Jetzt machen wir es selbst

Wenn die Listen der NAJU nicht stimmen

Nach der Freizeit 2006 hatte Große Tatze die Nase voll. Die Rückmeldungen der Geschäftsstelle zum Thema Anreise stimmten sowieso noch in keinem einzigen Jahr. Nachdem aber diesmal gefühlt die Hälfte der nach Liste in Stuttgart einsteigenden Kindern dann doch direkt nach Döggingen kam, hatte er den ganzen Stress am Bahnhof satt.

Ergänzend kam in diesem Jahr dann noch das Abholdrama dazu. Ein Kind wurde von den Eltern wohl in der Geschäftsstelle zur Abholung als Aussteiger im Bahnhof Rottweil gemeldet, erschien aber nicht so auf unserer Liste. Dort war das Kind als Abholkind in Döggingen vermerkt. Durch den Schienenersatzverkehr fuhren wir jetzt aber bereits vor dem Treffpunkt der Abholer in Döggingen los. Das Ergebnis: Kind in Döggingen, Eltern am Bahnhof Rottweil. Das Abbauteam konnte die Situation erst mit der Heimfahrt nach dem Abbau klären und es bis Rottweil noch mitnehmen.

Ab 2007 wurden die Zugfahrten schließlich entspannter. Nachdem wir in Form unseres Fahrtenmanagers Tatze das ganze selbst in die Hand genommen hatten, stimmten am Ende auch unsere Listen. Als wir schließlich 2007 sicher sagen konnten “alle Stuttgarter Kinder sind da”, war der Zug noch nicht mal an unserem Gleis angekommen. Trotz der Änderung in der Organisationsstruktur blieb eines jedoch auch weiter unverändert: die Möglichkeit für Kinder entlang der Gäubahnstrecke in unseren Zug zuzusteigen. Wir fuhren schließlich sowieso vorbei.

Am Ende war schließlich das einzige Neue Tatzes Telefonaktion. Trotz entsprechender Bitte im Anschreiben, meldeten weiterhin viele Eltern ihre Kinder nicht mit dem Start- und Zielbahnhof. Diese Familien wurden dann von Tatze einfach telefonisch, als er sowieso mal wieder da war, aus der Geschäftsstelle aus angerufen und die Liste damit direkt festgestellt.

Auch der mit dem Wegfall des Gruppenrabattes im Nahverkehr erforderliche Umstieg auf Baden-Württemberg-Tickets für unsere Zugfahrten wurde so am Ende kalkulierbarer. Mehr als einmal war es für uns günstiger für unterwegs zu- und aussteigende Kinder Einzelfahrkarten zu kaufen. Mit dem so gesparten Geld aus unserer Kasse, war auch noch gut das ein oder andere Spontane auf dem Platz zu finanzieren.

Über viele Jahre wurden wir sowohl von der Geschäftsstelle als auch von anderen Freizeiten über diese große Telefonaktion belächelt. “Warum macht ihr euch den Stress eigentlich?”, war nur eine Aussage, die wir uns öfter anhören mussten. - Eins vorweg. Seit einigen Jahren ist inzwischen auch die NAJU-Geschäftsstelle dazu übergegangen die Listen für uns selbst bei den Eltern abzufragen. Auch bei anderen Freizeiten wird inzwischen die von uns damals eingeführte Gesamtübersicht von wo und nach wo fährt eigentlich das Kind inzwischen serienmäßig unseren Teamerkollegen der anderen Teams übergeben. Es ist sowohl für die fahrenden als auch für die bei der Abfahrt der Gruppe stehenbleibenden Teamer wesentlich entspannter. - Doch bis es schließlich soweit kommen sollte, dauerte es noch einige Jahre.

Bei der Anreise 2010 stellte sich unser neues System dann den praktischen Härtetest, sollte sich damals aber leider noch nicht für alle Freizeiten durchsetzen. Wir blieben am Ende doch noch viele Jahre alleine. Bei der Planung der Freizeiten fiel es in Stuttgart nicht auf, das Bauernhof- und Indianerfreizeit vielleicht nicht unbedingt am gleichen Tag zur Freizeit losfahren sollten. Hatten beide Freizeiten doch die gleiche Zugverbindung - und im Anschreiben dann auch noch den gleichen Treffpunkt. Von einem befreundeten Verband fuhr ebenfalls eine Freizeit mit dem gleichen Zug - und dem gleichen Treffpunkt.

Es kam wie es kommen musste. Innerhalb der Teams gut abgestimmt gaben wir uns die Kinder einfach zu unseren jetzt neu drei unterschiedlichen Treffpunkten weiter. Während die Räuber damals den Zug ganz vorne bestiegen, nahmen wir Indianer, mit dem Wissen wir haben alle Kinder, einfach gleich den ersten Wagen. Mit dem Bauernhof war vereinbart, dass sie irgendwo in der Mitte zusteigen würden.

Jetzt arbeiteten allerdings die Bauernhöfler noch mit dem Geschäftsstellensystem: Wer sich nicht meldet wird wohl ab Stuttgart fahren. Erst kurz vor der Abfahrt des Zuges - und mit Warten auf noch viele Kinder - kam der Bauernhof schließlich noch in den Zug gehechtet. Zu uns in den Wagen. Wir halfen sofort noch beim Sortieren von Gepäck und schließlich beim Umsteigen. Dazwischen genossen wir Indianer unsere sorgenfreie und gemütliche Fahrt. (Zumindest bis Tuttlingen … aber das ist eine andere Geschichte)

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Mit der NAJU auf Schleichpfaden
Übersicht Indianerlager Äckerhof - Foto: NAJU BW / L. Praetorius

OxMox-Freizeit

Unsere Freizeit findet in der Nähe von St. Roman im Schwarzwald statt.
Über 9 Tage erleben wir mit unseren 8 bis 12jährigen Teilnehmer*innen vielfältige Erlebnisse rund um das Thema Indianer.

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