OxMox und die Gauchachschlucht

Wir hatten unsere kleine große Schlucht

Ein Kernelement unserer An- und Abreise war die Wanderung durch die Gauchachschlucht. Dies war auch dahingehend notwendig, da der Bahnhof in Döggingen einiges von unserem Reiseziel am Bruderhof entfernt und die Busverbindungen damals am Wochenende auch nicht die besten waren.

In der Gauchachschlucht - Foto: NAJU BW / M. Bormuth

In der Gauchachschlucht - Foto: NAJU BW / M. Bormuth

Sperrschild Gauchachschlucht - Foto: NAJU BW / M. Bormuth Der größte Unfall unserer Bruderhofgeschichte ereignete sich in der Gauchachschlucht, als ein Steg unter uns zusammenfiel. - Foto: NAJU BW / M. Bormuth

Während unserer Bruderhofzeit bis zum Jahr 2014 sind wir bei unserer An- und Abreise dabei fast immer auch durch die Schlucht gelaufen.

  • 2005 wichen wir bei der Rückreise auf den Linienbus nach Hüfingen aus, da die Gauchachschlucht wegen Hochwasser gesperrt war
  • 2006 hatten wir auf der Hinwanderung unseren Brückeneinsturz. Die Rücckwanderung fand dann über den ermittelten "B-Weg" über den Lochwald statt.
  • 2011 war uns die Gauchachschlucht nach großen Regenschauern für den Rückweg zu feucht, so dass wir freiwillig auf den B-Weg auswichen
  • 2014 sahen wir die Gauchachschlucht nur sehr kurz. Aufgrund der sehr feuchten Witterung wanderten wir auf dem Hinweg über den Lochwald und stiegen zur Burgmühle erst in die Gauchachschlucht ein. Die Rückwanderung erfolgte generell auf dem B-Weg.

Bei unseren Wanderungen unterschieden sich Hin- und Rückweg in vielerlei Hinsicht. Auf dem Hinweg konnte keiner zu Beginn sagen, wie lange wir brauchen würden. Unterschiedliche Spiele und Aktionen strecken die Wanderung zum Teil erheblich. Kernelement des Einstiegs waren dabei die Brücken. Zu Beginn noch ausschließlich Treffpunkt, fanden am Ende die einzelnen durchgeführten Programmaktionen während der Wanderung hauptsächlich dort statt. Doch das war teilweise auch auch anders.

2003 zum Beispiel führte Jormas ein erfolgreiches Ritual für gutes Wetter durch. An einer steinreichen Gegend trafen wir uns und schlugen mit geschlossenen Augen jeder zwei Steine gegeneinander. Dazu gab es passende Naturgeräusche und das Erlebnis war perfekt.

Indianerin im Wald - Foto: NAJU BW / M. Bormuth Zum Einstieg in die Gauchachschlucht gab es im Jahr 2004 eine kleine Geschichte mitten im Wald - Foto: NAJU BW / M. Bormuth

2004 verschob sich durch Hirschblut der Auftakt zur Freizeit direkt zum Einstieg in die Schlucht. Hirschblut die in einem Indianerverein aktiv war, stand dort in indianischem Outfit im Wald und erzählte eine Geschichte. Beide Freizeiten konnten dabei unterschiedlicher nicht sein. Die Erste übersah Hirschblut zu Beginn völlig und war vollends unruhig. Die Zweite stoppte vorzeitig und war leise und aufmerksam.Insbesondere bei der zweiten Freizeit 2004 lebten wir Seilspiele richtig aus. Das erste Spiel gab es noch vor Hirschblut. Im Gedächtnis blieb jedoch das Spiel an der Burgmühle, als die Kinder als Gruppe gemeinsam über ein Seil klettern mussten. Es benötigte einige Anläufe, aber am Ende kamen doch alle auf der anderen Seite an.

Die uns entgegen kommenden Wanderer waren dabei sehr verständnisvoll.

Junge beim Brückenritual - Foto: NAJU BW / M. Bormuth Zu Ehren von "Die mit den Steinen spricht", wie das Kind bereits seit der Freizeit 2004 hieß, legten wir auf dem Hinweg zum Bruderhof einen Stein auf das Geländer "unserer" Brücke. - Foto: NAJU BW / M. Bormuth

Indianische Verhaltensweisen wie schleichen, Indianergeheul und genau Beobachten prägten all die Jahre die Spiele im Zusammenhang mit den Brücken. Nach dem Brückeneinsturz 2006 an Brücke 4 ersetzte her das Brückenritual die Spieleaktionen.

Hierbei legten wir als gesamter Stamm vorsichtig und leise einzeln über die Brücke laufend, jeder einen Stein auf die verschiedenen Brückenpfeiler.

