Daum Nein, das ist nicht unser Lager, sondern das unserer Nachbarn. (Earthlodge) - Foto: NAJU BW / S. Daum

Kannten wir das Ambiente 2003 ausschließlich von Erzählungen Tatonkas, sollte es 2004 schließlich richtig losgehen. Indianische Gesänge und Trommelklang erfüllten im Laufe unserer beiden Freizeiten irgendwann die Luft und den Nachthimmel. Gleichzeitig begann eine kommunikative Einbahnstraße, die sich erst in den letzten Jahren mehr und mehr gelichtet hat.

Das Erdvolk hat auf seiner Veranstaltung Earthlodge einen Außenminister in Form einer Kommunikationsbeauftragten. Diese legte in den Jahren ihrer Amtszeit die Kommunikation recht einseitig aus. Sie kam, verbot und ging. Einsprüche und andere Meinungen ließ sie grundsätzlich nicht zu. Dementsprechend war auch unsere Reaktion darauf. Wir ignorierten es großflächig. Erst einige Jahre später, nach dem Wechsel des Kommunikationsbeauftragten, wurde eine Kommunikation mit dem Erdvolk halbwegs möglich. Wenn auch immer noch so, dass wir es teilweise immer noch ignorieren, wenn man uns am liebsten in den Nächten auf unserem Lagerplatz festhalten möchte.

Anders als zum Leitungsteam ist unser Verhältnis zu den meisten Teilnehmern halbwegs entspannter. Man trifft sich beim duschen oder einfach so beim Bauernhof. Dabei kommt man immer wieder auch ins Gespräch. An seinen Drucktagen am Bauernhof hatte insbesondere Tatze ab und an völlig normale Gespräche mit den Teilnehmern der Earthlodge.

Anders ging es Chichilbaye. Seine Treffen mit Mitgliedern des Erdvolkes wurden mit seinen Erzählungen fast schon legendär.

So musste er sich während einer seiner Wege vom Bauernhof zu unserem Lagerplatz sich über die Vorteile von "Großmutter" Erde aufklären lassen, an deren Ende er seinem Gegenüber nur erklärte, dass wir uns lieber an deren Tochter der "Mutter Erde" halten würden. Dies würde uns schon vollends ausreichen.

Auch Eiches Gesprächspartner, der sich ein Jahr später bei ihm über die Zerstörung eines Kristalldoms mittels Funkstrahlen beschwerte, war anscheinend länger mit dem Wiederaufbau beschäftigt. Es sollte aber auch etwas sein, das nicht nur einmal vorkommen sollte, da auch einige andere Teamer Wegstrecken zum Bauernhof nutzten um Gespräche zu führen.

Nachts wurde es sowieso immer spannend. Vor dem massiven Ausbreiten auf die Wiesen um uns herum, schlichen wir immer gern auch mal wieder dort zum Beobachten an. Hierbei waren wir 2005 am Ende so erfolgreich, dass wir das Versammlungszelt des Erdvolkes sprichwörtlich berühren konnten. Aber auch danach, bei Schleichaktionen zu Pfadfindern auf der Wiese oberhalb des Bauernhofes, waren die Kinder von den Liedern der Earthlodge unheimlich beeindruckt. Ist der Deckungsfaktor in diesem Bereich doch unheimlich groß. Abseits davon hören die Gemeinsamkeiten jedoch recht schnell auf. Wir tanzen z.B. nicht regelmäßig völlig nackt um ein Lagerfeuer. Auch beten wir nicht zu Großmutter Erde und meditieren inmitten von Wiesen und Wäldern herum.

Mit der Umwandlung der Kinderbetreuung zur Kinder- bzw. Teenlodge wurde schließlich ein neues Kapitel nachbarschaftlicher Dissonanzen aufgeschlagen. Durch die dadurch bedingte massive Ausweitung des Lagergebietes gibt es mit Ausnahme der Wiese oberhalb des Bauernhofes keine parallelen Lager mehr. Dazu kamen noch jahrelange Grenzstreitigkeiten mit der neuen Teenlodge, da man dort das Lager entgegen den Plänen einschließlich unseres Klos bis zu dem unser Lager durchquerenden Wanderweges sah.

Gerade aber auch die öffentlichen Wege inklusive des von der Bauernfamilie ausdrücklich erteilte Wegerecht auf den Privatwegen, sorgen inzwischen für massive Klarheit auf was wir uns überhaupt noch einlassen. Entsprechend selbstbewusst sind wir inzwischen in unserer eigenen Kommunikation mit dem Erdvolk auch geworden. Bestes Beispiel ist hier die klare Ansage in Bezug auf die Erlebnisse mit der Teenlodge in den Nächten 2011 sowie bei Meditationsübungen innerhalb unserer Lagergrenze die wir freundlich aber bestimmt abbrachen.

Heilige Gesetzte der Earthlodge - Foto: NAJU BW / M. Bormuth Ohne weiteren Kommentar. Eingeweihte wissen warum dieses Foto dieses Jahr dabei ist ... Es blieb uns ein absolutes Mysterium. - Foto: NAJU BW / M. Bormuth

Trotz aller Schwierigkeiten und Probleme die diese indianischen Nachbarschaft über die Jahre mit sich gebracht hatte, vermissen möchte sie heute auch keiner mehr. Insbesondere in den Abendstunden und Nächten am Bruderhof war das ausdauernde Getrommel eine Faszination und machte streckenweise auch viel unserer eigenen Stimmung aus. Aber auch die Treffen der Kinder mit Teilnehmern analog von Eiches Kristalldom treffen sowie das "Mini Max" sorgen regelmäßig für absolutes Staunen.

Während unserer gesamten Bruderhofzeit hatten wir nur drei mal die Situation, keine Überschneidung mit unseren indianischen Nachbarn zu haben. Wir haben sie in diesen Jahren, trotz aller Probleme und Schwierigkeiten, mehr als nur vermisst. Und auch am neuen Lagerplatz fehlen sie uns dann doch ein wenig.
Unvergessen sind auch die Probleme bei der Bestellung eines Rettungswagens bei unserem Löffelproblem und nach dem Wespenüberfall, als trotz bereitstehendem Einweiser am Wanderkiosk Wutachschlucht der Rettungswagen erst einmal direkt zu Bruderhof und zur Earthlodge fuhr. Bei beiden Fällen gab es erst einmal etwas Verwirrung und später dann doch noch einen den richtigen Weg findenden Krankenwagen. Man half sich - trotz aller Differenzen - eigentlich dann doch immer wieder gegenseitig.

Geschichten mit der Nachbarschaft

 

Mit der NAJU auf Schleichpfaden
Übersicht Indianerlager Äckerhof - Foto: NAJU BW / L. Praetorius

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Unsere Freizeit findet in der Nähe von St. Roman im Schwarzwald statt.
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