Der Stamm bekommt eine Namensgebungszeremonie

Namensvergabe im OxMox-Stamm

Kinder und Erwachsene haben seit vielen Jahren indianische Namen auf der Freizeit. Bis zum großen Teamerumbruch in den Jahren 2002 auf 2003 gab es jedoch unterschiedliche Methoden diesen den Kindern zu vergeben. Totemkarten, selbst wählen …; alles war irgendwann mal durchgeführt werden. Dann kam Tanzende Wolke und ein fast schon ritualisierter Ablauf wurde eingeführt.

Namensschild Schwanenmädchen - Foto: NAJU BW / F. Kern

Ein selbstgemachtes Namensschild - Foto: NAJU B W / F. Kern

Am Abend nach der Anreise 2003 wurde schließlich die erste Namensgebungszeremonie durchgeführt. Damals in der Besetzung: Jormas (Trommel), Flinker Salamander (Flüstermedizinmann) und Tanzender Wolke (Namensmedizinfrau).

Während Jormas im Versammlungszelt trommelte, saß Tanzende Wolke mit dem Rücken zum Lagerfeuer und lies sich für die einzeln eintretenden Kinder sich die Namen einflüstern. Mit einer Liste möglicher Namen hatte sie dort auch Auswahl, die sie jedoch spontan erweiterte. Flinker Salamander räucherte in der Zwischenzeit die Kinder mit etwas Salbeirauch ein. Am Ende folgte die Flüsterkette. Tanzende Wolke flüsterte Flinker Salamander den Namen ins Ohr. Dieser gab dann feierlich den Namen ebenfalls flüsternd an das entsprechende Kind weiter. Die Kinder mit Namen setzten sich nun langsam in einen Kreis am Rande des Versammlungszeltes und warteten mit allen auf das nächste Kind. Als alle ihren Namen bekommen hatten, machten wir eine erste Vorstellungsrunde mit dem Redestab. Jeder durfte nun den Anderen seinen Namen vorstellen.

Mit wenigen zwischenzeitlichen Ausnahmen hat sich seitdem nicht mehr viel geändert. Außer in den Freizeiten 2004/II (dort war sie nicht dabei) und 2005 (anderes Namenssystem) führte Tanzende Wolke über viele Jahre die Namensgebungszeremonie durch. Jormas, von der Trommel zum Flüstermedizinmann gewechselt, ersetzte 2004 (mit Ausnahme 2005) Flinker Salamander und ist seit dieser Zeit prägend für die Namensvergabe.

Als Tanzende Wolke 2008 krankheitsbedingt kurzfristig ausfiel, sprang Große Tatze, bis dahin bei der Namensgebungszeremonie inzwischen oft der Trommler, für sie ein. Seit diesem Jahr vergeben Jormas und Tatze als die Stammesmedizinmänner die Namen. Nur der Trommler ist seitdem noch wechselnd. Inzwischen haben diese Aufgabe zusammen mit den weiteren Aufgaben während der Namensgebung unsere ältesten Kinder in ihrem letzten Freizeitenjahr übernommen.

Eines hat sich in den ganzen Jahren jedoch nicht geändert. Der Versuch von uns jeden Namen auf der Freizeit nur einem einzigen Kind zu vergeben. Bis auf wenige Ausnahmen (fehlende Dokumentation, unterschiedliche Namenssysteme) ist dies uns auch bis heute gelungen.

Ist die Namensvergabe seit unserem ersten Jahr 2003 noch relativ fest geblieben, haben wir bei den Namen selbst in den ersten Jahren noch ein wenig ausprobiert und uns finden müssen. Tanzende Wolke vergab 2003 und 2004/I rein deutsche Indianernamen. Topsannah und Wanagi, die auf der Freizeit 2004/II diese Aufgabe übernahmen, vergaben die Namen indianisch mit deutscher Übersetzung. Da dies bei uns und den Kindern gut ankam, behielten wir diese Variante auch 2005 bei. Da allerdings die Situation, für jeden plötzlich drei Namen lernen zu müssen, allgemein als zu schwierig empfunden wurde, stellten wir 2006 wieder auf rein deutsche Namen um. Mit dem festen Wechsel auf Tatze 2008 erfolgte die nächste Änderung im Namenssystem. Seit Tatze ab 2009 die Namen auch vorbereitet, vergeben wir den Kindern weiterhin deutsche Namen. Zur besseren Unterscheidung erhalten die Teamer durchgängig indianische Namen. Diese Strukturierung erfolgte damals ausschlaggebend daraus, dass jeder Altteamer, außer Wolke die wir damals indianisch übersetzten, bereits einen indianischen Namen hatte.

Nachdem immer wieder Kinder nach einer indianischen Übersetzung ihres Namens fragten, haben wir nach unserem Umzug zum Äckerhof die Verwendung von Originalnamen wirder aufgenommen. Während der Namensgebungszeremonie wird jedoch ausschließlich die Übersetzung des Namens den Kindern geflüstert. Die indianische Form des Namens können die Kinder dann am nächsten Morgen erfragen.

Abschließend noch eine Anmerkung: wir versuchen darauf zu achten den Kindern nicht nur einfach einen Namen zu geben. Auch dies war damals einer der Gründe den Namensschamanen an unseren Zugmanager Tatze zu übergeben. Er sieht die Kinder vor der Namensgebung auf der Zugfahrt und der Wanderung zum Platz mit am längsten.

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Mit der NAJU auf Schleichpfaden
Übersicht Indianerlager Äckerhof - Foto: NAJU BW / L. Praetorius

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Über 9 Tage erleben wir mit unseren 8 bis 12jährigen Teilnehmer*innen vielfältige Erlebnisse rund um das Thema Indianer.

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