Die Einleitung und Erklärung nahm seit der Einführung des Rituals in 2007 bereits Große Tatze. An der vor der Einsturzbrücke sich befindlichen Brücke 3 fand ab dem gleichen Jahr zur Vorbereitung mit dem Steinebalancieren ebenfalls eine feststehende Aktion statt.
Jeder musste hier mit einem Stein auf dem Kopf balancierend langsam über die Brücke laufen. Nach der Brücke sollte der Stein behalten werden. Er würde noch gebraucht ...

Brückenspiele führten wir nur an Holzbrücken durch. Kamen die vereinzelten Metallbrücken ins Spiel, waren dies meist die Brücken des weißen Mannes. Hier machten wir uns in der Regel entweder ganz klein oder gingen Hoka-mäßig nur rückwärts darüber.

Pause an der Burgmühle - Foto: NAJU BW / L. Platsch Man kann an der Burgmühle halt auch einfach sehr schön Pause machen. - Foto: NAJU BW / L. Platsch

Am Naturfreundehaus Burgmühle war dann erst einmal Pause. Das Taschengeld wurde dort gerne gegen ein Eis eingetauscht. Die Teamer schlossen sich an oder tranken einen Kaffee. Da die Gauchach an dieser Stelle auch gut Erkundigungen zuließ, waren einige Kinder auch immer wieder einmal am Wasser zu finden. Viele Entdeckungen und Erlebnisse hatten wir dort. In einem Jahr wurde sogar eine Erdkröte ausgiebig beobachtet und fotografiert.

An der Burgmühle hatten wir auf dem Hinweg immer mindestens 30 Minuten Pause, bevor wir uns auf den letzten Teil unserer Reise gemacht hatten. Auf dem Rückweg war dies mehr ein "ich geh kurz rein und geh dann weiter" und ein Teil einer Gruppenzusammenführungspause.

Über drei weitere Brücken und ein Stück Waldlehrpfad erreichten wir schließlich über viele Jahre hinweg die Gauchachmündung.

Pause an der Gauchachmündung - Foto: NAJU BW / M. Bormuth Am Ende der Gauchachschlucht an der Mündung in die Wutach machten wir technisch bedingt immer wieder eine etwas längere Pause - Foto: NAJU BW / M. Bormuth

Hier führte Jormas gerne die Spielaktion"sprechender Stock" durch. Die Kinder bekommen von einem in die Gauchach gehaltenen langen Stock ihre ersten indianischen Namen gesagt. Da die meisten jedoch gar nichts außer "Blub Blubb" verstanden, musste die Namensgebungszeremonie am Abend dann für Aufklärung sorgen.

Über lange Jahre hatte die Pause an der Gauchachmündung vor allem auch ganz praktische und vor allem technische Gründe. Der Handyempfang in der Gauchachschlucht beträgt annähernd null. Erst an bzw. kurz nach der Mündung gibt es ein Loch im Funkloch. Auf diese Weise konnten wir den Platz über unsere nahende Ankunft informieren.

In den letzten Jahren handhabten wir dies darüber hinaus auch immer flexibler, so dass die Veränderung der Wegstrecke in den letzten Jahren fast schon logisch erschien.

Um unseren Kindern unsere "Schleichstrecke" zum Nachbarlager schon einmal bei Helligkeit zu zeigen, stiegen wir irgendwann einfach mit dem Waldlehrpfad schon aus und gingen letztlich nicht von der Gauchachmündung unterhalb des Bruderhofes, sondern den Waldweg oberhalb des Bruderhofes zu unserem Lagerplatz.

viele Kinder auf Kletterbaum - Foto: NAJU BW / M. Bormuth Der Kletterbaum war in fast jedem Jahr beliebt - Foto: NAJU BW / M. Bormuth

Der Rückweg verlief traditionell anders. Wir liefen, mit einem kurzen Shoppingstop an der Burgmühle, durchgängig bis zum Ausstieg aus der Gauchachschlucht. Hat sich die Gruppe am Ende wieder vollständig zusammengefunden, steigen wir zusammen aus der Schlucht aus und treffen uns am Ende erneut wieder an einer Grillhütte in der Nähe von Döggingen.

Ein Kletterbaum läd hier zu Kurzweil ein. Dort machen wir dann eine, je nach Laufgeschwindigkeit, längere oder kürzere Pause.

Etwa eine Stunde vor der Abfahrt des Zuges starten wir zu unser letzten Etappe zum Dögginger Bahnhof. Ein kleiner Stopp am Trinkwasserbrunnen am Rand von Döggingen schließt die Wanderung am Ende ab.

Mehr Wandergeschichten

 

Mit der NAJU auf Schleichpfaden
Übersicht Indianerlager Äckerhof - Foto: NAJU BW / L. Praetorius

OxMox-Freizeit

Unsere Freizeit findet in der Nähe von St. Roman im Schwarzwald statt.
Über 9 Tage erleben wir mit unseren 8 bis 12jährigen Teilnehmer*innen vielfältige Erlebnisse rund um das Thema Indianer.

jetzt informieren